Schmallenberg-Virus im Kreis Borken nachgewiesen

Schafherde ist betroffen / Lämmer kommen mit Missbildungen zur Welt

 Kreis Borken (pd). Erstmals ist jetzt im Kreis Borken das Schmallenberg-Virus nachgewiesen worden. Betroffen ist ein schafhaltender Betrieb. Das teilt der Kreis Borken mit. Zu Weihnachten war auf dem Betrieb ein Lamm mit Missbildungen zur Welt gekommen. Untersuchungen des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes Arnsberg erhärteten den Verdacht. Die Laborbefunde des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Ostseeinsel Riems, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, haben nun endgültige Gewissheit gebracht.

„Ich rechne damit, dass nach und nach weitere Krankheitsfälle bei Rindern, Schafen und Ziegen bekannt werden“, erklärt Dr. Manfred Ulrich aus dem Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises Borken. „Zurzeit läuft die Ablammsaison, in der die Erkrankungen offenkundig werden.“ Auf dem aktuell betroffenen Betrieb sind inzwischen weitere Lämmer mit Missbildungen zur Welt gekommen.

Das Schmallenberg-Virus war erstmals im Herbst des vergangenen Jahres auf rinder- und schafhaltenden Betrieben in den Niederlanden nachgewiesen worden. Inzwischen ist es unter anderem in Hessen, im Rheinland sowie in Süd- und Ostwestfalen aufgetreten. Bei Rindern äußert sich das Virus mit hohem Fieber, sinkender Milchleistung und Lahmheit. Schafhalter meldeten bisher vor allem missgebildete und totgeborene Lämmer. Die Tiere kommen zum Beispiel mit einem Wasserkopf, verdrehten Gelenken oder einer deformierten Wirbelsäule zur Welt und müssen meist eingeschläfert werden.

Das Schmallenberg-Virus wird durch Gnitzen, also Stechmücken, übertragen. Aktuell sind Erkrankungen nicht anzeigepflichtig. Der Infektionsweg und die Ausbreitung des Erregers sind noch nicht vollständig erforscht. Dr. Manfred Ulrich rät Haltern, ihre Tiere ab dem Frühjahr mit insektenabwehrenden Mitteln zu schützen – wie es auch bei der Blauzungenkrankheit empfohlen worden ist.

Halter, die den Verdacht haben, dass ihre Tiere am Schmallenberg-Virus erkrankt sind, sollten sich an den Kreis Borken wenden, Tel.: 02861/82-1015.

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