Von „Koffieköpkes“ und „Brejpottspöllers“

Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Erle

Erle (pd). Auf ein Jahr voller Aktivitäten konnte der Vorsitzende Klaus Werner auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Erle wieder in Wort und Bild zurückblicken.

Verschiedene Gruppen des Vereins führten ihre Projekte fort oder brachten sie zum Abschluss.

So konnten die 13. und 14. Geschichtsstation des Heimatvereins aufgestellt werden. Beide erinnern an der Rhader Straße an militärische Ereignisse bzw. Geschichte in Erle, die eine an die im Jahre 1920 von rechtsgerichteten Freikorpssoldaten erschossenen fünf Angehörigen der roten Armee, auch Spartakisten genannt, die andere an die Natoanlage in Erle in der Zeit des Kalten Krieges.

Heimatverein Erle
Hannes Nagel, Norbert Sabellek und Bernd Cluse stellten die selbst gefertigten Vogelkästen vor: Fledermauskasten, Kauzniströhre und Meisenkasten

Berichte aus den Gruppen

Doch neben der Heimatgeschichte zählen weit mehr Gebiete zur Arbeit des Heimatvereins. Die Fotogruppe, die sich den markanten plattdeutschen Namen „Koffieköpkes“ gegeben hat, füllt in ihrer Archivarbeit mittlerweile den 17. Ordner mit alten Fotos. Neben der Sammlung von Fotos und Totenzetteln dokumentiert die Gruppe neuerdings auch wiederkehrendes kirchliches und weltliches Dorfbrauchtum wie Fronleichnamsprozessionen und Schützenfeste im Wandel der Zeit. Leider verstarb im letzten Jahr die langjährige Mitarbeiterin Franziska Frerick. Die Rentnergruppe hat ihre Werkstatt auf dem Hof Kempken vollständig eingerichtet. Dort werden vor allem Nisthilfen für verschiedene Vogelarten hergestellt. Die „Brejpottspöllers“, die Plattdeutsch-AGs des Heimatvereins, spielen auf ihrer Tournee mittlerweile vor mehreren Seniorengruppen und auf Brauchtumsveranstaltungen in Erle und Umgebung. Für den 3. Juli ist in Erle wieder ein plattdeutscher Märchennachmittag geplant. Die plattdeutsche Theatergruppe des Heimatvereins plant die Aufführung des Stückes „Ohme Hermann un de Plunderbuxen“. Zum ersten Mal wurde eine hochdeutsche Vorlage von Arthur Vinken und Hannes Kempken in Erler Platt übertragen. In dem Stück geht es um das leidige Thema Erben. Anders als früher werden die Karten für die 6 Vorstellungen an bestimmten Terminen (30.09., 2.10.) im Heimathaus verkauft.

In diesem Jahr soll endlich die lange geplante Babywiese hinter der Erler Mühle in Angriff genommen werden. Dort haben die Eltern von Neugeborenen die Möglichkeit, für ihr Kind einen Miniobstbaum zu pflanzen. Aus verschiedenen Spenden ist jetzt auch eine ausreichende finanzielle Grundlage für das Projekt vorhanden.

Jahresprogramm 2016

Am 26. April wird der Heimatverein die Kaffeerösterei Küper in Heiden besichtigen. Die ausgefallene Besichtigung des Schlosses Lembeck wird am 28. Mai nachgeholt. Das offene Singen muss vom 19. Juni auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, weil am selben Tag eine Jubiläumsveranstaltung des Kirchenchores stattfindet. Der Heimatverein beteiligt sich im Juli am Tag der Vereine in Raesfeld. Am 17. und 18. September ist im Heimathaus ein Haus der offenen Tür mit verschiedenen Aktionen vorgesehen. Der diesjährige Brauchtumsnachmittag findet am 20. November statt. Die Georgskirche im Schermbeck soll im Januar des nächsten Jahres besucht werden.