Mit i-Dötzchen den Schulweg üben

Kreis Borken. Der Tornister steht bereit und die Schultüte ist gepackt: In der kommenden Woche starten im Kreis Borken knapp 4.100 Mädchen und Jungen ihre Schullaufbahn. Der Kreis Borken rät allen Eltern von Schulanfängern, ihre Kinder sorgsam auf den Schulweg vorzubereiten. „Richtiges Verhalten im Straßenverkehr müssen Kinder durch intensives Üben erst lernen“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Verkehr, Ludger Stienen. „Der neue Schulweg ist für die Kinder eine völlig neue Welt, die sie noch erkunden müssen.“ Eltern könnten ihren Kindern dabei helfen und mit ihnen den Schulweg üben – egal ob die i-Dötzchen den Weg zu Fuß zurücklegen, das Fahrrad oder den Bus benutzen.
Der Kreis Borken empfiehlt, Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der zusätzliche Verkehr im Straßenraum vor der Schule gefährde andere Mädchen und Jungen auf dem Weg zum Unterricht. „Den Verkehrsanfängern sollte Gelegenheit gegeben werden, selber Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln“, so Stienen. Zudem sei der gemeinsame Weg mit anderen Schulkindern eine Chance, Freundschaften zu schließen und den Orientierungssinn zu schärfen.
Eltern und Kinder sollten den Schulweg vor Schulbeginn mehrmals gemeinsam abgehen, um mögliche Gefahrenstellen zu erkennen und das richtige Verhalten zu besprechen und einzuüben. „Sinnvoll ist in jedem Fall, das Kind an den ersten aufregenden Schultagen zu begleiten“, betont Ludger Stienen. Zeigten sich Gefahrenstellen, denen das Kind nicht gewachsen ist, sollte ein anderer Weg zur Schule gewählt werden. Eltern sollten ihre Kinder auf Gefahren hinweisen und vor schlechten Beispielen warnen. Das gilt zum Beispiel für Erwachsene, die bei Rot die Straße queren.
Die Sicherheit auf dem Schulweg könne auch erhöhen, wer früh genug aufstehe, betont Stienen. „Hektik ist ein schlechter Begleiter, denn wer sich morgens schon beeilen muss, macht Fehler.“ Es sollte immer genügend Zeit fürs Aufstehen, Frühstück und den Schulweg eingeplant werden. „Ein Spielraum von mindestens zehn Minuten vermeidet Stress“, empfiehlt der Verkehrsexperte.
Viele Kinder im Kreis Borken fahren jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Schule. Ob ein Kind diese Herausforderung meistern kann, sollte von den Eltern sorgfältig abgewogen werden. Dabei spielen sowohl das Gefahrenpotenzial des Schulweges als auch der Entwicklungsstand des Kindes eine Rolle. Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen. „Dass der Fahrradhelm dazu gehört, dürfte inzwischen selbstverständlich sein“, ist Ludger Stienen überzeugt.
ABC-Schützen, die mit dem Bus fahren, brauchen ebenfalls Training. Warten an der Haltestelle, einsteigen ohne drängeln, hinsetzen und sitzen bleiben, umsichtig aussteigen: All das muss geübt werden.
Schon beim Kauf von Schulranzen und Jacken sollten Eltern auf Verkehrssicherheit achten, rät Ludger Stienen. Reflektoren oder reflektierende Streifen sorgten besonders in der dunklen Jahreszeit für Sichtbarkeit. „Helle und auffällig gekleidete Kinder werden schneller gesehen, und die Kfz-Fahrer können bei brenzligen Situationen eher reagieren.“
Und an die Autofahrer appelliert Ludger Stienen: „Sofort runter vom Gas, wenn Sie Schulkinder sehen!“
Hinweis an die Redaktionen:
Unter dem Titel „Der Kreis Borken sieht gelb“ werden Radio WMW, der Kreis Borken, die Kreispolizeibehörde, das Schulamt für den Kreis Borken, die Kreisverkehrswacht und die Sparkasse Westmünsterland in den kommenden Wochen für mehr Vorsicht und Rücksichtnahme auf dem Schulweg werben. Die Einladung zum Pressegespräch am Mittwoch, 19.08.2009, in Borken geht Ihnen in Kürze zu.

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Freie Journalistin und Bloggerin seit 2008. Nah am Menschen, lokal verwurzelt, journalistisch präzise. Ich schreibe über das, was vor der Haustür passiert – unaufgeregt, ehrlich und mit einem Blick für das Wesentliche. Kontakt MAIL redaktion[at]heimatreport.de . Tel.: 02865 9995556. Mailadressen und persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.