Ursula Schulte, SPD-Bundestagsabgeordnete

 Pflegebedürftige, Pflegekräfte und Angehörige müssen auf die Solidarität der Gesellschaft vertrauen. Das war die Kernbotschaft der gestrigen SPD-Fraktions-Vor-Ort zum Thema „Gute Pflege – was braucht es dafür?“, zu der die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte in das Burghotel Pass eingeladen hatte.

Kreis Borken/Südlohn (pd).Mit ihr diskutierten Gunnar Sander, Geschäftsführer der Sander-Pflege, der das aus den Niederlanden stammende Nachbarschaftsmodell „buurtszorg“ vorstellte. Auf dem Podium vertreten waren darüber hinaus Martina Nötzold vom Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe der Kreise Borken/Coesfeld sowie Anne Göring vom Pflegedienst Helfende Hände.

v. l. n. r.: Gunnar Sander, Geschäftsführer Sander Pflege - Konzept "buurtszorg", Ursula Schulte, SPD-MdB, Anne Göring, Pflegedienst Helfende Hände, Martina Nötzold, Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Kreis Borken / Kreis Coesfeld, Moderator Frank Liese Foto: Manfred Kuiper
v. l. n. r.: Gunnar Sander, Geschäftsführer Sander Pflege – Konzept „buurtszorg“, Ursula Schulte, SPD-MdB, Anne Göring, Pflegedienst Helfende Hände, Martina Nötzold, Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Kreis Borken / Kreis Coesfeld, Moderator Frank Liese Foto: Manfred Kuiper

Die meisten Pflegebedürftigen wollen in ihrer gewohnten Umgebung alt werden. Etwa zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zuhause – vorzugsweise von Angehörigen – gepflegt. „Wir als Kontaktbüro Pflegestelle organisieren hier die Selbsthilfe, weil wir wissen, dass die pflegenden Angehörigen den Austausch – als Fachleute in eigener Sache – den Austausch untereinander zwingend benötigen“, erläuterte Martina Nötzold ihre Aufgabe.

Für Anne Göring steht der Mensch im Mittelpunkt. „Als ambulanter Pflegedienst schauen wir uns die Bedürfnisse der – vor allem älteren Menschen – an und entwickeln auf dieser Basis ein individuelles Pflegekonzept.“ „Buurtszorg“, so Gunnar Sander, „sei ein aus den Niederlanden übernommenes Modell mit flachen Hierarchien.

Im Mittelpunkt stehen kleine, selbstorganisierte Teams von bis zu zehn Mitarbeiter, die in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet Pflege organisieren. Dazu gehöre auch der Aufbau eines Netzwerkes aus Familienangehörigen und Nachbarn sowie aus den Menschen, die am Pflegeprozess beteiligt sind. Dazu zählen Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser, Physiotherapeuten etc. Der Anspruch: Menschlichkeit geht vor Bürokratie.“

Bei der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die mehr als 80 TeilnehmerInnen selber Fachleute in eigener Sache waren, kamen sie doch aus den unterschiedlichen Pflegebereichen bzw. waren selber Betroffene, weil sie Angehörige zu pflegen hatten.

Sie interessierte vor allem, wie man das Pflegesystem zukunftssicher machen und die Belastungen der Pflegenden in den Begriff bekommen kann. Ursula Schulte wies in diesem Zusammenhang auf die laufenden Gesetzgebungsverfahren hin und nannte hier insbesondere das Pflege-Stärkungsgesetz mit dem neue Stellen in der stationären Altenpflege geschaffen und finanziert werden sollen, die Pflegeberufe-Reform, in der es unter anderem auch um eine angemessene Ausbildungsvergütung und die Abschaffung des Schulgeldes sowie die konzertierte Aktion Pflege der Bundesministerien für Arbeit und Soziales, Familien und Gesundheit.

„Für mich ist klar, dass noch ein harter steiniger Weg vor uns liegt.  Im Mittelpunkt unserer Pflegepolitik steht, dass wir eine gute und verlässliche Pflege gewährleisten, die Arbeit von Pflegekräften angemessen honorieren und pflegende Angehörige optimal unterstützen wollen.

Und weil das so ist, nehme ich die Anregungen solcher Veranstaltungen gerne in meine Arbeit mit auf. Die Menschen, die sich zu Wort gemeldet haben, sind schließlich Experten in eigener Sache. Ihnen in Berlin Gehör zu verschaffen, ist meine Aufgabe als SPD-Bundestagsabgeordnete“, so Ursula Schulte.

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