Umgang mit dem Thema Pflege ist keinesfalls pflegeleicht

Caritasverbände gehen voran  / Aktionswoche mit großer Pflegemesse und Podiumsdiskussion mit Ex-Ministerin Ulla Schmidt / Kommende Woche mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen / Motto: „kompetent-zuverlaessig-immer“

Kreis Borken (cpg-press). Der Themenkomplex Pflege ist keinesfalls pflegeleicht zu behandeln. Deshalb gehen vier Caritasverbände an die Öffentlichkeit, um mit einer Fülle von Veranstaltungen Aufmerksamkeit zu erzeugen. In der kommenden Woche, vom 10. bis 15. Oktober, startet eine Aktionswoche in den vier Caritasverbänden Ahaus/Vreden, Borken, Coesfeld und Kleve. Mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Abschluss ist kommenden Freitag, 14. Oktober (18 bis 20 Uhr), eine große Pflegemesse im Borkener „Vennehof“ (ab 16 Uhr) mit anschließender Podiumsdiskussion: „Pflege trifft Politik!“ (18 bis 20 Uhr

In der Borkener Stadthalle „Vennehof“ dürfte es vermutlich eine lebhafte Debatte geben, schätzen die Caritasverbände, wenn Politik, Pflege und Wissenschaft aufeinandertreffen. Mit dabei ist die Expertin und frühere SPD-Gesundheitsministerin, Bundestagsmitglied Ulla Schmidt. Außerdem sitzt Deutschlands Spitze aus dem Bereich Pflege am Podium in Borken:

Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates; Dr. Klaus Wingenfeld, Geschäftsführer des Instituts Pflegewissenschaft Bielefeld; Landesministerialrat Markus Leßmann, im Landesministerium zuständig für Pflege, Alter, demografische Entwicklung; Ludger Risse,  Vorsitzender des Landespflegerates NRW; Matthias Mört, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Krankenpflegekräfte e. V. (BALK) und Fachleiter beim Caritasverband Borken; Moderator der Podiumsdiskussion ist Kurt Georg Ciesinger von der Firma „gaus, medien, bildung, politikberatung“.

„Wir wollen durchaus Akzente setzen, sozialpolitisch und gesellschaftlich“, teilten die Veranstalter in einer Pressemitteilung mit – dies umso mehr, da sich im „Jahr der Pflege“, das die Bundesregierung für 2011 ausgerufen hat, bisher in Sachen Pflegereform nicht viel bewegt habe, erklärten die Caritasverbände vor der Presse in Borken.

Die Pflege und deren Reform gelte weiter „als großes Problem, das die Gesellschaft nur gemeinsam angehen kann“, erklärte Matthias Brinkmann, Geschäftsführer des Caritasverbandes Borken.

Er belegt dies mit Zahlen: 50.000 Pflegekräfte fehlen aktuell, im kommenden Jahrzehnten dürfte die Zahl auf mehr als 100 000 anwachsen. Die berufliche Verweildauer liege bei nur acht Jahren – viele Problemfelder, auch finanzieller Art, müssen gelöst werden, fordert Brinkmann: „Wir könnten in Borken sofort 15 bis 20 Ausbildungsplätze in der Pflege anbieten, aber nur zwei bis drei finanzieren. Außerdem sind die Schulklassen an unseren sechs staatlich anerkannten Altenpflegefachseminaren in Ahaus, Rhede, Rheine, Dorsten, Oer-Erkenschwick und Ibbenbüren voll. Und wir haben wegen finanzieller Zwänge keine Chance, die Klassen zu erweitern.“

• Die lokalen Veranstaltungen in den jeweiligen Verbänden sind für alle Besucher und Interessenten – bis auf wenige Ausnahmen – kostenfrei. Die Caritas-Pflege & Gesundheit informiert in der gesamten Bandbreite zum Thema „kompetent-zuverlaessig-immer“. Das Spektrum reicht von „rechtlichen Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ über „Wohnen im Alter“ oder „TROTZDEMenz … kann es mir gut gehen“ bis zur „Begleitung Demenzkranker in ihrer letzten Lebensphase“.

Matthias Mört und Matthias Wittland, die die Kampagne mit vielen Caritas-Mitarbeitern vorbereitet haben: „Da steckt eine Menge Herzblut drin. So viele Infos zu diesen Themenbereichen – das hat es im Westmünsterland noch nicht gegeben.“

• Infos über die Veranstaltungen in den Caritasverbänden Ahaus/Vreden und Borken: siehe unten.

• Infos gibt es auch im Internet: www.kompetent-zuverlaessig-immer.de

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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