Landschaft verbindet. Gemeinsam für ein buntes NRW

Die Raesfelder, Erler und Homeraner Landwirte trafen sich am Freitag vor dem REWE Markt, um die Bürger zu informieren.

RAESFELD. Rund 35 Landwirte haben sich zusammengefunden, um über die derzeitige politische Situation zu informieren. Darüber hinaus verteilten sie heimische, landwirtschaftliche Produkte sowie bienenfreundliche Blumenmischungen unter dem Motto „Co-Operation, anstatt Verbote! Jedes Jahr legen besonders die Landwirte viele Hektar Blühmischungen an.

Daürber hinaus gab es, trotz des Dauerregen für die vorbeikommenden Besucher Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln aus regionalen Anbau, sowie Bratwurst und für die Kinder und ein kostenloses Foto-Shooting.

Land schafft Verbindung Raesfelder Landwirte

Die friedlichen Proteste in den vergangenen Monaten haben, so die Landwirte, gezeigt, dass ihnen viele Türen geöffnet wurden. Diese wollten sie nun auch mit ihrer Aktion am Freitag unter dem Motto „NRW blüht auf“ nutzen. Blühen statt Steingärten, war unter anderem ein Thema, wofür sie standen.

Buntes Programm

An die vorbeikommenden Kunden am REWE-Markt verteilten sie insektenfreundliche Blühmischungen für eine gesunde Vielfalt in der Natur, besonders für Bienen.

Schwerpunktmäßig informierten die Landwirte auch über die neuen Düngeverordnungen und beantworteten Fragen rund um die Landwirtschaft.

Land schafft Verbindung Raesfelder Landwirte

Der Berufsstand der Landwirte hat seit einiger Zeit mit einem Imageproblem zu kämpfen. Kostensparend und in großen Mengen zu produzieren wegen zunehmender Nachfrage nach „billigen“ Lebensmittel, hat heute nichts mehr mit dem gemütlichen Bauernhof-Bilderbuch-Image zu tun.

Wie teilweise das heutige Bild der Bauern, von den Medien und sogar von Naturschutzverbänden dargestellt wird, bekommen heute die Landwirte täglich zu spüren.

Land schafft Verbindung Raesfelder Landwirte
Dabei waren die Landwirte und Landwirtinnen Felix Brömmel, Anne Schlottbom und Anne-Grunewald-Olbing

Mobbing in Schulen und Kitas

Schlimm sei allerdings, so Anne Grunewald-Olbing, das Landwirte heute nicht mehr wertgeschätzt und ungerecht behandelt werden. Mittlerweile sei es sogar so extrem, erzählt die Marbecker Landwirtin, dass selbst schon ihr dreijähriges Kind in der Kita- gemobbt werde. „Es ist heute nichts Besonderes, dass das Schlagwort ‚dummer Bauer‘ selbst unter Kinder, sowohl im Kindergarten, als auch in Schulen auf der Tagesordnung steht und täglich die Runde macht“.

Land schafft Verbindung Raesfelder Landwirte

Landwirte sind derzeit der „Buhmann“ und gehen deshalb auf die Straße. „Redet mit statt über uns!“ – das fordert das Bündnis „Land schafft Verbindung“ von Politik und Verbrauchern. Und das machen sie derzeit. Sinnvoll, denn sonst geht das Höfesterben zwischen Düngeverordnung und verschärfte EU-Vorschriften weiter und die Luft auf eine gesunde heimische Landwirtschaft wird immer dünner.

Petra Bosse

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1 KOMMENTAR

  1. Landwirte wollen Verbraucher aufrütteln??? — Hat es nicht in Medien viele Artikel und Berichte gegeben, die trotz aller Umweltskandale immer wieder die Werbetrommel rühren? Allerdings zumeist für ein gescheitertes System der chemisch-industriellen Landwirtschaft mit Massentierhaltung und Exportorientierung. Treibhausgase aus Tierställen und von Feldern sind maßgebliche Triebfedern für den Klimawandel, belastete Gülle gefährdet Böden und Wasser, Feinstaub und resistente Keime sind große Probleme. Artensterben bei Tieren und Pflanzen (u.a. Insekten) ist maßgeblich durch die naturfeindlichen Methoden der Landwirtschaft verursacht; dazu gehört auch die Zerstörung von Biotopverbundlinien (wie Hecken). Knackpunkt: die flächendeckende Berieselung mit giftigen (auch für den Menschen gefährlichen) Pestiziden (Glyphosat in der Nabelschnur, im Bier usw…). Eine Reform der Agrarförderung könnte nun eine Umkehr zu einer naturgemäßen Wirtschaft ermöglichen, wird aber von den in Abhängigkeit zum Bauernverband fehlgeleiteten Betrieben mit einer Staffel von PR-Aktionen bekämpft: zuletzt „grüne Kreuze“ und nun mit Samentütchen!

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