In den Räumen der Kita „Villa Purzelbaum“ stiegen die Temperaturen im Sommer auf mehr als 30 Grad. Der Raesfelder Rat berät deshalb am Montag, 21. September 2026, über das weitere Vorgehen. Die Verwaltung schlägt ein Klimaanpassungskonzept für alle kommunalen Gebäude vor.
Ausgangspunkt ist eine Anregung des Elternrates der Kita „Villa Purzelbaum“. Dieser hatte den Rat im Juli gebeten, Klimageräte in den Räumen installieren zu lassen. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Gebäudes, Mieter und Träger ist der Kreissportbund Borken.
Der Rat beauftragte die Verwaltung daraufhin, Übergangslösungen und weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung zu prüfen. Nun liegt das Ergebnis für die öffentliche Ratssitzung vor.
Obergeschoss besonders von Hitze betroffen
Nach Angaben der Kita-Leitung seien die Temperaturen während der Hitzeperiode am Nachmittag auf mehr als 30 Grad gestiegen. Betroffen waren vor allem zwei Gruppenräume und ein Schlafraum im Obergeschoss.
Der Kreissportbund habe in den vergangenen Jahren bereits zusätzliche Bäume gepflanzt, Sonnenschutzfolien anbringen lassen sowie Vorhänge und Sonnensegel installiert. Weitere Investitionen könne der Träger nach eigener Aussage nicht aus den gesetzlich festgelegten Pauschalen des Kinderbildungsgesetzes finanzieren.
Nach dem Mietvertrag müsste der Kreissportbund die Kosten für Eingriffe in die technische Gebäudeausstattung übernehmen. Dazu zählen Arbeiten an Elektrik, Heizung und Lüftung. Auch die katholische Kirchengemeinde, die mehrere Kitas in Raesfeld betreibt, setze vorrangig auf baulichen und technischen Sonnenschutz.
Nachtauskühlung könnte Alternative sein
Als mögliche Alternative zu klassischen Klimaanlagen nennt die Verwaltung eine aktive Nachtauskühlung. In jedem der drei betroffenen Räume könnten zwei Ventilatoren eingebaut werden. Ein Gerät würde nachts kühlere Außenluft hineinführen, das andere die warme Raumluft nach außen leiten.
Die geschätzten Kosten liegen laut Vorlage zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Wie wirksam das System arbeitet, hänge von den nächtlichen Temperaturen ab. Beim Neubau der Kita „Holzwurm“ in Erle plant die Gemeinde bereits eine solche Anlage.
Ob die Ventilatoren auch in der „Villa Purzelbaum“ eingebaut werden, soll jedoch erst im Rahmen des geplanten Klimaanpassungskonzeptes geprüft werden.
Klimaanlagen könnten die Raumtemperatur zwar wirksam senken. Nach den Gesprächen der Verwaltung mit Trägern und Fachfirmen gebe es jedoch unterschiedliche Einschätzungen zu ihrem Einsatz in Kindertagesstätten. Berücksichtigt werden müssten gesundheitliche, technische, energetische und wirtschaftliche Aspekte.
Konzept soll alle öffentlichen Gebäude erfassen
Die Verwaltung möchte den Hitzeschutz nicht allein für die „Villa Purzelbaum“ untersuchen. Der Gemeinde gehören zahlreiche öffentliche Gebäude, darunter Schulen, weitere Kindertagesstätten, Sporthallen, Jugendhäuser, Museen und das Rathaus.
Das Klimaanpassungskonzept soll zunächst den Handlungsbedarf erfassen und mögliche Maßnahmen nach Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten. Anschließend könne die Gemeinde Prioritäten festlegen. Die Anregung des Elternrates soll ausdrücklich in die Untersuchung einfließen.
Hintergrund ist die im Sommer 2026 beschlossene Klimaanpassungskonzeptverordnung. Sie soll voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten und Kommunen zur Erstellung eines solchen Konzeptes verpflichten.
Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Verwaltung mit den notwendigen Vorbereitungen zu beauftragen. Für die Kita „Villa Purzelbaum“ sollen insbesondere der sommerliche Wärmeschutz und die aktive Nachtauskühlung geprüft werden. Über den Vorschlag entscheidet der Rat am 21. September.

























