Raesfelder setzten ein Zeichen gegen Fremdenhass

Mit einer Mahnwache setzten die Raesfelder ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit am Freitagabend.
Wer auch immer diesen abscheulichen Anschlag auf die, zum Glück noch leer stehende Flüchtlingsunterkunft, verübt hat, der sollte sich schämen.

RGN_Mahnwache Fremdenfeindlichkeit 46348 Raesfeld (11)

Brandanschlag Flüchtlingsunterkunft Raesfeld, wobei ein Loch in die seitlliche Eingangstür geschlagen wurde.

Höchstwahrscheinlich ist der/die Täter auch nur das Sprachrohr der Eltern, die es nicht geschafft haben, ihrem Kind Werte in der Erziehung mit auf dem Weg zu geben. Bedingt durch die teilweise schlechten Arbeitsmarktsituationen werden schnell Vorurteile in die Welt hinaus posaunt. Eltern sind dabei nicht unbedingt immer ein gutes Vorbild für ihren Nachwuchs. Rechte Parolen vom Stammtisch wie „die nehmen unsere Arbeitsplätze weg oder die Ausländer leben auf unsere Kosten“,  nehmen die Kinder und Jugendlichen mit in den Kindergarten und später sogar mit in die Schule.

So sind vielleicht in letzter Zeit die immer mehr werden menschenverachtenden Kommentare auf Facebook zu erklären, wobei die meisten „Dumpfbacken“ Äpfel mit Birnen verwechseln.

Was aber haben die Geschehnisse in Köln und Düsseldorf mit dem Brandanschlag in Raesfeld zu tun? Rein gar nichts, denn die hier bei uns lebenden Menschen suchen Frieden und Geborgenheit. Wer dies bis heute noch kapiert hat, sollte sich doch mal auf den Weg machen und das Gespräch mit einem Flüchtling suchen. Dann kann er immer noch sagen „hau ab, ICH will dich nicht bei uns in der Gemeinde haben. Von Angesicht zu Angesicht. Dazu wird er aber zu feige sein, denn der Feige droht nur, wenn er sich sicher fühlt.

Aber warum nicht? Was stört sie daran? Vielleicht, dass viele Flüchtlinge klüger sein könnten, als sie selber? Bangen sie um ihr Harz IV und dass sie sich zukünftig nicht mehr so viele Chips-Tüten kaufen können? Oder sind sie selber obdachlos und finden keine Wohnung? Vielleicht auch die Angst davor, dass einige Flüchtlinge ihnen die Jobs wegnehmen könnten?

Klar sind die Angriffe auf Frauen in keinster Weise zu entschuldigen! So etwas darf nicht vorkommen. Sicher ist auch, dass wir alle vor einer neuen Herausforderung stehen, die verständlicherweise vielen Menschen Angst macht, denn wir treffen auf Kulturen, die uns in den letzten Jahren nur durch negative Schlagzeilen aufgefallen ist. IS, Schiiten, Suniten, Scharia, Hassprediger, Selbstmordattentäter, Massenhinrichtungen, Antänzeln und Vergewaltigung.

Dennoch rechtfertigt es in keinster Weise, einen feigen Brandanschlag zu begehen, denn wir sollten aus der Vergangenheit gelernt haben, was Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung für Folgen haben können. Deshalb sollten wir dem Mob nicht das Feld überlassen und mit aller Macht verhindern, dass diese in Raesfeld und in ganz Deutschland Außenseiter der unseren Gesellschaft bleiben und unsere Identität nicht infrage stellen.
Um es mit den Worten von Schopenhauer zu sagen:
„Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen“.

Petra Bosse

PS: Bedingt durch die zahlreichen fremdenfeindlichen Kommentare hier über Flüchtlinge, aber auch gegen mich, habe ich die Kommentarfunktion gesperrt. Wer einen Kommentar los werden möchte, kann mir diesen in einer Mail zukommen lassen.

Und hier noch ein paar Facebook-Kommentare zum Brandanschlag.

… Kümmert euch lieber um die Opfer von Silvester oder zählen die in euren Augen nicht so viel. Seid Ihr wirklich
so dumm? Wir alle hier sind ein Volk und sollten uns selbst nicht aus den Augen verlieren.

… nicht nur Silvester macht doch mal eure Augen auf das passiert nicht nur an Silvester
Mittlerweile passiert das doch täglich das Frauen angegrabscht werden.
Als Frau habe ich ein komisches Gefühl alleine irgendwohin zu gehen, traurig aber wahr.

… Manch deutscher muss sich den Arsch aufreißen um über die Runden zu kommen und die Flüchtlinge bekommen freies WLAN? Wofür????
Fotos: Reinhard G. Nießing

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.