Pop, Rock, Klassik und Jazz unter einem Kirchendach: Bei der dritten Auflage von „Sounds of Erle“ wurde die Dorfkirche in Erle erneut zur Konzertbühne. Sieben Acts sorgten für volle Bänke, viel Applaus und eine Atmosphäre, die Musiker wie Publikum gleichermaßen trug. Der Eintritt war frei, Spenden fließen in Technik und lokale Projekte.

Konzertabend in der Dorfkirche
Am Samstagabend verwandelte sich die Dorfkirche in Erle bereits zum dritten Mal in einen Konzertsaal. Auf dem Programm standen musikalische Beiträge mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen. Von Rock und Pop über Swing und Jazz bis hin zu klassischen Elementen und Frank-Sinatra-Interpretationen reichte das Spektrum. Die Plätze waren bis auf den letzten Sitz gefüllt.

Vorbereitung beginnt direkt nach dem letzten Ton
Initiatorin und Moderatorin Yvonne Honerbom machte gleich zu Beginn deutlich, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter dem Konzertabend steckt. Die Planung beginne früher, als viele vermuten. „Die fängt immer direkt an, wenn das eine Konzert zu Ende ist, fängt das nächste Konzert schon an“, sagte Honerbom. „Dann fragen wir wieder die Bühnenbauer, ob sie Lust haben, die nächste Bühne zu bauen, Licht und Ton zu organisieren, damit wir gute Technik haben.“

Besonders freue sie, dass viele Musikerinnen und Musiker von Anfang an dabeigeblieben seien. „Bis jetzt sind die Musiker immer alle so begeistert, dass sie jedes Jahr wieder mitmachen. In diesem Jahr hatten wir zwei neue dabei. Einer interpretiert englische Songs und einer Frank Sinatra.“

Die Idee zu Sounds of Erle sei vor drei Jahren in ihrem Friseursalon entstanden. Dort habe sie bemerkt, wie viele Hobby-Musikerinnen und Hobby-Musiker es in der Region gebe.
Technik streikt, Swing übernimmt
Noch bevor der angekündigte Überraschungsgast die Bühne betreten konnte, streikte die Technik. Statt eines Programmabbruchs zeigte sich der Improvisationsgeist des Abends. Kurzerhand übernahmen Walburga Angermann und ihre Swing-Combo „Chickenlegs“ den Auftakt.

Mit „Summertime“ und „Blue Skies“ setzten sie sofort einen ruhigen, jazzigen Ton. Der Bandname genießt in Erle längst Kultstatus und geht auf den Kontrabassisten Dirk Hühnerbein zurück.

Von Frank Sinatra bis Rock
Im Anschluss folgte Matthias Frank mit dem Klassiker „New York, New York“. Der Sänger sang viele Jahre beim MGV Cäcilia Rhade und ist derzeit auch bei der Sängervereinigung 1925 Borken aktiv. Seine Bühnenerfahrung war deutlich spürbar.

Ein vertrauter Programmpunkt folgte mit Markus Bremer-Dieckmann am Keyboard. An seiner Seite spielte sein 18-jähriger Sohn Felix an der Gitarre. Das Vater-Sohn-Duo gehört zu den festen Größen von Sounds of Erle.

Mit einem Augenzwinkern kündigte Honerbom anschließend Michael Kruse an. Er komme streng genommen aus Raesfeld. Kruse griff das humorvoll auf und erklärte, er habe extra die Grenze nach Erle überwunden. Das Publikum reagierte lachend und mit Applaus.
Kruse interpretierte zunächst solo „Hold the Line“. Später begleitete ihn Pastor Fabian Tilling am E-Piano. Gemeinsam spielten sie „Your Heart Was Born to Love“.

Von Beginn an große musikalische Bandbreite
Schon im ersten Teil des Abends wurde deutlich, wie vielfältig Sounds of Erle angelegt ist. Früh sorgte die Band „Uneinig“ für rockige Akzente in der Dorfkirche. Am Mikrofon stand Sängerin Melissa Gohde, die mit kraftvoller Stimme und viel Präsenz überzeugte. Der fetzige Rocksound setzte einen bewussten Kontrast zu den ruhigeren Stücken des Abends und kam beim Publikum gut an. Erste mitwippende Köpfe und kräftiger Applaus zeigten, dass diese Mischung funktionierte.

Zweite Hälfte nach der Pause
Nach der Pause nahm der Konzertabend noch einmal deutlich Fahrt auf. Marco Jentzsch, Sänger der Band „Uneinig“, stellte sich erstmals solo dem Publikum. Mit rauer Stimme und viel Präsenz rockte er die Dorfkirche. Mit „Freiheit“ von Westernhagen traf er den Nerv der Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Fans der Band „Uneinig“ quittierten den Auftritt mit lautstarkem Applaus.

Für einen besonderen Effekt sorgten Knicklichter, die im Vorfeld verteilt worden waren. Sie leuchteten im Takt der Musik und verliehen dem Auftritt eine besondere Atmosphäre.
Anschließend übernahm „Uneinig“ als Band die Bühne. Mit Titeln wie „Denkmal“ und „Zombie“ brachte die Gruppe erneut Dynamik in den Abend.

Natürlich durften auch die Erler Dorfrocker nicht fehlen. Sie animierten zum Mitsingen und Mitklatschen. Das Repertoire war klar auf Stimmung ausgelegt, ganz nach dem Motto: Party bis zum Abwinken.

Ehrenamt, Spenden und Gespräche vor der Kirche
Alle Musikerinnen und Musiker spielten ohne Gage. Die Fun Generation baute im Altarraum die Bühne auf und setzte Licht und Ton um. In der Pause nutzten viele Besucherinnen und Besucher den Bereich vor der Kirche für Gespräche bei Glühwein und Bratwurst.
Der Eintritt blieb frei. Die Spenden dienen nach Angaben der Organisatoren dazu, die technischen Kosten zu decken und lokale Projekte zu unterstützen.

Pastor Fabian Tilling zog ein positives Fazit: „Es war wieder eine sehr bunte Mischung an Musik. Es waren ruhige Stücke dabei, aber auch Lieder, die die Menschen in Stimmung gebracht haben, mitzuklatschen und mitzumachen. Genau so stelle ich mir das vor, ein lebendiges Gotteshaus.“




























