Maisernte hat begonnen – Monokultur birgt Risiken

In Raesfeld ist die Maisernte in vollem Gange. Landwirt Markus Brömmel nutzte das trockene Wetter um den Mais zu ernten. Zurzeit ist unter anderem auch der Lohnunternehmer Egbert Droste aus Raesfeld mit seinen Maishäckslern unterwegs.

Gerd Lammers nutzte die Gelegenheit, auf der Erntemaschine mitzufahren. Beeindruckt hat den Raesfelder besonders die Größe dieser Landmaschinen. Der Häcksler der Firma New Holland hat 600 PS unter der Haube und eine Arbeitsbreite von 8 Reihen. Mit dem Dieselverbrauch von rund 1000 Liter pro Tag  gehört der Häcksler nicht gerade zu den  spritsparenden Fahrzeugen. Mit dieser Literzahl können am Tage ca. 20-30 Hektar Mais geerntet werden. Gesteuert wird diese Maschine nur noch mit einem Joystick.

Maisanbau in NRW wird immer beliebter

In NRW wird auf einem Viertel der landwirtschaftlichen Fläche mittlerweile Mais angebaut. . Das waren im Jahr 2011 rund 277.000 Hektar, neun Jahre zuvor waren es noch fast 218.000 Hektar gewesen und in diesem Jahr gedeiht der Mais bestens.

Nicht nur die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund für Maisanbau, wichtigster Grund auch: Durch die Förderung der Stromproduktion in Biogasanlagen ist der Anbau von Mais wirtschaftlich besonders attraktiv. Allein 100.000 Hektar der Gesamternte geht in die Verstromung.

 Die Umweltorganisation Greenpeace sieht hier große Probleme und spricht von einer „Vermaisung“, denn Monokulturen bergen laut Greenpeace immer Probleme

Da der Mais sehr dominant ist, muss er im Frühjahr vor anderen Pflanzen geschützt werden, und im Sommer nimmt der Mais durch seine Größe anderen Pflanzen die Sonne.  Das hat zur Folge, dass darunter nichts mehr wächst und die Tiere nichts mehr zu Fressen haben. Und Schutz bietet der Mais auch nicht für Fasane, Hasen und Rebhühner.

Das alte Gleichgewicht der Natur und die landschaftliche Vielfalt soll laut der Kreisjägerschaft durch den Maisanbau verloren gehen. Nutzen vom Maisanbau haben die  Wildschweine, die mitten im hohen Mais nicht nur Futter, sondern auch Deckung vor den Jägern finden.

Fotos: Gerd Lammers

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