Für die Raesfelder Schulen wird es keine „luftunterstützende Maßnahmen“ geben.

Der Antrag der FDP-Fraktion dafür wurde am Montag im Ausschuss abgelehnt. Stattdessen werden für die Schulen zehn CO-2 Messgeräte, erst mal für Testzwecke, angeschafft.

Der Erste Beigeordnete Markus Büsken bezieht sich auf eine Empfehlung des Bundesumweltamtes. Diese besagt, dass mobile Luftreiniger in Schulen nur in Ausnahmesituationen sinnvoll seien. Auch stehe das Umweltamt generell dem Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte kritisch gegenüber.

Das Thema Lüften in Unterrichtsräumen sei für die Gemeindeverwaltung nicht neu und begleite den Schulalltag. Nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes sollten Klassenzimmer grundsätzlich regelmäßig gelüftet werden. Dadurch wird verbrauchte durch frische Luft ersetzt und die Feuchtigkeit aus dem Raum abtransportiert, was eine Reduzierung von Schimmelbildung führe.

Schulleitung favorisiert das normale Lüften

„Erst, wenn Fenster in Klassenräumen nicht genügend geöffnet werden können sollte geprüft werden, ob durch den Einbau einfacher ventilatorgestützter Zu- und Abluftsysteme, eine ausreichende Außenluftzufuhr erreicht werden kann“, schlägt das Umweltamt vor.

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Grundschulleiter Thomas Schlüter sieht den Einsatz von Luftreinigungsgeräte als nicht erforderlich an. Foto: Petra Bosse

Und auch Grundschulleiter Thomas Schlüter favorisiert das normale Lüften. „Durch Luftreinigungsgeräte entfällt das Tragen von Masken in Klassenräumen nicht. Auch muss weiterhin gelüftet werden, von daher sehe ich diese Geräte als nicht sinnvoll und erforderlich an“. Mittlerweile klappe, so Schlüter, das regelmäßige, stoßweise Lüften hervorragend und die Grundschüler haben sich sehr gut daran gewöhnt. Bereits im Herbst habe die Schulleitung einen Antrag auf CO2-Messgeräte gestellt. „Dieser ist jedoch von der Verwaltung abgelehnt worden“, fügt Schlüter hinzu.

Fensterlüftung funktioniert gut

Luftreinigungsgeräte seien lediglich in Ausnahmefällen als zusätzliche Maßnahme gerechtfertigt. Außerdem sei eine verlässliche Reduzierung der SARS-CoV-2 Viren ausschließlich durch mobile Luftreinigungsgeräte laut Umweltamt, basierend auf dem jetzigen Kenntnisstand, nicht eindeutig nachgewiesen. Deshalb werde auch weiterhin die Fensterlüftung, auch in der kalten Jahreszeit, empfohlen. Faustregel: etwa alle 20 Minuten für 5 Minuten Fenster auf.

Im Vorfeld habe die Verwaltung in den drei Raesfelder Schulen überprüft, ob alle Unterrichtsräume über die Fenster gut und effektiv gelüftet werden können. Dabei wurde laut Büsken festgestellt, dass es in den Raesfelder Schulen keine Belüftungsproblematik gebe. „In allen drei Schulen können alle Unterrichtsräume über die Fenster gut und effektiv gelüftet werden. Bestätigt wurde das im Herbst 2020 vom Landesministerium für Schule“, so Büsken.

Geräuschbeeinträchtigung

Im Ergebnis bedeutet das, dass mit „Fenster auf und lüften“ die Innenraumhygiene in Raesfeld vollumfänglich umgesetzt werden kann, und der Einsatz von Luftreinigungsgeräten für Raesfelder Schulen somit nicht erforderlich sind, da hier auch in den Wintermonaten es den Schulen gelungen sei, die empfohlenen Lüftungsintervalle einzuhalten. Kritisch gesehen werde auch die durch die Lüftungsgeräte Geräuschbeeinträchtigung und die Verdunkelung der Klassenräume.

CO2-Messgeräte werden getestet

Unabhängig jedoch plädieren beide Schulleitungen für den Einsatz von CO2-Messgeräten. „Die Geräte sollen helfen, das Lüftungsverhalten, quasi wie eine Ampelschaltung, für die Lehrkräfte zu optimieren“, erklärt Büsken.

Tobias Nießing, sackundiger Bürger der FDP, widersprach Büsken dahingehend, dass Schulleiter Schlüter gegen den Einsatz von Lüftungsgeräten sei. Er habe sich bei ihm persönlich dafür ausgesprochen, so Nießing. „Das stimmt so nicht. Wir sehen den Einsatz eher skeptisch“, sagte Schlüter am Mittwoch auf Nachfrage.

Mit sieben Ja und fünf Nein-Stimmen wurde der Antrag der FDP-Fraktion auf Installationen von raumlufttechnischen Anlagen abgelehnt. Stattdessen werden zunächst zehn CO2 – Geräte als Test zum Einsatz kommen, um erste Erfahrungen zu sammeln und später eventuell alle Klassenräume mit diesen Geräten auszustatten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 2000 Euro. Petra Bosse

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