Vier Männer wollen Bürgermeister von Raesfeld werden: Dirk Kuhmann (CDU), Johannes Ostermann (UWG), Andreas Erzkamp (SPD) und Jonathan Schmidt (parteilos).
In dieser Serie beantworten sie 31 gleiche Fragen, ehrlich, direkt und ohne Kürzungen. Jeden Tag gibt es einen neuen Teil mit den Antworten auf ein bis zwei Fragen.

6. Teil mit der Frage: Wie bewerten Sie den aktuellen Umgang mit Flächenverbrauch und Wohnraumentwicklung in der Gemeinde?
Dirk Kuhmann
Wir sind eher eine ländlich strukturierte Kommune mit viel Natur und einem Naherholungsraum. Die Landwirtschaft spielt neben der Natur und dem Tourismus eine starke Rolle. Insofern bedürfen die Landwirtschaft und die Natur auch einer besonderen Berücksichtigung. Damit will ich sagen, dass wir, um die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und unseren ländlichen Charme sowie den Raum für die Natur zu bewahren, sparsam mit dem Flächenverbrauch umgehen müssen.
Gleichzeitig gilt es, auch den nachfolgenden Generationen weiterhin Wohnbauflächen/Wohnraum sowie der Wirtschaft Gewerbeflächen anbieten zu können. Dies ist eine große Herausforderung. Gerade die Wohnraumentwicklung sollte hierbei überdacht werden. Der Trend zu immer mehr Wohnfläche pro Person bei gleichzeitigem Mangel an bezahlbarem Wohnraum kann nicht unbegrenzt fortgeführt werden. Folglich sollen moderne Wohnformen (wie z. B. Mikrohausedlungen, Mehrgenerationenwohnhäuser etc.), zugeschnitten auf unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensstile, als Alternativen zum traditionellen Einfamilienhaus Einzug in Raesfeld halten.
Es soll ein Angebot an kreativen Ansätzen und Technologien im Bau von Wohngebäuden, die über die traditionellen Methoden hinausgehen, geschaffen werden. Hiermit beziehe ich mich sowohl auf die Architektur als auch auf die verwendeten Materialien, die Bauweise und die Art der Nutzung. Ziel ist es, Wohnraum zu schaffen, der effizienter, nachhaltiger, bezahlbarer und den sich wandelnden Bedürfnissen der Gesellschaft besser angepasst ist. Gerne würde ich die Bürger mit einbeziehen, um zu erfahren, welche Wohnformen für Raesfeld angeboten werden sollten.
Ferner gilt es, das Augenmerk auf die Nachverdichtung/Innenverdichtung zu richten, um Potenzialflächen zu nutzen.
Johannes Ostermann
Ich finde, beim Thema Flächenverbrauch und Wohnraumentwicklung braucht es in Raesfeld einen sehr verantwortungsvollen Umgang. Für mich steht fest: Menschen benötigen bezahlbaren Wohnraum – das sehen wir gerade bei Familien und Senior:innen. Doch auch Nachhaltigkeit und der Schutz unserer Naturflächen sind wichtig. Der Flächenverbrauch ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – auch für Raesfeld. Deshalb habe ich beide Anliegen im Blick: Statt immer neue Baugebiete auszuweisen und Boden zu versiegeln, setze ich auf maßvolle Entwicklung mit konsequenter Innenverdichtung, um neuen Wohnraum vor allem innerhalb bestehender Ortsgrenzen zu schaffen und unnötigen Verbrauch von Grün- und Ackerflächen zu vermeiden.
Andreas Erzkamp
Ich weiß, wie wichtig es ist, mit Ressourcen umsichtig umzugehen. Ich finde, wir müssen kreativer werden, bevor wir neue Flächen verbrauchen – etwa durch Nachverdichtung und neue Wohnformen für junge Familien und Senioren.
Jonathan Schmidt
Wir brauchen neuen Wohnraum, aber mit Sinn und Verstand. Nicht jede Fläche muss bebaut werden. Der aktuelle Stand ist gut, für die Zukunft sollten wir Möglichkeiten westlich der Stockbreede und im Rahmen des aktuellen Regionalplans prüfen. Auch Mehrfamilienhäuser und sozialer Wohnungsbau müssen stärker in den Fokus gerückt werden. Die Planungen müssen jedoch im Dialog mit den Bürgern und der Politik durchgeführt werden.
Morgen geht es weiter mit der Frage 7: Welche konkreten Pläne haben Sie für die Weiterentwicklung der Ortsteile, zum Beispiel Erle und Homer?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.



























