Weihnachtsmarkt Schermbeck im Stil des 19. Jahrhunderts

Am 15. und 16. Dezember 2012 erleben die Besucher ein neues Konzept für die Weihnachtszeit. Neues Weihnachtsfeeling in Schermbeck beim 1. historischen Weihnachtsmarkt.

Weihnachtsmärkte sind in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus der Erde geschossen. Ermüdungserscheinungen blieben nicht aus. Immer mehr Organisatoren von Weihnachtsmärkten beklagen rückgehende Besucherzahlen. Auch der seit 1976 von der Werbegemeinschaft Schermbeck alljährlich durchgeführte Weihnachtsmarkt folgte dem Trend geringer werdender Besucherzahlen.

In dieser Situation kam ein Angebot der GAGU-Zwergenhilfe gerade recht. Die Gruppe hatte jahrelang das Schermbecker Weihnachtsdorf am Rathaus betreut und wollte diese Aktion nicht mehr fortsetzen, sondern etwas Neues präsentieren. GAGU-Sprecherin Gudrun Gerwien und Gaby Schmitt hatten das Charles-Dickens-Festival in den Niederlanden kennen gelernt. Ihr Vorschlag, etwas Ähnliches in Schermbeck zu starten, stieß bei der Werbegemeinschaft auf offene Ohren.

Am 15. und 16 Dezember können die Besucher auf der für den Verkehr gesperrten Mittelstraße zwischen dem Sportgeschäft „Aktimo“ und der Ludgeruskirche miterleben, wie Menschen im 19. Jahrhundert gelebt haben. Bis Ende Oktober hatten sich bereits mehr als 100 Bürger gemeldet, die zur Vermittlung des historischen Flairs beitragen wollen. WG-Vorsitzender Wolfgang Lensing zeigte sich bereits im Juli während einer Pressekonferenz beeindruckt von dem Einfallsreichtum der Schermbecker, die auf heimischen Speichern fündig wurden bei der Suche nach alten Kleidungsstücken.

Historische Handwerksstände wird man am 15. und 16. Dezember ebenso auf der Mittelstraße in Augenschein nehmen können wie Straßenkinder, die ihre Fertigkeiten als Taschendiebe testen wollen, und Frauen, die am Waschbrett zeigen, wie lange vor Erfindung der elektrisch betriebenen Waschmaschine im Jahre 1901 schmutzige Kleidungstücke gereinigt werden konnten. An einem Lehmofen soll Fladenbrot gebacken werden. Ob jemand den Vorstellungen Wolfgang Lensings entspricht und als betrunkener Bierkutscher vor einem Fass Bier sitzen wird, bleibt abzuwarten. Eines steht fest: Beim Bummel werden den Besuchern jede Menge Leute begegnen, die Spaß an der Verkleidung haben.

Marktbeschicker dürfen nur dann ihren Stand auf der Mittelstraße aufbauen, wenn sich das Aussehen des Standes dem Thema „19.Jahrhundert auf der Mittelstraße anpasst. H.Sch.