Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ lud zu einem Diskussionsabend ein

Am Mittwochabend zerbrach sich die Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ noch den Kopf darüber, wie sie das Gebäude im Raesfelder Dorfkern erhalten, oder vor dem Abriss schützen können.

Am nächsten Tag (Donnerstag) stand fest: Die Pfarrgemeinde St. Martin hat das Gebäude gekauft und möchte hier ein Pfarrheim errichten.

Rund 150 Raesfelder folgten am Mittwochabend der Einladung der Bürgerinitiative „Rettet Aelkeshof“. Unters Volks mischten sich, als einzige Gemeindevertreter, Holger Lordick, Bündnis 90/Die Grünen und Elke Rybarczyk SPD.
„Wir von der Bürgerinitiative möchten, dass das Gebäude in der jetzigen Form erhalten“, sagte Eingangs der Sprecher der BI Michael Hoffman.

Ursula Schwane und Michael Hoffmann von der Bürgerinitiative

Schwache Unterschriftenaktion

Dass die Unterschriftenaktion zum Erhalt des Gebäudes etwas schwächelt, darüber ist Hoffmann enttäuscht. „Wir glaubten, dass uns die Herzen nur so zu fliegen“, so Hoffmann, und verwies auf der Unterschriftenaktion, wo gerade mal bis gestern rund 250 Befürworter sich eingetragen haben.

„Dies sind gerade mal fünf Prozent von wahlberechtigten Bürgern die sich eingetragen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 95 Prozent der Raesfelder es egal ist, was aus dem Aelkeshof wird“, so Hoffmann, der an diesem Abend „beunruhigendes“ fürchtete.

Kontaktaufnahme gescheitert

Besonders dicke Luft kam auf, als es um das Schweigen und Mauern aus den Reihen der Gemeinde, der Kirche, der politischen Fraktionen und dem Besitzer ging. „Ich habe versucht, mit allen politischen Fraktionen zu sprechen. CDU – keine Info, Bündnis 90/Die Grünen, keine offizielle Antwort, Keppelhoff-Niewerth, keine Antwort“, so Gisela Schwane. Lediglich Martin Tesing, 1. Beigeordneter der Gemeinde äußerte sich insoweit, dass angeblich noch nichts entschieden sei und versicherte, dass während der Sommerpause sich nichts am Status quo ändern werde. Danach wird das Thema im Verbund mit Haus Epping, Kolpinghaus und Pfarrhaus sicherlich auf die Tagesordnung kommen und wird auch in öffentlicher Sitzung zur Debatte stehen.

Ebenso Pastor Michael Kenkel. Dieser teilte mit, dass es nach dem Urlaub ein Gespräch geben wird. Lediglich die UWG sagte: Es gibt Ansätze, aber wir werden uns nicht auf den ersten Ansatz einlassen.

Nicht mauern

Politiker sollten Informationen geben und nicht mauern. Dies war der allgemeine Tenor an diesem Abend.
Dazu Holger Lordick: Der Aelkeshof unterliegt dem Bereich der Vertragsangelegenheit und gehört zum „nicht öffentlichen Teil“ einer jeden Ratssitzung.

 

Flagge zeigen

Was wird aus „Aelkeshof“? Viele Fragen, keine Antworten. Dafür zeigte sich Elke Rybarczyk von der SPD solidarisch: „Wenn sie und ihre Initiative der Meinung sind, dass unser Engagement hilfreich sein kann, sind wir auf jeden Fall mit dabei“.

Flagge zeigte der neue FDP-Ortsverband: „Die Freien Demokraten FDP im Ortsverband Raesfeld teilen inhaltlich die Zielsetzung der Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ und bekunden ihnen gegenüber ihre Solidarität“.

Alte Erinnerungen

Vieles an diesem Abend erinnerte an die langen und schwierigen Verhandlungen in Erle, als der Heimatverein um den Erhalt des alten Pfarrheims kämpfte. „Wo kommen wir hin, wenn wir das, was wir in unserem Herzen tragen, nicht nach draußen bringen können“, so Norbert Sabellek, Vors. Heimatverein Erle.

Kolpinghotel und Pfarrheim

Gute Ideen hinsichtlich zum Erhalt von Aelkeshof führte Ursula Schwane auf.

  • Es bleibt Gaststätte und Hotel. Das sei wichtig für die Gemeinde, die mit dem Slogan wirbt: Raesfeld einladend. „Was nützt der schönste Slogan, wenn wir keine Betten und Hotels haben, hinterfragte Schwane.
  • Offenes Bürgerzentrum, wo alle Vereine einen Platz finden und das Haus mit viel dörflichen Leben füllen.
  • Wenn es ein Pfarrheim werden sollte, dann beides, kombiniert mit einem Kolping-Hotel für Wandergesellen. Diese Lösung wäre perfekt für den Aelkeshof und architektonisch machbar.
  • „Wir müssen vielseitig bleiben und dem Tourismus keinen ausgestorbenen Ortskern bieten. Lasst den Bagger noch in der Garage. Lasst uns diskutieren, zum Erhalt des Gebäudes“, setzte als Schlusspunkt Ursula Schwane hinzu.

Alles muss weg

  • Dazu Elke Rybarczyk: Was ist vom Charme des Ortes geblieben, als ich vor 21 Jahren nach Raesfeld zog? Vieles wurde abgerissen. Die Strategie der Politik ist: Altes muss weg. Was wird errichtet? Ein Gebäude, hässlicher als das andere. Was bleibt uns aber in unserer schnelllebigen Zeit noch?
  • Reinhard G. Nießing: Es gibt eine gewisse Arroganz innerhalb der Fraktionen und wenn dieses Machtkartell, Eigentümer, Pfarrgemeinde und Politik zusammen spielen, dann haben einfache Bürger ganz wenig Chancen sich Informationen holen zu können. Petra Bosse

Wer für die  Aktion „Rettet Aelkes“  unterschreiben möchte, in fast allen Raesfelder und Erler Geschäften liegen die Unterschriftenlisten aus.

Mehr Informationen über die Bürgerintiative gibt es auf deren Homepage unter www.rettetaelkes.de oder auf Facebook.

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