Die LEADER-Region Bocholter Aa reagiert auf die Ausbreitung invasiver und giftiger Tier- und Pflanzenarten. In Isselburg, Bocholt, Rhede, Borken und Velen werden dazu verschiedene Maßnahmen getestet.
Pilotflächen sollen Biodiversität stärken
Ziel des Projekts ist es, heimische Pflanzenarten zu stärken und problematische Arten wie Riesenbärenklau, Staudenknöterich, Jakobskreuzkraut sowie Nutria und Bisam einzudämmen. Auf ausgewählten Pilotflächen werden unter anderem Mahd, händisches Entfernen und biologische Bekämpfung erprobt.
In Borken liegt der Schwerpunkt auf dem Jakobskreuzkraut. Die giftige Pflanze ist heimisch, kann sich aber massenhaft vermehren. Auf zwei städtischen Pilotflächen sollen unterschiedliche Methoden verglichen werden.
Blutbär-Raupen gegen Jakobskreuzkraut
Auf einer Fläche wird das Jakobskreuzkraut ausgestochen und anschließend nachgesät. Auf einer zweiten Fläche wird die sogenannte Andreas-Frahm-Methode angewendet. Dabei kommen Raupen des Blutbären zum Einsatz, einer heimischen Schmetterlingsart, die sich natürlicherweise vom Jakobskreuzkraut ernährt.
Andreas Frahm stellte die Methode am Mittwoch, 27. Mai 2026, Vertretern der Stadt Borken, des Kreises Borken, der Landwirtschaftskammer, der Landwirtschaft sowie des Imkereivereins im Borkener Rathaus vor. Anschließend wurden die Pilotflächen besichtigt.
Bis Herbst 2028 soll die biologische Methode erprobt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und sollen künftig auch anderen Regionen als Orientierung dienen.
Öffentlichkeitskampagne begleitet Projekt
Begleitet wird das Vorhaben durch eine Öffentlichkeitskampagne. Sie soll die Bedeutung der Biodiversität stärker ins Bewusstsein rücken und Akteure aus Landwirtschaft sowie Wasser- und Bodenverbänden einbinden.
Das Projekt knüpft an das LEADER-Projekt „Biodiversität – Grüner Faden durch die LEADER-Region Bocholter Aa“ an, das von 2020 bis 2022 umgesetzt wurde.
Für die beteiligten Kommunen ist das Projekt auch ein Praxistest. Die unterschiedlichen Methoden sollen zeigen, welche Maßnahmen auf welchen Flächen wirken und wie sich ökologische Ziele mit Landwirtschaft, Gewässerunterhaltung und kommunaler Pflege verbinden lassen. Die dokumentierten Ergebnisse können später anderen Regionen helfen.
Die LEADER-Region Bocholter Aa will damit nicht nur einzelne Flächen verbessern, sondern langfristig Wissen für den Umgang mit problematischen Arten aufbauen.



























