Anton Braun hat die Dorfschänke vor einem Monat in Raesfeld übernommen. Jetzt hat er Ärger mit der Nachbarschaft. Der Grund: Nachbarn beschwerten sich über ruhestörunden Lärm nach ein Uhr.

Raesfeld. Anliegende Nachbarn haben sich laut Markus Büsken, Leiter des Ordnungsamtes, über Lärmbelästigungen nach 1 Uhr sowie das ständige Kommen und Gehen bis in die frühen Morgenstunden beschwert. Nach einem gemeinsamen Gespräch mit anliegenden Nachbarn, Polizei und Pächter im Rathaus wurde das problem gemeinsam diskutiert und habe, laut Markus Büsken, einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Anton Braun von der Raesfelder Dorfschänke
Anton Braun vor der Eingangstür am Kirchplatz. Diese ist ab sofort ab 23 Uhr geschlossen.

Konzessionen einheitlich geregelt

 „Wir hatten konstruktive Gespräche. Ich bin der Auffassung, dass sich hier Anton Braun einsichtig und kooperativ zeigte und wir auf einen guten Weg sind“. Geeinigt habe man sich darauf, dass die Dorfschänke pünktlich um ein Uhr schließt und die Eingangstür am Kirchplatz um 23 Uhr geschlossen wird.

„Die Konzessionen in der Gemeinde Raesfeld ist nun mal einheitlich bis ein Uhr geregelt. Dies gilt auch für Marpert. Deshalb sollte der Pächter dafür sorgen, dass auch er nicht bis in die frühen Morgenstunden sein Lokal geöffnet hat und kein Anlaufspunkt für Nachtschwärmer um drei oder vier Uhr aus der Umgebung wird“, so Büsken.

Probleme liegen woanders

Der Pächter ist einsichtig. Er wird sich an die Sperrfrist halten. Allerdings liegen seiner Meinung nach die Probleme, was die Lautstärke anbelangt, auch noch woanders.

Schuld alleine sei nicht das Kommen und Gehen zu später Stunde der Gäste. Das Problem liege auch draußen vor der Tür. „Wie in anderen Lokalen auch, darf hier nicht geraucht werden. Dafür gehen die Gäste entweder in den Raucherflur im Eingangsbereich, oder wenn dieser zu voll ist, nach draußen vor die Tür“, so Anton Braun. „Es ist dann für mich schwer, besonders wenn der Laden voll ist, für Ruhe zu sorgen. Ich kann nicht ständig nach draußen laufen, um für Ruhe zu sorgen. Auch kann ich meinen Gästen draußen nicht den Mund verbieten“.

Der Treffpunkt in Raesfeld

Anton Braun ist mit Herz und Seele Wirt in der Dorfschänke. Ob jung oder alt, Vereine oder Gruppen, Marpert war schon zu Ewalds Zeiten seit 26 Jahren Treffpunkt Nummer eins in Raesfeld. Jedoch hat sich auch mit dem Besitzerwechsel das Publikum verändert. Immer mehr auswärtige, junge Gäste kommen aus der Umgebung angereist.

Jedoch möchte Anton Braun die Traditionskneipe, die er erst im Januar übernommen hat, ohne Stress weiterführen. Umso mehr ärgere er sich darüber, dass ihm vonseiten einiger Nachbarn, gleich zu Anfang so dicke Knüppel, vor die Füße geworfen werden.

Persönliches Gespräch gesucht

Ein persönliches Gespräch zum Thema Lautstärke habe Braun bereits im letzten Jahr mit einem Nachbarn gesucht. „Ich wollte ihm erklären, dass er sich jederzeit bei mir melden kann, wenn es einmal zu laut ist“, erzählt Anton Braun. Das Gespräch sei aber seiner Meinung nicht sehr fruchtbar verlaufen. „Meine Telefonnummer wollte er nicht. Er sagte nur, dass er ja weiß, wo er mich findet“.

Hinsichtlich dieser knappen Kommunikation zeigte sich der Wirt sehr enttäuscht. „Ich finde es schade, dass wir als Nachbarn, anstatt die Polizei und das Ordnungsamt einzuschalten, keine gemeinsame Verständigung finden, um dieses Problem zu lösen“.

Die aktuelle Lage sei zwar schwierig, aber nicht hoffnungslos, findet Anton. Er sei natürlich bestrebt, auch weiterhin die Dorfschänke so zu führen, so dass jeder Gast mit Spaß und Freude sein Bierchen, wie in der Vergangenheit, weiterhin genießen kann.

Problem Raucher vor Tür

Die ersten auferlegten Maßnahmen wurden umgesetzt. „Absolute Ruhe bitte“, steht mittlerweile auf einem Schild im Eingangsbereich, und auch die Türen werden pünktlich geschlossen. Was aber wird aus den Rauchern, die nach ein Uhr vor die Tür gehen möchten? Müssen die dann ganz draußen bleiben? Vor allem im Sommer, wenn der Raucherbereich im Flur zu klein wird. Fragen, die aktuell den Wirt der Dorfschänke beschäftigen.

„Hier trifft sich manchmal die ganze Gemeinde. Soll jetzt nach so vielen Jahren das ´dicke Ende` kommen?“, bedenkt der Wirt mit Blick in die Zukunft. Jedoch zeigt er sich optimistisch und setzt auf seine Gäste, die, wie er weiß, „alle voll hinter ihm stehen“. Und auf weitere Gespräche mit seinen umliegenden Nachbarn.

Petra Bosse

Bereits kurz nachdem Anton Braun auf Facebook mitteilte, dass es Ärger mit dem Ordnungsamt und der Polizei gab, rasselte es nur so an erzürnten Kommentaren.

Da heißt es u. a.

