Weltweite Nahrungsmittelversorgung ist von dem Krieg in der Ukraine betroffen

Die Situation in der Ukraine ist bedrückend. Auch für die weltweite Nahrungsmittelversorgung sowie die Land- und Ernährungswirtschaft hat der Krieg Folgen. Die EU und Deutschland hat einen hohen Selbstversorgungsgrad

Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser: Der Krieg belastet die weltweite und auch die heimische Land- und Ernährungswirtschaft – wir beobachten die Lage und die Agrarmärkte wachsam

NRW (pd). Die Kriegshandlungen gefährden einerseits die Versorgung der ukrainischen Bevölkerung, andererseits sind auch Auswirkungen auf die weltweiten Agrarmärkte zu spüren. Das Landwirtschaftsministerium steht seit Beginn der Kampfhandlungen in der Ukraine in einem kontinuierlichen Austausch und in Abstimmungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Land- und Ernährungswirtschaft. 

Aktuell keine Hinweise auf Engpässe in NRW

„Wir beobachten wachsam, was sich auf den Agrarmärkten tut und welche Auswirkungen dies für unsere Landwirtschaft, unsere Ernährungswirtschaft, unsere Verbraucherinnen und Verbraucher – unsere Ernährungssicherheit generell hat. Es gibt weder aktuell noch mittelfristig Hinweise auf Engpässe der Versorgung in Nordrhein-Westfalen“, sagt Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser.

Getreide, Mais und Düngemitteln betroffen

Die weltweite Nahrungsmittelversorgung ist von dem Krieg in der Ukraine vor allem aufgrund der großen Exportbedeutung Russlands und der Ukraine bei Getreide, Mais und Düngemitteln betroffen. So haben Russland und die Ukraine einen relevanten Anteil an den weltweiten Exporten von Weizen, Sonnenblumenöl und Raps.

Zusammengenommen hatten sie im Jahr 2021 einen Anteil von 29 Prozent am weltweiten Weizenhandel: Russland hatte einen Anteil von rund 17 Prozent und die Ukraine von rund zwölf Prozent. Bei Sonnenblumenöl beträgt der Anteil beider Länder am weltweiten Export sogar fast 80 Prozent. 

Deutliche Preissteigerungen

Die beiden Länder beliefern über die Schwarzmeerhäfen vor allem die Märkte im Nahen Osten sowie Nord- und Ostafrika. Infolge des Krieges ist es an den Märkten für landwirtschaftliche Rohstoffe und Produkte in den vergangenen Tagen zu teils sehr deutlichen Preissteigerungen gekommen. So liegt zum Beispiel der Preis für Brotweizen an der Pariser Börse erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen bei über 400 Euro/Tonne (Juli 2021: 184 Euro/Tonne). Auch die Preise für Mais und Raps haben sich sprunghaft nach oben entwickelt. Ebenso zeigt der Preis für Schweinefleisch deutlich steigende Tendenzen. 

Länder solidarisch unterstützen

„Auch wenn die Lebensmittelversorgung bei uns sichergestellt ist, können die Folgen des Krieges für die Nahrungsmittelversorgung in anderen Regionen der Welt gravierende Folgen haben. Hier sehe ich es als unsere humanitäre Verpflichtung, diese Länder solidarisch zu unterstützen. Weltweite Solidarität ist gefordert, um Hungersnöte zu verhindern. Es ist gut, dass die Agrarministerinnen und Agrarminister der G7 am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen“, so Heinen-Esser.

EU und Deutschland hat einen hohen Selbstversorgungsgrad

Während die EU und Deutschland einen hohen Selbstversorgungsgrad mit Brotgetreide, Kartoffeln, Zucker und tierischen Produkten aufweisen, steht zu befürchten, dass sich die Kriegsfolgen unmittelbar auf die Ernährungssituation in Nordafrika, der Türkei und in asiatischen Ländern als Hauptimporteure von russischem und ukrainischen Weizen auswirken.

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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