Nachbericht zur Mini-WM
Vom 18. bis 20. Mai trafen sich mehr als 32 Mannschaften der Altersklassen U13, U11 und U9 zur Mini-WM in Ahaus-Ottenstein, um in den jeweiligen Altersgruppen einen Weltmeister zu ermitteln.
Jede Mannschaft repräsentierte dabei eine Nation der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Die E-Jugend von Eintracht Erle hatte dabei die Ehre, eine der großen Fußball-Nationen zu vertreten: Brasilien.

Schwere Gruppe für Brasilien
Doch bereits in der Vorrunde zeigte sich, dass es schwer werden würde, diesem Anspruch gerecht zu werden. Eine besonders schwere Gruppe erwartete die Seleçao in Ottenstein: Deutschland, vertreten durch die SVG Göttingen 07, England, vertreten durch ein niederländisches Team, und Russland, vertreten von der E1- Jugend des gastgebenden FC Ottenstein, versprachen eine maximale Herausforderung in der Gruppenphase.

Große Eröffnungsfeier
Die Gruppenphase startete am Freitagabend mit zwei Spielen. Zuvor gab es jedoch – wie für eine WM üblich – eine große Eröffnungsphase. Alle Mannschaften liefen mit den Fahnen ihrer jeweiligen Nation und unter Einspielung der entsprechenden Hymne in das Ottensteiner Stadion ein.
Die Teilnehmer waren aufgefordert, sich für die Repräsentation ihrer Nation etwas einfallen zu lassen. So sah man die Isländer mit Wikingerhelmen, die Mexikaner mit Sombreros und einige Mannschaften hatten sich sogar extra passende Trikots anfertigen lassen.
Eigener Schlachtruf
Wir Erler konnten einfach unsere gelben Trikots anbehalten und ersetzten die schwarzen Hosen durch blaue. Noch weiße Stutzen dazu – und fertig war die brasilianische Nationalmannschaft von Eintracht Erle. Dazu ergänzten noch Brasilien-Tattoos, Fahnen und Wimpel unseren Auftritt. Außerdem hatten wir uns extra einen passenden Schlachtruf auf Portugiesisch diktieren lassen:
Quem nós somos? Brasil!
O quê que nós queremos? Ganhar! Ganhar! Ganhar!
Was übersetzt heißt: Wer sind wir? Brasilien!
Und was wollen wir? Gewinnen! Gewinnen! Gewinnen!
Der Turnier-Samstag
Mit dem Gewinnen klappte es nach einer viel zu kurzen Nacht in der Grundschule Ottenstein, wo wir übernachtet hatten, aber leider erstmal gar nicht. Gegen unseren ersten Gegner Deutschland mussten wir eine ähnliche Klatsche hinnehmen wie die echten Brasilianer gegen die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2014.
Auch gegen England langte es bei weitem nicht, gegen Russland gelang uns immerhin das erste Tor. Am Ende blieb uns in unserer Gruppe nur der vierte Platz, Deutschland und England zogen ins Viertelfinale ein.
Damit aber keine der teilnehmenden Mannschaften nach nur drei Spielen enttäuscht nach Hause fahren muss, ist die Mini-WM so organisiert, dass jeweils die Gruppendritten und -vierten nochmal gegeneinander antreten.
So hatten wir die Hoffnung, die vorangegangene Schmach mit dem ein oder anderen Sieg auszugleichen. Als erstes trafen wir auf Spanien, denen wir uns nach einem äußerst spannenden Match mit dem entscheidenden Treffer zum 2:3 in der letzten Minute geschlagen geben mussten. Damit war der Samstag für uns gelaufen.
Rund ums Turnier
Zum Glück gab es rund ums Turnier einige Attraktionen, mit denen sich die Zeit vor und nach den Spielen überbrücken ließen. Beim Hüpfburgen-Hindernisparcours oder beim Torwandschießen konnten sich die Spieler messen und austoben.
Die Übertragung des DFB-Pokalfinales zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt wurde abends von den Kindern, Betreuern und mitgereisten Eltern zahlreich frequentiert und lautstark kommentiert.
Der Turnier-Sonntag
Nachdem die Erle Brasilianer am Samstag Abend todmüde in die Schlafsäcke und auf die Luftmatratzen gefallen waren, fiel das Aufstehen am Sonntag Morgen einigermaßen schwer.
Hinzu kamen einige Blessuren und – für echte Brasilianer ungewöhnlich – der ein oder andere Sonnenbrand. Etwas ramponiert, dennoch entschlossen, den ersten Sieg zu erringen, mussten wir als erstes gegen Japan antreten.
Und tatsächlich gelang uns mit viel Kampfund Einsatzbereitschaft ein 1:0 – Sieg. Der nächste Gegner Portugal spielte seine Überlegenheit wiederum voll aus, während sich in der Seleçao die Erschöpfung bemerkbar machte. Hier gab es erneut eine herbe Niederlage.
Für unser letztes Spiel bei der Mini-WM konnten wir jedoch noch einmal den Kampfgeist in uns wecken – vielleicht half auch die Aussicht auf eine kalte Cola als Siegprämie – und uns gelang ein knapper, aber völlig verdienter 1.0 Sieg gegen Nigeria.
Finale und Siegerehrung
Damit war das Turnier für uns gelaufen und nur noch das Finale und das Spiel um
Platz 3 standen an, die wir nun entspannt als Zuschauer verfolgen konnten. Das
Finale konnte unser Gruppengegner Deutschland im Elfmeterschießen gegen
Mexiko für sich entscheiden.
Damit konnten wir gut leben, ist es doch keine Schande, gegen den späteren Weltmeister verloren zu haben. In der Gesamtwertung belegten wir den 15. Platz und waren mit unseren zwei Siegen froh über unsere Erfolgserlebnisse.
Bei der Siegerehrung ging ohnehin kein Spieler leer aus: Jeder erhielt einen dem Original FIFA-Worldcup nachgebildeten Pokal. Mit dieser Trophäe und jeder Menge Eindrücke konnten wir dann die Heimreise antreten.

Fazit
Die Mini-WM wird bundesweit von der Ballfreunde GmbH an verschiedenen Orten
organisiert und in Kooperation mit den gastgebenden Vereinen durchgeführt.
Für Organisation und Durchführung kann man nur ein großes Kompliment an die
Ballfreunde und den FC Ottenstein aussprechen: Alles klappte für die rund 600
Spieler, Trainer, Betreuer und Begleiter wie am Schnürchen.
Unterbringung und Verpflegung waren einwandfrei und selbst der Zeitplan wurde fast bis auf die Minute eingehalten.Für die teilnehmenden Jungs und Mädchen war das sicherlich ein tolles Erlebnis, u.a. auch weil sie gegen Mannschaften aus den Niederlanden und sogar aus Belgien
spielen konnten.
Wir können die Teilnahme bei künftigen Mini-Weltmeisterschaften
auf jeden Fall auch anderen Erler-Jugendmannschaften empfehlen.
Text und Fotos: Trainer Wenzel Schierenberg



























