Themen u. a. Schienenverbindung zwischen Borken und Winterswijk und Projekt „Nachbarsprache“

Kreis Borken/Ulft (pd). Im Fokus der diesjährigen deutsch-niederländischen Bürgermeisterkonferenz standen die Chancen einer etwaigen Reaktivierung der Schienenverbindung zwischen Borken und Winterswijk, das Schulprojekt „Nachbarsprache“ und die weitere Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der EUREGIO. Teilnehmer waren die Bürgermeister der Kommunen im Westmünsterland und des Achterhoek sowie die Spitzen der EUREGIO und der Kreisverwaltung Borken.

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Niels Joosten (Vorsitzender der Regio Achterhoek und Bürgermeister von Doetinchem), Hildegard Köppen (Rektorin der von Galen-Grundschule Oeding), Connie Grevers (Direktorin der Openbare basisschool Winterswijk-Kotten), Erik Luiten, (Beigeordneter der Gemeinde Aalten), Hans Alberse (Bürgermeister der Gemeinde Oude Ijsselstreek), Dr. Elisabeth Schwenzow (Geschäftsführerin der EUREGIO), Dr. Ansgar Hörster (Kreisdirektor des Kreises Borken), Dr. Hermann Paßlick (Mitglied des Vorstandes der Kreisverwaltung Borken), Dr. Kai Zwicker (Landrat des Kreises Borken)


Die Möglichkeit der Reaktivierung der Schienenverbindung zwischen Borken und Winterswijk beleuchtete der Verbandsvorsteher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM), Dr. Hermann Paßlick, der gleichzeitig Verkehrsdezernent des Kreises Borken ist. Der Fachmann erläuterte, dass auf diese Weise zwei große Regionen per Bahn verbunden würden: das Ruhrgebiet auf deutscher und die Provinz Gelderland auf niederländischer Seite. Es gehe also um eine Strecke von überregionaler Bedeutung. Bei den Überlegungen handele es sich zunächst jedoch nur um ein Planspiel. Joost van Oostrum, Bürgermeister der Gemeinde Berkelland, wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit verbesserter Ost-West-Straßenverbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland hin.

Zweites Thema der Konferenz war das INTERREG-Projekt „Nachbarsprache“. Noch bis zum 31. März 2015 läuft es in der von-Galen-Grundschule Oeding und der Openbare Basisschool Winterswijk-Kotten. Im Rahmen des Projektes bieten die Schulen bilingualen Unterricht in der jeweils fremden Sprache an. Die beiden Schulleiterinnen Hildegard Köppen und Connie Grevers stellten die einzelnen Unterrichtsmodule vor. Südlohns Bürgermeister Christian Vedder wies darauf hin, dass seine Gemeinde das Vorhaben ausdrücklich unterstütze. Gleichzeitig dankte er der EUREGIO für die Hilfe bei der Förderung. Sein Amtskollege Thijs van Beem aus Winterswijk pflichtete ihm bei und betonte, dass die Fortsetzung der Zusammenarbeit sehr wichtig sei. EUREGIO-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Schwenzow wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass derzeit eine Untersuchung zu bilingualen Schulen, sogenannten „Euregioscholen“ laufe, deren Ergebnisse im März 2015 vorliegen sollen. Daraus können sich dann weitere Maßnahmen ergeben.

Wie kann die Grenzregion ihre wirtschaftliche Position gegenüber anderen Regionen weiter verbessern? Diese Frage diskutierten die Konferenzteilnehmer ebenfalls. Für ausgesprochen problematisch hielten sie es beispielsweise, dass es immer noch Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen gibt. Landrat Dr. Kai Zwicker sah die Notwendigkeit, bei diesen Themen stärkeren Einfluss auf die Politik in Düsseldorf, Berlin, Den Haag und Brüssel zu nehmen. Beispielsweise beinträchtigen Unterschiede in den nationalen Sozialversicherungssystemen zurzeit noch ganz erheblich die Mobilität auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Über diese Themen wurden bereits Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt, die künftig intensivert werden sollen. Dabei handelt es sich um Änderungen, die mit den nationalen Bestimmungen in Einklang gebracht werden müssen, bzw um die Schaffung EU-weiter Standards.

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