Borken. Wer Körper und Geist gesunderhalten möchte, findet in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ein Fundament. Eine von fünf Säulen der Lebensweise ist dabei die chinesische Ernährung, auch Diätetik genannt.

Der Unterschied zur herkömmlichen Ernährungsberatung liege darin, dass sie sehr individuell und nicht pauschal ist: „Wir schauen uns den Menschen von Kopf bis Fuß an“, betont Anne Göhler des Instituts für Traditionelle Chinesische Medizin in Borken. Sie ist zertifizierte und ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin nach chinesischer Lehre.

 TCM betrachtet den Menschen ganzheitlich

So werden neben den Ernährungsgewohnheiten auch die Lebensumstände wie z.B. Bewegung, Stress, soziale Verbindungen angesprochen. 

Die TCM bildet einen wertvollen Baustein für das allgemeine Wohlbefinden und dient der Prävention von Erkrankungen und der Therapie von akuten und chronischen Krankheiten:

„Bei der Traditionellen Chinesischen Medizin spricht man nicht von Krankheiten sondern Disharmonien“, erklärt Vuk Mladzic, Inhaber des Instituts. „Es geht immer darum, dass das Qi, die Lebensenergie, in allen Bereichen fließen kann und im Einklang ist.“

Seit Mai 2018 führt er das Institut für Chinesische Medizin, dass er vom Deutschen Roten Kreuz übernahm. Mladzic nutzt neben der Diätetik auch die anderen vier Säulen der TCM: Akupunktur, Kräuterkunde, Shiatsumassagen und Bewegungen aus dem Qi Gong.

Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern schaut der Heilpraktiker ganzheitlich auf die Patienten, die herkommen. So arbeitet das Team Hand in Hand daran, die Lebensenergie in Einklang zu bringen.

Anne Göhler. „Die Ernährungsberatung hat sich vielfach bewährt“. So habe das Institut schon vielen Menschen unter anderem beim Wunsch zur Gewichtsreduktion helfen können. Sie erfasst den Menschen individuell und ganzheitlich und kann den Behandlungsverlauf effektiv unterstützen.

Die Lehre der Lebensmittel

„Lebensmittel werden traditionell betrachtet wie Medizin angesehen“, erklärt die Expertin. Schon lange spielen Ernährung und Medizin in der TCM ineinander, haben denselben Ursprung: „Das richtige Essen kann krank machende Faktoren zurückschlagen, die Zang Fu (Organe) harmonisieren, den Geist anregen und Qi und Blut stärken“, sagte einst Sun Simiao. Er war Arzt in der Tang Dynastie in China (618 bis 907 nach Christus).

Kennzeichnend für die chinesische Diätetik ist die qualitative Charakterisierung der Lebensmittel im Hinblick auf ihre Wirkung beim Menschen.  

Eine Zitrone, auch wenn sie bei Erkältung heiß getrunken wird, ist laut TCM kalt. „Das ist nicht so positiv, wenn ein Mensch ohnehin schon viel fröstelt“ Hier helfe eher ein Ingwer-Tee, der Hitze und Wärme liefert, um das Qi – den Energiefluss – in Schwung zu bringen: „Jedes Lebensmittel hat eine eigene Wirkung auf die Organe“.

Welche Wirkung welches Lebensmittel auf die Organe hat, verraten die fünf Geschmacksrichtungen: Süß, salzig, scharf, bitter und sauer. Bitter sei für das Herz empfehlenswert. Sauer unterstützt z.B. die Leber: „Es gibt keine strengen Verbote. Es gibt geeignete und weniger geeignete Lebensmittel.

Die Patienten müssen keine komplizierten, asiatischen Gerichte kochen können. Sie müssen auch keine fernöstlichen Pilze essen. Leckere Suppen, Aufläufe oder auch Lieblingsgerichte lassen sich einfach verändern, sodass sie uns gut nähren und nicht belasten. Der Genuss soll nie zu kurz kommen!“, erzählt Anne Göhler lachend.

„Es geht darum, was tut mir persönlich in meiner momentanen Situation gut. Gewusst wie! Die Patienten erhalten daher neben den Empfehlungen auch Rezepte. Kleine Veränderungen wie z. B. ein warmes Frühstück oder die Verwendung von Gewürzen können schon positive Wirkungen haben.  Eine uralte, komplexe und faszinierende Wissenschaft, die uns modernen Menschen heutzutage unkompliziert und effektiv helfen kann!“

Selbstfürsorge kommt an erster Stelle

Sie würde sich wünschen, dass die Menschen mehr ihre Chance erkennen, wie viel sie selbst beeinflussen können. „Viele Menschen pflegen ihr schönes Auto, aber was sie essen, ist ihnen egal.“, überlegt Göhler. „Das Thema Selbstfürsorge verdient doch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Es ist nicht egal, was der Mensch isst. Ernährung und Bewegung beeinflussen die Lebensenergie positiv.“

Auch die Jahreszeit beeinflusst Körper und Geist: „Es ist Teil der Natur, im Winter alles ruhiger anzugehen und mehr zu schlafen. Doch wir haben verlernt, im Winter mehr zu ruhen.“, erklärt Vuk Mladzic.

Termine können auf Anfrage montags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr ausgemacht werden. Weitere Infos rund um das Angebot der TCM gibt es unter https://www.tcm-borken.de/

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Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.

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