Letzte Chance – außergewöhnliche Ausstellung „zum Abschied“ in der Villa Becker Raesfeld

Viele Bilder prasseln täglich auf uns ein, auch Bilder von verstorbenen Menschen, ohne uns jedoch wirklich zu berühren oder anzurühren.

Um so erschrockener sind wir, wenn wir uns wirklich verabschieden müssen. Das Sterben, den endgültigen Abschied vom Leben, haben wir aus unserem Alltag verdrängt. Der Fotograf Ignaz Böckenhoff (1911-1994) hat Zeit seines Lebens das Dorfgeschehen in Raesfeld fotografiert. Er hat auch Abschiede von verstorbenen Menschen fotografisch festgehalten.

So sah der letzte Abschied von verstorbenen Angehörigen früher aus. Eine Hausaufbahrung war festes, Halt gebendes Ritual und Teil nachbarschaftlichen Zusammenlebens. Wir haben diesen natürlichen, alltäglichen Umgang mit dem Sterben und dem Abschied aus unserem Leben weitestgehend verdrängt. So oder ähnlich kommt der Tod in unsere Wohnzimmer, täglich bis zu 250-mal im Fernsehen, PC-Games und Internet nicht inbegriffen. Mit dem wirklichen Leben hat das meist nicht viel zu tun.

„Letzte Chance – Abschied gestalten“ Mit dieser ungewöhnlichen Ausstellung zum Thema Leben und Sterben möchten wir Mut machen, über Abschied nachzudenken, eigene Vorstellungen zu entwickeln.

„Diese Verdrängung des Todes aus dem Leben erzeugt in uns die Illusion von Unsterblichkeit und raubt uns damit das Bewusstsein für den unschätzbaren Wert jeden Tages“ (von Fritz Roth aus – Das letzte Hemd ist bunt).

Dass es auch heute möglich ist, selbst den Abschied vom Leben zuhause zu gestalten, zeigt eine Fotoserie des Raesfelder Fotografen Reinhard G. Nießing.

Foto: Reinhard G. Nießing2006 hat Nießing die letzten Wochen seiner Mutter bis zum Tode begleitet, nicht nur als Fotograf, sondern als Sohn.

Eine Bildauswahl dieses sensiblen Lebensabschnittes will Mut machen und anregen sich auf Abschied einzulassen.

Es war kein leichter, aber ein lohnenswerter Weg!“

Eine multimediale Ausstellung, die den Dialog anstoßen möchte mit den Exponaten, mit sich selbst und Andren, mit jungen und alten Menschen…

Die Ausstellung ist in der Villa Becker in Raesfeld vom 25. Juni bis 8. Juli. Öffnungszeiten von Mo.- bis Fr. von 14 bis 19 Uhr und Sa. So. von 11 bis 18 Uhr. Die Ausstellung wird ständig von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizdienstes der Caritas begleitet und betreut.

Der Eintritt ist frei!

Die offizielle Eröffnung ist am 24. Juni um 16 Uhr.

 Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

 Montag, 25.6.2012, 19:30 Uhr, Villa Becker / Raesfeld

Vortrag „Das letzte Hemd ist bunt“
Es geht mir darum, uns Tod und Trauer wieder zu eigen zu machen, in den eigenen Lebens- und Handlungshorizont zu integrieren, anstatt sie an Experten zu delegieren. Für die Wiederentdeckung unserer Kultur des Sterbens und Trauerns müssen wir selbst die Verantwortung übernehmen – besser heute als morgen. Denn das letzte Hemd ist bunt. Nur Mut – wir haben viel zu gewinnen!“

Referent: Fritz Roth, Bestatter, Autor und Trauerpädagoge, Bergisch-Gladbach

Dienstag, 3.7.2012, 20:30 Uhr VHS-Kino Borken

 Kinofilm „Halt auf freier Strecke“ Deutschland 2011, 110 min, FSK 6 Jahren.

Eine Geschichte der Extreme, die aus alltäglichen Vorgängen erwachsen, eine Geschichte, die im Tod das Leben feiert.

Frank und Simone haben sich einen Traum erfüllt und leben mit ihren beiden Kindern in einem Reihenhäuschen am Stadtrand. Sie sind ein glückliches Paar, bis zu dem Tag, an dem bei Frank ein inoperabler Hirntumor diagnostiziert wird. Die Familie ist plötzlich mit dem Sterben konfrontiert.

Gewinner des 62. Deutschen Filmpreises  „Ein mutiger, ein großartiger Film« ZDF heute journal

 Donnerstag, 5.7.2012, 19:30 Uhr, , Villa Becker / Raesfeld

„Hätten wir´s mal vorher gewusst!“ Manchmal ist der Weg bis zum Abschied lang, sensible und fachkompetente Begleiter können dann gut tun; wenn man denn von ihnen weiß!

Vorstellung der Palliativ- und Hospizarbeit der Caritas Pflege & Gesundheit in Raesfeld.

Referenten:  Anke Gesing, Pflegedienstleitung und Team  Judith Kolschen, Hospizkoordinatorin und Trauerbegleiterin

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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