Immobilienpreise im Kreis Borken wieder gestiegen – Gutachterausschuss beschließt neue Richtwerte – Mehr Verträge und höhere Preise

Wer in Raesfeld bauen möchte, muss einiges an Geld hinblättern. Im gesamten Kreis wurde mehr als eine Milliarde Euro in Immobilienwerten umgesetzt. Der Preis für landwirtschaftliche Flächen ist um 8 Prozent auf 11,28 Euro geklettert.

Kreis Borken (pd). Viel diskutiert wurde im Vorfeld, ob die Corona-Pandemie den Grundstückmarkt einschränken würde. Im Kreis Borken ist dies nicht der Fall, wie die Zahlen eindeutig zeigen: Die Zahl der vorgelegten Kaufverträge stieg um rund 3 Prozent auf den Höchststand der letzten zehn Jahre von 3.504 Verträgen.

Einen Spitzenwert erreichte auch der Geldumsatz mit 745 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum von rund 7 Prozent. Zusammen mit den Ergebnissen in Bocholt wurde so im gesamten Kreis mehr als eine Milliarde Euro in Immobilienwerten umgesetzt.

Landwirtschaftliche Bodenpreise

Landwirtschaftlich genutzte Flächen

Teils stark betroffen von Preissteigerungen waren immer noch die landwirtschaftlich genutzten Flächen. Bei einer gleichbleibenden Anzahl von Kaufverträgen stieg der Flächenumsatz um 15 Prozent auf rund 171 Hektar. Der Geldumsatz stieg sogar um 28 Prozent auf rund 21 Millionen Euro, so dass der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter landwirtschaftlicher Nutzfläche um 8 Prozent auf 11,28 Euro kletterte.

Im gesamten Kreis liegen landwirtschaftlichen Ackerlandwerte nur noch in Reken und in Isselburg unter 10 Euro je Quadratmeter. In Raesfeld bei rund 11 Euro.

Grundstückswert Raesfeld 2021

Wohnbaugrundstücke

Die Zahl der verkauften Wohnbaugrundstücke lag mit rund 430 Fällen etwa 7 Prozent über Vorjahresniveau. Bei insgesamt etwa 3 Prozent weniger Fläche stieg der Geldumsatz um rund 24 Prozent. Ein Zeichen dafür, dass die Wohnbaulandflächen teurer geworden sind.

Der durchschnittliche Bauplatz kostete damit statt wie bisher 158 Euro im letzten Jahr rund 166 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet eine Preissteigerung von etwa 5 Prozent.

In Raesfeld stieg der Preis um etwa 10 Euro pro Quadratmeter auf 210 Euro.

Ein- und Zweifamilienhäuser

Auch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern wurden wieder steigende Preise festgestellt. So kostete ein durchschnittlich 32 Jahre altes Ein-/Zweifamilienhaus auf einem 595 Quadratmeter großen Grundstück mit 151 Quadratmetern Wohnfläche im vergangenen Jahr pro Wohnflächenquadratmeter im Mittel 2.018 Euro. Für das gleiche Haus auf dem gleichen Grundstück zahlte man 2019 noch 1.880 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche.

Der Kaufpreis für ein solches Objekt stieg damit von rund 278.000 Euro in 2019 auf nun 304.000 Euro. Ein Einfamilienhaus, das nach 2010 errichtet wurde, kostete im letzten Jahr im Schnitt rund 400.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 353.000 Euro.
Bei den Doppelhaushälften bzw. den vergleichbaren Reihenendhäusern verhielt es sich im letzten Jahr ähnlich. Hier betrug der Preisanstieg je Quadratmeter Wohnfläche knapp 200 Euro, sodass der Durchschnittspreis für eine 24 Jahres alte Doppelhaushälfte bei etwa 257.000 Euro lag. Im Vorjahr waren es noch rund 231.000 Euro.

Preise von Eigentumswohnungen

Diesem Trend folgen auch die Preise von Eigentumswohnungen. Eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete im Jahr 2020 kreisweit rund 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine solche Wohnung war im Durchschnitt rund 75 Quadratmeter groß, etwa siebenundzwanzig Jahre alt und kostete noch rund 1.860 Euro pro Wohnflächenquadratmeter. In 2019 war der Quadratmeter einer vergleichbaren Wohnung 230 Euro günstiger. Eine neue, rund 78 Quadratmeter große Eigentumswohnung kostete im Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr im Schnitt 2.830 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Sämtliche Ergebnisse seiner Auswertungen stellt der Gutachterausschuss in Kürze in seinem Grundstücksmarktbericht für alle kostenfrei im Internet zur Verfügung.

Die neuen Bodenrichtwerte können kurzfristig auf der Homepage des Gutachterausschusses unter http://gutachterausschuss.kreis-borken.de, dort unter „Geodatenatlas Kreis Borken“, eingesehen werden. Beides und weitere interessante Informationen sind unter www.boris.nrw.de zu finden.

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