… Man sollte den Wirt der einzig über gebliebenen Dorfkneipe in Raesfeld unterstützen und froh sein, dass es noch eine Gaststätte im Dorf gibt. Stattdessen werden einem noch Steine seitens der Politik und pingeligen Anwohnern in den Weg gelegt. So stirbt der Dorfkern zukünftig komplett aus. Schämt euch! Kneipe an der Kirche ist Kulturgut und sollte erhalten werden!

  • … Richtig traurig. Die beste Kneipe in der Umgebung mit dem besten Wirt, den es gibt! Sollten wir uns nicht gefallen lassen und eine andere Lösung finden.
  • … Traurig finde ich ins Besondere, dass in unserem Dorf immer mehr die Leute Oberhand gewinnen, die das Dorfleben zerstören wollen. Es wird sich nur noch beschwert und gemeckert 😡ob bei Veranstaltungen, wie Kappesmarkt, Schützenfesten oder wie jetzt bei der Dorfkneipe und man hat das Gefühl, die Querulanten werden seitens der Gemeinde noch gefördert. Ich warte jetzt schon wieder auf die Beschwerde, dass Rosenmontag Musik gespielt wird 😓 Nur noch traurig, was aus meinem Raesfeld geworden ist. Heute kam die Nachricht von Anton Braun. Er wurde vor das Ordnungsamt gezerrt und muss nun seine gerade erst gepachtete Kneipe immer schön pünktlich um 1:00 schließen. Ich kann gar nicht so viel saufen, wie ich kotzen möchte. Jahrelang durfte die graue Eminenz Ewald schalten und walten in seiner Kneipe, ohne das auch nur ein Ordnungsamts-Mitarbeiter seine Nase dienstlich in die Kneipe gesteckt hätte. Kaum ist Ewald weg, bekommt der Nachfolger die ganze Härte der Raesfelder Gemeindejustiz zu spüren. Das ist so erbärmlich. Bei Ewald hatten sie nicht mal die Eier, das Rauchverbot durchzusetzen, aber mit dem Neuen wollen die zeigen, wer das Sagen hat. Die Leute, die heute für Ruhe und Ordnung im Dorfkern sorgen wollen, haben früher selber bei Strogoff, Oelkes, Epping, Marpert und Flück bis in die Puppen gebechert, den Kids von heute wird aber locker noch der letzte Treffpunkt zugesperrt. Macht doch gleich aus dem gesamten Dorfkern Pfarrheime, Seniorenheime und Kitas, dazwischen ein paar Eigentumswohnungen und gut ist, schickt die Dorfplaner von IKEK in die Wüste, das Dorf ist nicht mehr zu retten. Mir tun die heute 16 bis 26 jährigen leid, wohin mit all dem Leben. Wo trifft man sich in Zukunft? Jedoch, Not macht erfinderisch, die werden was finden, ob es den Herrschaften gefällt oder nicht.

  • … Ich hoffe die Verantwortlichen werden dem heutigen Jahrgang nicht alles wegnehmen. Denn den freiwilligen Anteil der Gemeinde (Feuerwehr, DRK, Landjugend, incl. Müll+ Weihnachtsbäume einsammeln, beim Kappesmarkt helfen usw.) übernehmen die jungen Leute ja auch. Da sollte man als Erwachsener in der Position auch für Ausgleich sorgen.
  • … Traurig ist es, dass niemanden mehr etwas gegönnt wird! Bald ist Raesfeld nur noch ein Kurort.
  • … Die Frage die sich stellt, ist doch, warum kommt es erst jetzt zu Beschwerden. Dass die Verwaltung denen nachgehen muss, sollte verständlich sein. Über das Ergebnis kann man sich im Übrigen dann doch schon wundern.
  • … Bald heißt es: Rettet die Dorfschänke.
  • … Das hätte man auch anders regeln können. Warum sofort Ordnungsamt und Polizei und solche lächerlichen Auflagen? Als Nächstes sind wohl Schützenfeste etc. dran. Aber das erwartet uns Erle demnächst ja auch. Hier wird für die Nörgler ja direkt mitgedacht und ein Wohnhaus gebaut.
Vorheriger ArtikelFragerecht für Einwohner geändert
Nächster ArtikelWerbefilm für Raesfeld auf der „Grünen Woche“
avatar
Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

2 KOMMENTARE

  1. Warum nicht eine faire Regelung für Wirt und Anwohner/innen finden und die Speerstunde wie z.B. in der münsteraner Innenstadt um 03:00Uhr legen? Die jungen Leute benötigen auch Ihre Plätze!

  2. Ganz ehrlich Leute… Ich trinke keinen Alkohol… Das mal vorweg. Aber warum nehmt ihr den Jungen Leuten ihren letzten Platz zum gemeinsamen klönen und das ein oder andere Bier trinken. Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte ist, das dass doch angeblich jetzt einheitlich mit den Konzessionen in der Gemeinde Raesfeld geregelt ist. Dann frage ich mich wieso das Old Inn, weit nach 1 Uhr noch seine Türen weit offen stehen lassen darf. Gerade im Frühling, Sommer und Herbst, wenn dort im Biergarten bis morgens um 4 LIVE Musik veranstaltet wird und lauthals rum gegrölt wird. Ich denke das mit den Konzessionen ist einheitlich geregelt. Aber dann werde ich demnächst mal zu Markus Büsken gehen und mich dort beschweren. Damit auch alles seine Richtigkeit in der Gemeinde hat. Ich würde sogar vor 3 Monaten schriftlich und persönlich zu dem Herrn Büsken bestellt da mein Hund angeblich zu laut gebellt hat. Da konnte ich ja nur darüber lachen. Denkt mal über eure lächerliche Politik nach Liebe Gemeinde Raesfeld.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here