Bürgermeister Andreas Grotendorst und der Erste Beigeordnete Martin Tesing zeigen sich erstaunt: Sie seien über diese Aktion nicht informiert worden.

RAESFELD. Die Beschäftigten des Altenheims Landhaus Keller werden am Donnerstag (13. 2.) um 10.30 Uhr Richtung Rathaus ziehen, um ein Zeichen zu setzen.

Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze und möchten, dass das Altenheim an diesem Standort erhalten bleibt und mit Belegschaft, Angehörigen und Bewohner wegen der Haltung der Kommunalpolitik um ihre zu betreuenden Gäste und ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Bürgermeister Andreas Grotendorst und der Erste Beigeordneter Martin Tesing zeigten sich am Mittwoch erstaunt darüber, dass die Gemeindeverwaltung über diese Aktion keine Mitteilung bekommen habe. Beide werden aus terminlichen Gründen nicht anwesenden sein, da sie laut Tesing an diesem Vormittag auf einer, seit langem geplanten Bürgermeister/Beigeordnetenkonferenz in Stadtlohn teilnehmen. „Der Sprecher des Insolvenzverwalters Thomas Schulz hat diesen Termin nicht mit uns abgesprochen“, so Tesing. Laut Schulz haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landhauses und der Altenheime diesen Termin selber festgelegt, und auch die Gemeinde darüber informiert.

Gemeinde hält an ihren Plänen fest

In Sachen Landhaus Keller hält die Gemeindeverwaltung an ihren Plänen nach einstimmigen Planungsausschuss-Beschluss daran fest: kein Altenheim- und keine Seniorenresidenz an diesem Hotelstandort.

Die Gründe dafür liegen über 30 Jahre zurück. Im Jahre 1988/1989 wurde das Hotel von der Familie Krebber in exponierter Lage erbaut, um insbesondere weitere für den Akademiebetrieb am Schloss dringend benötigte Hotelzimmerkapazitäten anbieten zu können. An dieser Ausgangssituation hat sich bis heute nichts geändert, betont Tesing. „Es war und ist, so die Beschlusslage, immer als Hotelstandort vorgesehen“, fügt Tesing hinzu.

Dringend benötigte Kapazitäten

Vielmehr habe sich durch die Schließung der Hotels Epping sowie und des Hotels „Niewerther Hof“ die dringend benötigte Kapazität an Hotelzimmern in den letzten Jahren verringert. So haben Rat und Verwaltung der Gemeinde diese für das gemeindliche Leben, dem Akademiebetrieb und dem touristischen Anspruch der Schlossgemeinde missliche Situation als städtebauliches Defizit festgestellt und sind spätestens seit Schließung der oben genannten Hotels bemüht dieses zu beseitigen.

Das am 01.07.2019 gegen die Keller-Gruppe eröffnete Insolvenzverfahren ändert insofern nichts an der Bedeutung des Hotelstandortes und der Einschätzung der Gemeinde Raesfeld.

Angst um Arbeitsplätze – Schreiben an Minister Spahn

In diesem Prozess zwischen Insolvenzverwalter und Verwaltung haben derzeit die Beschäftigten im Altenheim andere Sorgen. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. In einem gemeinsamen Schreiben von Angestellten und Bewohnern an den Gesundheitsminister Jens Spahn machen sie Unmut Luft und sprechen so von einem anstehenden Skandal. Sie haben darüber hinaus den Eindruck, dass nach Asylanten und Ausländern nun auch Ältere nicht mehr im öffentlichen Raum erwünscht seien.

Dies sieht der Erste Beigeordnete Martin Tesing anders. „Mit Blick auf die Pflegebedarfsplanung des Kreises Borken, die laufend fortgeschrieben wird, stehen darüber hinaus für die Bewohner des Landhauses Keller im Sozialraum „Borken, Heiden, Raesfeld, Reken“ genügend Pflegeplätze alternativ zur Verfügung. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich. Sie werden nach Rücksprache mit dem Kreis Borken auf dem Arbeitsmarkt dringend gesucht“.

Petra Bosse

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