StartGemeinde RaesfeldNeue Wirtschaftsförderin in Raesfeld: Sabrina Greiwe hat viel vor

Neue Wirtschaftsförderin in Raesfeld: Sabrina Greiwe hat viel vor

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Mit 39 Jahren noch einmal beruflich neu anfangen, Vertrautes hinter sich lassen und eine neue Herausforderung annehmen: Sabrina Greiwe hat diesen Schritt gewagt. Seit Anfang Oktober ist sie die neue Wirtschaftsförderin der Gemeinde Raesfeld. Sie will die Unternehmen vor Ort kennenlernen, Kontakte knüpfen und gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Kuhmann und dem Ortsmarketing den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln.

Zwei Wochen ist Sabrina Greiwe inzwischen im Raesfelder Rathaus tätig. Mehr als 300 E-Mail-Adressen von Unternehmen hat sie bereits zusammengetragen, erste Willkommensmails verschickt und Kontakte geknüpft. Jetzt möchte sie die Menschen hinter den Betrieben kennenlernen und erfahren, was sie von der Gemeinde erwarten. „Ich freue mich tierisch, hier sein zu dürfen und die neue Herausforderung anzutreten“, sagt sie. Die Kollegen im Rathaus und Bürgermeister Dirk Kuhmann hätten sie herzlich aufgenommen. Auch bei den ersten Kontakten mit Raesfelder Unternehmern habe sie viel Freundlichkeit erlebt.

„Sei mutig und versuch dein Glück“

Leichtfertig hat Greiwe ihre Entscheidung nicht getroffen. Schließlich war sie in ihrer Heimatgemeinde Schermbeck beruflich verwurzelt. Dort habe sie ihre Arbeit immer gern gemacht, und Schermbeck liege ihr weiterhin sehr am Herzen. „Ich habe meine Tätigkeit zu Hause in Schermbeck natürlich auch immer geliebt, aber freue mich jetzt auf die neue Herausforderung hier in Raesfeld“, erzählt sie. Kurz vor ihrem 40. Geburtstag noch einmal etwas Neues anzufangen, habe sie lange beschäftigt. Schon während des Bürgermeisterwahlkampfs in Raesfeld, als die Wirtschaftsförderung zur Sprache kam, habe sie über einen Wechsel nachgedacht.

Wirtschaftsförderin Sabrina Greiwe steht vor dem Rathaus Raesfeld hinter einem Blumenbeet.
Mit 39 Jahren noch einmal beruflich neu anfangen: Sabrina Greiwe hat den Schritt von Schermbeck nach Raesfeld gewagt und ihre Entscheidung bislang nicht bereut.. Foto: Petra Bosse

Mehr als ein halbes Jahr sei dieser Gedanke in ihrem Kopf gewesen. Als im Januar die Stelle ausgeschrieben wurde, fasste sie den Entschluss, sich zu bewerben. „Sei mutig und versuch dein Glück“, habe sie sich damals gesagt. Auch ihre Familie steht hinter ihr. Greiwe hat zwei Söhne. „Ich habe da vollste Rückendeckung daheim. Ich werde von allen Seiten wunderbar unterstützt“, sagt sie. Bereut habe sie den Wechsel bislang nicht.

Rund 300 Betriebe und viele Möglichkeiten für Raesfeld

Knapp 12.000 Einwohner und rund 300 Betriebe: Für eine Gemeinde dieser Größe ist das eine beachtliche Zahl. Die Bandbreite reicht vom Ein-Mann-Betrieb über Handwerk, Handel und Dienstleistungen bis hin zu größeren Unternehmen. Für Greiwe bedeutet das viele neue Namen, Ansprechpartner und unterschiedliche Aufgaben. Sie hat begonnen, eine Kontaktdatenbank aufzubauen und erste Willkommensmails zu verschicken. Weitere Gespräche und Betriebsbesuche sollen folgen. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Unternehmer persönlich kennenzulernen und herauszufinden, was gut läuft, wo es Schwierigkeiten gibt und wobei die Gemeinde helfen kann.

Wirtschaftsförderin Sabrina Greiwe Raesfeld
Sabrina Greiwe vor dem Raesfelder Rathaus. Nach ihrem Wechsel aus Schermbeck möchte sie sich zunächst ein Bild von den rund 300 Betrieben in der Gemeinde machen. Foto: Petra Bosse

„Raesfeld steht als Wirtschaftsstandort schon sehr gut da, gar keine Frage“, sagt sie. Trotzdem gebe es Möglichkeiten, die Unternehmen noch besser zu unterstützen. Auf Grundlage der Gespräche möchte sie gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Kuhmann eine Strategie für die weitere Wirtschaftsförderung entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sieht sie als gut an. Raesfeld bietet eine Mischung aus mittelständischen Betrieben, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Hinzu kommen die Lage im Münsterland, die Nähe zum Ruhrgebiet und eine gute Infrastruktur. „Raesfeld ist wunderschön, liegt nah am Ruhrgebiet, aber nicht irgendwo im Nirgendwo“, beschreibt sie den Standort. Auch für neue Gewerbeansiedlungen sehe sie Möglichkeiten. In der Gemeinde gebe es noch Flächen mit Potenzial, und auch in Erle tue sich einiges.

