Musiklandschaft Westfalen: So klingt der Sommer 2022 in Raesfeld

Den Start der Open-Air-Veranstaltung Musiklandschaft Westfalen in Raesfeld machen am 5. August (Donnerstag) die Höhner mit der Festival-Philharmonie Westfalen

Endlich kann das 13. Musikfestival wieder ’normal‘ am Raesfelder Wasserschloss stattfinden. Eigentlich wäre es in diesem Jahr das 14. Konzert in Raesfeld. Bedingt durch die Pandemie jedoch fiel das Konzert 2020 aus.

Die Vorfreude auf die bevorstehenden Konzerte der Musiklandschaft Westfalen stehen den Organisatoren und Sponsoren bei der heutigen Pressekonferenz im Rathaus im Gesicht geschrieben. Gleichzeitig wirft der Krieg in der Ukraine auch Schatten auf das anstehende Event, denn Orchester-Manager Igor Rosow sowie die Solistin und Flötistin Mariia Kostina, kommen aus der Ukraine.

Musiklandschaft-Westfalen-Raesfeld-Klapsing
Das Programm der Musiklandschaft Westfalen 2022 steht. Es wurde heute im Raesfelder Rathaus vorgestellt v.l.: Bürgermeister Martin Tesing, Norbert Lüssen, Kommunalmanager Westenergie, Igor Rusow und Mariia Kostina (Festival-Philharmonie Westfalen) Diana Brömmel, Vors. Ortsmarketing, und Intendant Dirk Klapsing ©Petra Bosse

50 Konzerte in Raesfeld seit 2009

„Wir als Gemeinde und neuer Schlossherr freuen uns sehr darauf und sind auch immer sehr stolz, solch hochklassige Musikerinnen und Musiker am Schloss begrüßen zu können. Wir sind sehr gespannt darauf“, so Bürgermeister Martin Tesing.

Insgesamt 50 Konzerte hat es seit 2009 im Rahmen der Musiklandschaft Westfalen am Wasserschloss Raesfeld gegeben. Für Intendant Dirk Klapsing sei der Standort Raesfeld ein „Leuchtturm“ für die Musiklandschaft Westfalen.

Musiklandschaft Westfalen
©Petra Bosse (Archiv 2021)

Neue Herausforderung für das Orchester

Im Jahr 2012 trat das temporär zusammengestellte Orchester Festival-Philharmonie Westfalen, bestehend  aus 80 Musiker aus 25 Nationen,  mit ihren hochkarätigen Musikerinnen und Musikern aus der ganzen Welt erstmalig auf. In diesem Jahr jedoch steht das Orchester – mit Blick auf den Krieg in der Ukraine – vor einer ungeahnten, großen und neuen Herausforderung. „Für alle Orchestermitglieder, wozu auch Russen und Ukrainer gehören, wird es diesmal ein ganz besonderes Konzert werden“, erzählt der Ukrainer Igor Rosow.

Schrecken des Krieges täglich vor Augen

Familienmitglieder von Rosow und der Solistin Mariia Kostina befinden sich auch heute noch in der Ukraine. Sie wollen ihre Heimat nicht verlassen. „Wir bekommen täglich die schrecklichen Nachrichten von unserer Familie mitgeteilt. Wir hören, wie junge Frauen, Kinder ermordet werden und meine Mutter und Schwester leben dort mit dem täglichen Alarm“, berichtet die junge Ukrainerin. Niemand der Ukrainer hätten jemals damit gerechnet, dass es wirklich einmal zu einem Krieg in ihrem Land komme. Rosow und Kostina können es bis heute kaum fassen. Deshalb sei auch die Situation im Kreis des Orchesters schwierig, aber, „wir machen wie früher nur Musik zusammen und möchten nicht, dass ein Konzert zu einer politischen Bühne wird“, sagt Orchester-Manager Rosow.

Krieg in der Ukraine trübt die Vorfreude auf das Konzert bei der Solistin Mariia Kostina und dem Konzertmanager Igor Rosow aus der Ukraine. Sie werden dennoch im Sommer bei der Musiklandschaft Westfalen dabei sein ©Petra Bosse

Gutes tun – Ukraine Hilfe

Mit dieser Situation – auch als Nichtbetroffener – umzugehen, sei auch für Klapsing sehr schwierig. „Für uns war es trotz der ganzen Dramatik einfach wichtig, dass wir das Orchester zusammenbringen und dabei auch noch etwas Gutes tun und helfen können“, fügt Klapsing hinzu. So kommen je 1 Euro von jeder verkauften Raesfelder Eintrittskarte der „Ukraine-Hilfe“ zugute.

Die Höhner Musiklandschaft Raesfeld 2021
Die Höhner begeisterten 2021 das Publikum am Wasserschloss Raesfeld. Diesmal wird es für Henning Krautmacher ein Abschiedskonzert werden. ©Petra Bosse

Abschiedskonzert für Henning Krautmacher von den Höhner

Zukünftig soll wieder der Donnerstag, auch auf vielfachen Wunsch, der erste Konzerttag sein. „Damals war der Donnerstag noch aus der Not geboren. Zukünftig aber wird dieser Tag wieder mit eingebunden werden“, berichtet Klapsing. Und an diesem Tag, sowie am Freitag (5. August), werden die Höhner nicht nur nach dem großen Erfolg von 2021 gemeinsam mit der Philharmonie den Auftakt machen, sondern es wird auch gleichzeitig das Abschiedskonzert von Henning Krautmacher sein.  Inspiriert von der „First Night of the Proms“ spielt die „Festival Philharmonie Westfalen“ daher auch bekannte Werke herausragender Komponisten.

Musiklandschaft Raesfeld 2021

Filmnacht am Freitag

Hollywood am Schloss – die große Filmnacht unter Leitung Michael Zlabinger und Solist Stathis Karapanos, so heißt es am Samstag. Das Programm von „Hollywood im Schloss – die Nacht der Filmmusik“ ist eine Hommage an die großen Filmkomponisten der Neuzeit und der Klassik. Es werden Werke von John Williams, Ennio Morricone, Alexis Zorbas und Hans Zimmer sowie klassische Stücke aufgeführt, die in großen Blockbustern zu hören waren.

Kabarett mit Storno am Sonntag

Der Sonntag soll zukünftig auch weiterhin für kabarettistische Aufführungen genutzt werden. So dürfen sich die Besucher an diesem Tag wieder die Gruppe „Storno“ mit Funke, Philipzen und Rüther und ihrem Programm „Die Sonderinventur“ freuen.

Besondere Strahlkraft für Raesfeld

Diana Brömmel, Vorsitzende vom Ortsmarketing ist voller Vorfreude. „Egal ob Regen oder Sonne, die Konzerte haben besondere Strahlkraft für Raesfeld. Nach der Pandemie ist es für uns wichtig, und wir sind auch in der Verpflichtung, die Kultur wieder hochzufahren“, so Brömmel.

Und auch für Norbert Lüssen, Kommunalmanager Westenergie, sei es wichtig, dass die Konzerte wieder stattfinden können, denn Musik und Kultur sei ein wichtiger Beitrag zur Pandemie und der weltpolitischen Situation.

Unterstützung bekommt die Musiklandschaft Westfalen auch in diesem Jahr wieder von der Gemeinde Raesfeld, dem Ortsmarketing Raesfeld und den Sponsoren Firma Hetkamp – Helmut Ackmann sowie von westenergie Münster.

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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