Kreis Borken und die Städte Ahaus, Borken und Gronau werben für Aufnahme von Pflegekindern als Alternative
Kreis Borken (pd). Zwölf Adoptionen sind im vergangenen Jahr über die Adoptionsvermittlungsstelle, die der Kreis Borken mit den Städten Ahaus, Borken und Gronau betreibt, abgewickelt worden. Das ist eine Adoption weniger als im Jahr 2009. Dabei handelt es sich nur in drei Fällen um die Adoption fremder Kinder. Im Jahr zuvor hatten Eltern noch in fünf Fällen fremde Kinder adoptiert. Von der Mehrheit der Adoptionen sind Verwandte bzw. Stiefkinder betroffen. Im vergangenen Jahr war das neun Mal der Fall, im Jahr zuvor acht Mal.
Aktuell liegen Bewerbungen von 32 Paaren vor, die Adoptiveltern werden wollen. Eine realistische Hoffnung auf die Adoption eines fremden Kindes können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises und der Städte aber nur wenigen von ihnen machen. „Der Vielzahl der Bewerber, die sich eine Fremdadoption wünschen, steht eine nur kleine Zahl an Kindern gegenüber, die zur Adoption freigegeben werden“, erklärt Josef Rolvering von der Vermittlungsstelle in Stadtlohn. Nur wenige Eltern, die ihr Kind nicht selbst versorgen können, seien bereit, in eine Adoption mit allen Konsequenzen einzuwilligen. Eine Alternative für Paare, die ein Kind aufnehmen wollen, sei die Vermittlung eines Pflegekindes, um das sich die Familie dann dauerhaft oder vorübergehend kümmert.
Die Anforderungen, denen sich eine Familie bei der Aufnahme eines Pflege- oder Adoptivkindes stellen muss, sind nicht zu unterschätzen, betont Josef Rolvering. „Alle Interessenten müssen sich bewusst sein, dass sie ein Kind fremder Eltern aufnehmen und diese Besonderheit in ihr Leben und das des Kindes zu integrieren ist.“ Die Fachkräfte in der Adoptionsvermittlungsstelle und den Pflegekinderdiensten bereiten Bewerber intensiv darauf vor, damit sie entsprechendes Einfühlungsvermögen in kindliche Bedürfnisse und Belastbarkeit entwickeln können. Auf der einen Seite werden Bewerberpaare geschult und „überprüft“, auf der anderen Seite ist die Aufnahme eines Kindes ein sehr freudiges und besonderes Ereignis und zudem entwickeln sich die vermittelten Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten in den Pflege- und Adoptivfamilien sehr gut.
Nähere Informationen, auch zur Aufnahme eines Pflegekindes, gibt es bei der „Gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle der Städte Ahaus, Borken, Gronau und des Kreises Borken“ im Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung Borken, Nebenstelle Stadtlohn, unter der Telefonnummer 02563/9698-0 sowie bei den Jugendämtern der Städte Ahaus, Borken und Gronau.



























