Klassikliebhaber kamen am Donnerstagabend im Innenhof des Wasserschlosses Raesfeld auf ihre Kosten. Mit Werken von Mozart, Mendelssohn und Dvořák eröffnete die festival:philharmonie westfalen die Musiklandschaft Westfalen. Klarinettist Wenzel Fuchs und Dirigent Michael Zlabinger gestalteten den Auftakt.
Premiere für Bürgermeister Dirk Kuhmann
Für Dirk Kuhmann war die Begrüßung eine Premiere. Er eröffnete die Musiklandschaft Westfalen erstmals als Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld.

„Einen wunderschönen guten Abend. Als Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld darf ich Sie herzlich im Innenhof des Wasserschlosses begrüßen“, sagte Kuhmann. Die historische Anlage biete eine herrliche Kulisse. Die Gemeinde freue sich, diese Veranstaltung erneut in Raesfeld begrüßen zu dürfen.
„Es ist eine wundervolle Veranstaltung mit vielen hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Genießen Sie die Musik und die Atmosphäre“, sagte Kuhmann.

Raesfeld als musikalisches Wohnzimmer
Intendant Dirk Klapsing begrüßte das Publikum von der Bühne. Der Blick in den Innenhof sei für ihn immer wieder ein schönes Bild.
„Raesfeld ist für uns das, was Wimbledon für Boris Becker war: unser Wohnzimmer“, sagte Klapsing. Die Musiklandschaft Westfalen sei 2009 herzlich in Raesfeld aufgenommen worden. Zunächst hätten die Konzerte auf der Wiese stattgefunden, seit 2013 nutze das Festival den Innenhof des Wasserschlosses.
„Wir haben es nicht einmal bereut, nach Raesfeld gekommen zu sein“, sagte Klapsing. Das liege an der Kulisse, an den Menschen und an der Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung. Diese unterstütze die Veranstaltungen seit 17 Jahren kooperativ.

Mendelssohn eröffnet den Konzertabend
Die festival:philharmonie westfalen begann das Programm unter der Leitung von Michael Zlabinger mit der „Sommernachtstraum-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mendelssohn schrieb das Werk 1826 im Alter von 17 Jahren. Die Musik greift die Stimmung von William Shakespeares Komödie auf und wechselt zwischen leisen, schnellen Streicherpassagen und kraftvollen Orchestermomenten.
Damit passte die Ouvertüre zum sommerlichen Open-Air-Auftakt im Schlossinnenhof. Sie bereitete zugleich den Übergang zum Solokonzert des Abends vor.

Wenzel Fuchs spielt Mozarts Klarinettenkonzert
Anschließend trat Wenzel Fuchs als Solist auf die Bühne. Der gebürtige Innsbrucker gehört seit 1993 als Solo-Klarinettist zu den Berliner Philharmonikern. In Raesfeld spielte er Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur KV 622, eines der bekanntesten Werke für dieses Instrument. Die Berliner Philharmoniker bezeichnen es als vermutlich berühmtestes Klarinettenkonzert überhaupt.
Mozart vollendete das Konzert 1791, wenige Wochen vor seinem Tod. Der erste Satz verbindet bewegliche Läufe mit ruhigen Passagen. Im langsamen Adagio entfaltet die Klarinette eine gesangliche Melodie, bevor das Rondo das Werk lebhaft abschließt.

Klänge aus der „Neuen Welt“
Nach der Pause folgte Antonín Dvořáks neunte Sinfonie in e-Moll. Der tschechische Komponist schrieb das Werk während seines Aufenthalts in den USA. Die Sinfonie wurde 1893 in New York uraufgeführt und trägt den Beinamen „Aus der neuen Welt“.
Die vier Sätze verbinden ruhige Melodien mit kräftigen Rhythmen und markanten Bläserpassagen. Besonders bekannt ist das Largo mit seinem ausgedehnten Englischhornsolo. Im Schlusssatz greift Dvořák musikalische Gedanken aus den vorherigen Teilen wieder auf und führt sie zusammen.
Mit Mendelssohn, Mozart und Dvořák spannte das Eröffnungskonzert einen Bogen von einer sommerlich leichten Ouvertüre über ein Solokonzert bis zu einer groß besetzten Sinfonie. Das Programm stellte Wenzel Fuchs, die festival:philharmonie westfalen und Dirigent Michael Zlabinger in den Mittelpunkt.