Zunächst möchte sie sich jedoch um die vorhandenen Betriebe kümmern. Besonders wichtig ist ihr, dass Unternehmen vor Ort stärker voneinander profitieren. Warum einen Dienstleister außerhalb der Gemeinde suchen, wenn es möglicherweise einen passenden Betrieb direkt in Raesfeld gibt? Dafür möchte Greiwe ein Netzwerk aufbauen, in dem sich Unternehmer kennenlernen, austauschen und gegenseitig unterstützen können. Auch die Bürger sollen erfahren, was ihre Gemeinde wirtschaftlich zu bieten hat. Eine ihrer Ideen ist eine Fahrradtour von Betrieb zu Betrieb. Unternehmen könnten dabei ihre Türen öffnen und Einblicke in ihre Arbeit geben. Ebenso möchte sie Ausbildungsplätze und berufliche Möglichkeiten stärker bekannt machen, damit gerade junge Menschen sehen, welche Angebote es in ihrer Heimatgemeinde gibt.

Neue Wirtschaftsförderin in Raesfeld: Sabrina Greiwe
Auch der Flurfunk gehört zum Rathausalltag: Sabrina Greiwe (l.), neue Wirtschaftsförderin der Gemeinde Raesfeld, im Gespräch mit Claudia Wesseling. Schließlich sind kurze Wege und persönliche Kontakte oft der beste Draht.. Foto: Petra Bosse

Gemeinsam mit dem Ortsmarketing Raesfeld mehr erreichen

Bei ihrer neuen Aufgabe setzt Greiwe auf die Zusammenarbeit mit dem Ortsmarketing Raesfeld. Mit der Vorsitzenden Maria Kowalsky hat sie bereits erste gemeinsame Termine wahrgenommen. Beide möchten Raesfeld als Standort für Unternehmen, Handel und Kunden attraktiv halten. „Ich glaube, wir werden es gut gemeinsam hinbekommen“, sagt Greiwe. Die Arbeit des Ortsmarketings kenne sie bereits aus ihrer Zeit in Schermbeck. Sie wisse, wie viel Zeit die Organisation von Märkten und Veranstaltungen beanspruche. „Ich finde es grandios, was das Ortsmarketing alles auf die Beine gestellt hat und wie viel Zeit und Leidenschaft da überhaupt drin liegt.“

Wo die Aufgaben des Ortsmarketings aufhören und die Wirtschaftsförderung beginnt, möchte Greiwe nicht zu eng festlegen. Ein Beispiel ist der neue Concept Store in den ehemaligen Geschäftsräumen von Hetkamp. Obwohl der örtliche Handel vor allem zum Aufgabenbereich des Ortsmarketings gehört, sieht Greiwe auch für sich Möglichkeiten, solche Vorhaben zu unterstützen. „Da sehe ich keine ganz klaren Grenzen“, erklärt sie. Wichtig sei ihr, dass beide Seiten zusammenarbeiten, sich gegenseitig helfen und unnötige Doppelarbeit vermeiden. Wie die Aufgaben künftig genau verteilt werden, müsse sich im Alltag zeigen.

Kurze Wege für die Unternehmen

Für Greiwe gehört zur Wirtschaftsförderung auch, Ansprechpartnerin für die Betriebe zu sein. Wer Fragen hat, Unterstützung benötigt oder ein Vorhaben plant, soll sich an sie wenden können. Sie möchte Kontakte zu den zuständigen Stellen in der Verwaltung herstellen und dabei helfen, Anliegen auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei spiele es keine Rolle, ob ein kleines Geschäft oder ein größeres Unternehmen Unterstützung benötige. „Für mich ist die Wirtschaftsförderung der schönste und spannendste Bereich einer Kommunalverwaltung, weil er einfach super vielseitig ist“, sagt sie. Besonders gefällt ihr, dass sie eigene Ideen einbringen und Projekte mitgestalten kann. Anders als in manchen anderen Verwaltungsbereichen gebe es hier weniger starre Strukturen.

Erfahrungen aus ihrer bisherigen Arbeit bringt sie mit. Geboren wurde Greiwe in Gelsenkirchen. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei der Stadtverwaltung Essen. Später arbeitete sie in Schermbeck zunächst im Bürgerbüro und anschließend in der Stabsstelle von Gerd Abel, unter anderem im Bereich Citymanagement. Nun möchte sie ihre Erfahrungen in Raesfeld nutzen und gleichzeitig die Gemeinde und ihre Unternehmen kennenlernen. Auch den Austausch mit der Politik sucht sie. Am 16. November will sie sich im Rat vorstellen und künftig über ihre Arbeit und geplante Vorhaben informieren.

„Ich fühle mich auf dem richtigen Weg und freue mich, hier jetzt jeden Tag Raesfeld ein bisschen mehr kennenzulernen, die Betriebe und alles, was dranhängt“, sagt Sabrina Greiwe.

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