Schulung im Auftrag der Bezirksregierung
Kreis Borken (pd). Die Regionale Schulberatungsstelle des Kreises Borken hat jetzt im Auftrag der Bezirksregierung erneut eine einjährige intensive Fortbildung für neue Beratungslehrkräfte gestartet, um sie für ihre zusätzliche Aufgabe als innerschulische Berater zu schulen. Dies ist bereits die 13. Veranstaltung dieser Art im Kreis Borken. Die 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten an verschiedenen Schulen im Kreisgebiet, von der Grundschule bis zum Gymnasium sind alle Schulformen beteiligt. Zu den Aufgaben einer Beratungslehrkraft gehört die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen, Eltern und Jugendlichen bei Schulproblemen unterschiedlicher Art. Ihre Beratungstätigkeiten innerhalb ihrer Schule umfasst ein Zeitbudget von ein bis zwei Stunden wöchentlich.

Die Fortbildung wird durchgeführt vom Leiter der Schulberatungsstelle, Diplom-Psychologe Michael Sylla, und dem Schulpsychologen Dr. Sascha Borchers. Sie umfasst vor allem das Training des Beraterverhaltens. Auf dem Stundenplan stehen zudem Themen wie individuelle Lernprobleme, Ängste von Schülerinnen und Schülern, Umgang mit der (Cyber-)Mobbing-Problematik, Umgang mit schulischen Krisen, Kinder- und Jugendschutz und vieles mehr. Neben Kenntnissen über mögliche Hilfestellung bei solchen Beratungsanlässen erhalten die Lehrerinnen und Lehrer auch Informationen über außerschulische Institutionen und Unterstützungsangebote.
„Wir bewerten diese Arbeit als sehr effektiv“, sagt Schulpsychologe Michael Sylla. „Wir haben in den vergangenen 15 Jahren durch diese Kurse ein flächendeckendes innerschulisches Beratungsnetzwerk geschaffen, das in dieser Qualität und Quantität vielleicht einmalig ist.“ Wie Sylla weiter ausführte, wird durch die Arbeit der Beratungslehrkräfte auch die Arbeit der Regionalen Schulberatungsstelle entlastet, die mit fünf Planstellen alle 155 Schulen im Kreis schulpsychologisch begleitet. Sylla: „Wenn wir uns weniger um einzelne Schülerinnen und Schüler kümmern müssen, können wir häufiger Lehrkräfte unterstützen, was zunehmend angefragt wird!“ Die Schulberatungsstelle bietet zahlreiche Unterstützungsangebote für Lehrerkollegien an, die auf der Webseite www.rsb-borken.de abgerufen werden können. Im Jahr 2015 hat die Beratungsstelle wieder zahlreiche Fortbildungen, Supervisionen und Fallberatungen an Schulen durchgeführt.
Dass die Beratungsanlässe in den Schulen steigen, berichteten auch die Schulleitungen, die ihre Beratungslehrer zur Auftaktveranstaltung in das Borkener Kreishaus begleiteten. Mit den Aufgaben wie Inklusion und jetzt Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen stünden Schulen vor großen Herausforderungen. Die Schulleitungen äußerten ein großes Interesse daran, schuleigene Beratungskonzepte zu erarbeiten, um die anstehenden Aufgaben innerhalb der Schulen gut abzustimmen. Dazu erhoffen sie sich auch Unterstützung durch die neu qualifizierten Beratungslehrkräfte. Dies ist aus Sicht der Schulpsychologen auch sehr sinnvoll: „Schulen sollten die Aufgaben von Beratung, Krisenprävention, Schulsozialarbeit und Sonderpädagogen in ein Konzept fassen und keine Parallelstrukturen aufbauen“, sagte Dr. Borchers in der Veranstaltung.



























