Wie schon berichtet, sollen im Jugendhaus Erle Flüchtlinge untergebracht werden. Eine Gruppe Erler ist dagegen und hat ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Jugendhauses initiiert.
Dazu erreichte uns heute ein Leserbrief von Ilona Schmidt aus Erle
Dass Eltern auf das Wohl ihrer Kinder achten und beste Lebensbedingungen für sie wünschen, ist mehr als nachvollziehbar. So auch diejenigen, die sich für den Erhalt des Erler Jugendhauses stark machen.
Für ihr Grundanliegen, den Kindern einen Raum für Freizeitaktivitäten zu erhalten, haben sie mein vollstes Verständnis. Was sich mir aber nicht erschließt: Welcher Schaden wird ihrer Meinung nach den Erler Kindern eigentlich zugefügt, wenn sie räumlich ein wenig zusammenrücken? Was genau wird den Kindern dann essentiell fehlen? Es ist ja nicht so, dass das Jugendhaus ersatzlos geschlossen wurde. Und es ist auch nicht so, dass es für alle Zeiten alternativ genutzt werden soll. Auch ist es nicht so, dass das Jugendhaus dermaßen frequentiert wurde, dass jetzt in dem Raum über der Turnhalle das große Gedrängel stattfindet.
Eher geht in meinen Gesprächen mit Erler Bürgern (nicht nur alten) die Wahrnehmung dahin, dass man sich schon seit einigen Jahren oft fragte, in welchem Umfang Jugendarbeit überhaupt noch stattfand. Und letztendlich ist auch eine Tatsache, dass bislang kein einziger Jugendlicher oder gar eine Gruppe empört vorgetreten wäre, um sich über die neuen (unhaltbaren?) Zustände zu beschweren.
Eltern sorgen sich um ihre Kinder. Ja. Auch die Eltern der syrischen Kinder tun das, die nicht nur ein paar Quadratmeter Freizeitfläche verloren haben, sondern ihre Heimat, ihre Sprache, ihren Kulturraum, vielleicht sogar Teile ihrer Familie. Ich hatte und habe viel mit Kindern zu tun und ich weiß: Die meisten Erler Kinder werden gerne teilen. Für mich ist das Ausdruck einer starken Dorfgemeinschaft
Ilona Schmidt
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