Raesfelder Wein – Hobbywinzer Johann Katemann

Zwischen Gemüse, Blumen, Kürbisse, Kanarienvögel- und Hasenzucht betreibt Johann Katemann in seinem Garten am Hellweg ein eigenes Weinanbaugebiet.

Unter Planen und Schutznetzen wachsen sieben verschiedene Rebsorten, die am Ende der Saison zu Wein verarbeitet werden. „Wenn das Wetter mitspielt, dann kann ich in der Regel mit einer Ernte von rund 100 Kilogramm Trauben rechnen“, erzählt der Hobbywinzer, der seit seinem Eintritt ins Rentenalter sich der Winzerei verschrieben hat.

Ein aufwendiges Hobby, welches sich der ehemalige Steinmetzt seit 25 Jahren  ausgesucht hat. „Das schöne am Rentnerdasein ist, dass ich das ganze Jahr damit beschäftigt bin“, so Katemann.

Arbeitsaufwendige Aufgabe

Im Frühjahr startet der Raesfelder mit der Bestellung seiner Beete mit Erbsen, Kartoffel, Salat und Kohl bepflanzt. Wenn es Sommer wird, und die Reben treiben, muss Katemann täglich durch die Rebstöcke gehen und die falschen Triebe und die schlechten Trauben in akribischer Kleinstarbeit entfernen. „Es ist eine vielseitige und arbeitsaufwendige Aufgabe, die aber auch viel Spaß macht und womit ich Freunde und Bekannte am Ende der Saison eine Freude machen kann“, sagt der 82-Jährige.

Da besonders Vögel magisch von den Trauben im Spätsommer angezogen werden, hat Katemann seine Rebstöcke mit Netzen abgedeckt. Ein unterirdisches Bewässerungssystem nimmt dem Rentner mittlerweile das tägliche Gießen mit der Kanne ab.

Mehltau

Bedingt durch die starken Wetterveränderungen sind die Trauben in diesem Jahr stark von Mehltau befallen. Dieser behandelt der Winzer mit einem Granulat auf Naturbasis.

Die Rebstöcke im Garten sind alle noch relativ jung und stammen aus einer Erler Baumschule. Das Alter aber sei aber kein Problem, wie Katemann erklärt, denn den besten Ertrag haben Reben zwischen zehn und 30 Jahren.

Halbtrocken

Dank der Wechselwirtschaft profitiert die Familie das ganze Jahr über von frischem Gemüse und von dem Wein aus Vaters Rebengarten. Besonders aber freut sich Katemann auf die diesjährige Ernte seiner Trauben, die, so Katemann, wohl gut ausfallen wird. „Die Hälfte der Trauben verarbeite ich zu einem halb trockenen Wein. Das sind dann rund 150 Liter Weiß-, Rot- und Rosé Wein mit zirka 13 bis 14 Prozent Alkohol. Der Wein schmeckt nicht nur hervorragend, sondern der hat es auch in sich und steigt schnell zu Kopf“, fügt der Hobbywinzer schmunzelnd hinzu. Petra Bosse