Zahl der Langzeitarbeitslosen im Dezember leicht gestiegen

Landrat Dr. Kai Zwicker: „Die Situation hat sich im vergangenen Jahr besser entwickelt als aufgrund der Wirtschaftskrise befürchtet“

Kreis Borken (pd). Zum Jahresende ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Borken wieder leicht gestiegen. Insgesamt waren im Dezember 5.807 arbeitslose Menschen beim „Service-Punkt ARBEIT im Kreis Borken“ gemeldet. Das sind 29 Personen mehr als im November. Im Vergleich zum Jahresende 2008 sind 369 Menschen mehr in der Statistik erfasst. Der Anteil der arbeitslosen Empfänger von Grundsicherung nach dem SGB II an allen zivilen Erwerbspersonen liegt im Kreis Borken bei einer Quote von 3,0 Prozent.
[spoiler] Im Jahr 2009 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen zum Jahresbeginn stark an und erreichte im April mit 6.072 Betroffenen ihren Jahreshöchststand. Seit Mai sind die Arbeitslosenzahlen, mit Ausnahme des Monats August, stetig zurückgegangen. Die mittlere Arbeitslosigkeit lag in 2009 bei 5.873 Männern und Frauen und damit nur um rund 300 Personen höher als im Jahr 2008 (+5 Prozent). Gegenüber dem Mittelwert aus dem Jahr 2007 waren sogar rund 900 Personen weniger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (-13 Prozent), gegenüber dem Jahr 2006 liegt das Minus sogar bei rund 2.400 Personen (-29 Prozent).
„Die Arbeitslosenzahlen haben sich im Jahr 2009 im Kreis Borken besser entwickelt als zuvor aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise befürchtet“, betont Landrat Dr. Kai Zwicker. Er sieht darin auch einen Beleg für den Erfolg des Optionsmodells. Vor fast genau fünf Jahren hat der Kreis Borken die Verantwortung für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen im Kreis von der Agentur für Arbeit übernommen.
„Es ist allerdings zu erwarten, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den ersten Monaten des neuen Jahres erneut steigen wird“, so Dr. Zwicker. „Der Service-Punkt ARBEIT wird sich mit großem Engagement dafür einsetzen, die Krise zu bewältigen“, unterstreicht der Landrat die Bemühungen der gemeinsamen Einrichtung der Städte und Gemeinden sowie des Kreises.
Die Zahl der arbeitslosen Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung zeigt auch in den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises nur geringe Veränderungen zum Vormonat. Die größten Ausschläge gibt es mit -16 Personen in Ahaus und +23 Personen in Bocholt. Im Jahresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen bei den Service-Punkten ARBEIT in Bocholt mit +120 und Ahaus mit +110 Personen am stärksten gestiegen. In Heiden, Isselburg, Legden, Rhede, Schöppingen und Velen ist die Arbeitslosigkeit (SGB II) in diesem Jahr sogar jeweils geringfügig um -5 bis -12 Personen zurückgegangen.
Die Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent im Kreis Borken kann nicht auf die einzelnen Städte und Gemeinden herunter gebrochen werden. Dazu fehlt es an der gemeindebezogenen Zahl der zivilen Erwerbspersonen von der Arbeitsagentur. Hilfsweise eignet sich für den Vergleich zwischen den Orten die Quote auf Basis der Bevölkerungsgruppe von 15 bis 65 Jahren. Diese Altersgruppe gilt nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch grundsätzlich als erwerbsfähig.
Für das Kreisgebiet liegt diese Quote bei 2,4 Prozent und ist im vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. In Ahaus und Gescher ist die Quote mit +0,4 bzw. +0,3 Prozentpunkten am stärksten gestiegen. Heiden und Isselburg haben ihren Anteil der Langzeitarbeitslosen (SGB II) an der Bevölkerung mit -0,2 Prozentpunkten am stärksten reduziert, gefolgt von Legden, Rhede, Schöppingen und Velen mit -0,1 Prozentpunkten. Die kleineren Gemeinden Heek, Legden, Schöppingen und Südlohn weisen mit unter 1 Prozent die niedrigsten Quoten aus. Bocholt, Borken und Gronau liegen bei der Quote mit über 3 Prozent an der Spitze im Kreisgebiet.[/spoiler]