Spruch am Sonntag!

Hier in Erle steht eine Familie vielleicht nach einem Schwel(l)brand ihrer Wohnung so kurz vor Weihnachten quasi vor dem Nichts. Die Bewohner könnten all ihr Hab und Gut verloren haben und es gibt vielleicht noch nicht einmal eine vernünftige Unterkunft, wo der Weihnachtsbaum aufgestellt werden kann. Und was gibt es darüber zu sagen? Nichts! Nein, das ist so nicht richtig, es gibt eine ausschweifende Kritik an den Verfasser des Artikel „Schwel(l)brand in Erle“ und dessen Rechtschreibung. Wenn in China ein Sack Reis umkippt, ist dieses Ereignis von größerem Interesse, als die Schicksale von Hunger, Armut und Katastrophen der Menschen hierzulande und anderswo.

Was sind das für Menschen, die nichts anderes zu tun haben, als sich in den Fehlern anderer zu suhlen? Wäre nicht die Frage in diesem Fall menschlicher: Wie kann ich helfen, wie geht es weiter, wird etwas gebraucht oder kann ich etwas spenden? Sind die Menschen heute mit Informationen so überfüttert, dass Menschlichkeit und Schicksale niedriger angesiedelt sind, als ein Rechtschreibefehler um ein zu viel geschriebenes „L“?

„L“ steht für Liebe, und gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit haben wir die Aufforderung und die Möglichkeit, das „lieben“ wieder zu üben und in die Tat umzusetzen. Sind Christen nicht dazu aufgerufen zu helfen?

Traurig, dass viele Menschen ihre Energien darauf fokussieren, andere Menschen auf ihre Fehler aufmerksam zu machen, anstatt diese fantastischen Energien in Hilfe „FÜR ANDERE“ umzusetzen.