Diesmal geht es bei den Fragen um: Sicherung von Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung. Dirk Kuhmann (CDU), Johannes Ostermann (UWG), Andreas Erzkamp (SPD) und Jonathan Schmidt (parteilos).
In dieser Serie beantworten sie 31 gleiche Fragen, ehrlich, direkt und ohne Kürzungen. Jeden Tag gibt es einen neuen Teil mit den Antworten auf ein bis zwei Fragen.

Weiter geht es im 8. Teil mit der Frage: Wie möchten Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung sichern oder verbessern?
Dirk Kuhmann
Ich finde es wichtig, die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern. Die Taktung der Busverbindungen muss mit dem Ziel überprüft werden, eine bedarfsgerechte Anbindung der Ortsteile Raesfeld, Erle und Homer an die Orte Borken, Dorsten/Rhade und Wesel zu erreichen – auch um darüber hinaus eine bessere Anbindung an die Städte im Ruhrgebiet oder die Stadt Münster zu erzielen. Gerade für die Menschen, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind, ist das eine enorme Verbesserung. Hierzu möchte ich Gespräche mit den Verantwortlichen führen.
Ich kann mir darüber hinaus die Einrichtung eines Bürgerbusses sehr gut vorstellen. Unter Hinzuziehung der Ehrenamtskoordinatorin soll ein ehrenamtlich betriebener Bürgerbus die Mobilität der Bürger verbessern. Dies klappt nach meinem Wissen in den Nachbarorten Borken und Rhede hervorragend.
Die Sicherstellung und Verbesserung der Nahversorgung soll unter anderem unter Einbeziehung des Ortsmarketings Raesfeld und des Wirtschaftsförderers gelingen.
Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung könnten Anreize wie finanzielle Unterstützungen oder Studienkredite gewährt werden, um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte in die ländliche Region zu ziehen. Es ist wichtig, dass die Bedarfe ermittelt werden, um zielgerichtet Akquise zu betreiben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Vergabe der kassenärztlichen Sitze in Deutschland durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) erfolgt. Ein enger Austausch mit den KVen und dem Kreis Borken ist daher besonders wichtig. Ebenso gilt es zu berücksichtigen, dass die Verkehrsanbindung zu den medizinischen Einrichtungen verbessert werden muss, damit Patienten leichter Zugang haben. Insgesamt halte ich eine konzeptionelle Herangehensweise an dieser Stelle für sehr erstrebenswert.
Johannes Ostermann
Eine funktionierende Nahversorgung, nachhaltige Mobilität und zuverlässige medizinische Betreuung sind essenziell für die Lebensqualität und Attraktivität Raesfelds. Ich setze auf die Stärkung lokaler Geschäfte und Dienstleistungen sowie auf innovative, umweltfreundliche Energieversorgung – etwa durch den Ausbau eines Nahwärmenetzes mit Biogas oder Hackschnitzeln.
Im Bereich Mobilität möchte ich den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, das Radwegenetz verbessern, aber auch neue Mobilitätsangebote wie Bürgerbus, Rufbus und Carsharing voranbringen, damit alle flexibel unterwegs sein können – auch ohne eigenes Auto.
Um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern und zu verbessern, schlage ich einen Runden Tisch „Medizinische Versorgung“ in Raesfeld vor – mit Vertretern der ansässigen Haus- und Fachärzte, der Gemeinde, Gesundheitsmanagern, Apotheken, Pflegeanbietern sowie – wenn möglich – der Kassenärztlichen Vereinigung. Hier kann man versuchen, gemeinsam Praxisnachbesetzungen und den ärztlichen Nachwuchs zu unterstützen.
Andreas Erzkamp
Medizinische Versorgung: Ein kommunales Ärztehaus kann helfen, neue Mediziner nach Raesfeld zu holen.
Mobilität: Öffentlicher Nahverkehr und sichere Radwege sind für mich zentrale Bausteine.
Nahversorgung: Ich setze auf eine Mischung aus kleinen Geschäften und mobilen Angeboten für die Ortsteile.
Jonathan Schmidt
Bei der ärztlichen Versorgung braucht sich Raesfeld aktuell nicht zu verstecken. Ich werde dennoch aktiv Gespräche führen, um z. B. einen möglichen Kinderarztstandort zu prüfen und zu realisieren. Versprechen kann ich dies jedoch leider nicht. Da spielen zu viele Faktoren eine Rolle, auf die ein Bürgermeister keinen Einfluss hat.
Die Nahversorgung wird durch den neuen Drogeriemarkt verbessert. Der Schließung von hiesigen Einzelhändlern muss natürlich entgegengewirkt werden. Dies ist jedoch nicht nur durch eine Verwaltung alleine möglich. Hier muss man daran erinnern, dass auch hier im Ort das Geld ausgegeben wird.
Parkraum muss mit Bedacht geplant werden, nicht durch blinde Flächenversiegelung. Kurzzeitparkplätze, bessere Radwege und Kooperationen mit Unternehmen gehören dazu.
Morgen geht es weiter mit der 9. Frage: Wie wollen Sie Klimaschutz, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit fördern?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.



























