Überfüllte Altkleidercontainer sorgen im Kreis Borken immer wieder für Beschwerden. Das Rote Kreuz erklärt nun, warum die Leerung schwieriger geworden sei und welche Probleme durch Fremdmüll und abgestellte Säcke entstünden.
Mehr Kleidung, schlechtere Qualität
Nach Angaben des Roten Kreuzes habe sich die Situation bei der Altkleidersammlung in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Durch Fast Fashion und veränderte Konsumgewohnheiten lande mehr Kleidung in den Sammelcontainern. Gleichzeitig habe die Qualität vieler Textilien nachgelassen.
Hinzu komme, dass sich gewerbliche Anbieter zunehmend aus der Altkleidersammlung zurückgezogen hätten. Nach Einschätzung des Roten Kreuzes sei die Sammlung für viele Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv.
„Wir verstehen, dass ein voller Container für Bürgerinnen und Bürger ärgerlich ist. Gleichzeitig ist von außen häufig nicht sichtbar, vor welchen Herausforderungen wir bei der Altkleidersammlung inzwischen stehen“, erklärt Sabina Pohla, Leiterin Inklusionsbetriebe beim Roten Kreuz im Kreis Borken.
Container werden wöchentlich geleert
Die Container des Roten Kreuzes würden grundsätzlich einmal pro Woche geleert. Wenn Personal und Logistik es zuließen, organisiere das DRK zusätzliche Fahrten.
Eine kurzfristige Sonderleerung könne jedoch nicht für jeden Standort und zu jedem Zeitpunkt zugesichert werden.

Fremdmüll kostet zusätzliche Zeit
Ein weiteres Problem sei der zunehmende Anteil an Fremd und Restmüll in und neben den Containern. Mitarbeitende fänden dort unter anderem Essensreste, Spielzeug, Plastik, Verpackungen, Windeln und weiteren Restmüll.
„Das Aussortieren und Entsorgen von Fremdmüll kostet Zeit, die anschließend bei der Leerung anderer Container fehlt“, sagt Pohla. „Wenn unsere Mitarbeitenden weniger Zeit mit diesen zusätzlichen Arbeiten verbringen müssten, könnten sie in derselben Zeit mehr Container leeren und schneller auf volle Standorte reagieren.“
Das Rote Kreuz bittet darum, nur saubere und tragbare Kleidung in verschlossenen und gut zugebundenen Beuteln einzuwerfen. Stark verschmutzte, zerschlissene oder nicht mehr tragbare Textilien gehörten je nach Entsorgungsmöglichkeit in den Restmüll oder in dafür vorgesehene Sammelcontainer.
Keine Säcke vor volle Container stellen
Ist ein Altkleidercontainer bereits voll, sollten Säcke nicht davor oder daneben abgestellt werden. Diese müssten von den Mitarbeitenden zusätzlich aufgenommen und sortiert beziehungsweise entsorgt werden.
Das DRK empfiehlt, nach Möglichkeit einen anderen Altkleidercontainer in der Umgebung zu nutzen. Volle Container könnten außerdem beim Roten Kreuz gemeldet werden. Anschließend werde geprüft, ob eine zusätzliche Leerung möglich sei.
Gut erhaltene und hochwertige Kleidung könne auch direkt in den KARO Second Hand Kaufhäusern des Roten Kreuzes in Bocholt und Borken abgegeben werden.
DRK fordert langfristige Lösung für Textilsammlung
Zusätzliche Leerungen allein könnten die Probleme nach Ansicht des Roten Kreuzes nicht dauerhaft lösen. Hoffnung setze der Verband unter anderem auf die geplante erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien.
Hersteller sollen künftig stärker an den Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung beteiligt werden. Die daraus entstehenden Mittel sollten aus Sicht des Roten Kreuzes dazu beitragen, bestehende Sammelstrukturen zu sichern und gemeinnützige Träger zu unterstützen.
„Wir tun vor Ort alles, was im Rahmen unserer Möglichkeiten machbar ist, um die Altkleidersammlung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig braucht es langfristig Lösungen, die die gesamte Struktur der Textilsammlung in den Blick nehmen“, betont Sabina Pohla.
Weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen stellt das Rote Kreuz im Kreis Borken auf seiner Internetseite bereit: Fragen und Antworten

























