Im Jahr 2023 gab es vor allem mehr Ladendiebstähle und Betrugsdelikte, jedoch insgesamt stagnierende Zahlen in der Kriminalitätsstatistik des Kreises Borken sowie eine geringere Kriminalitätsbelastung als im Landesdurchschnitt.
Am Mittwoch wurde die Kriminalitätsstatistik 2023 von Direktionsleiter der Kreispolizeibehörde Borken Bernd Höyng vorgestellt.
Die Fallzahlen Gesamtkriminalität liegen mit 24.539 bekannt gewordenen Straftaten
auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aufklärungsquote konnte in 2023 auf 59,8 %, sprich 14.664 Delikte gesteigert werden.
Entwicklung der Gesamtkriminalität
Die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Straftaten im Jahr 2023 belief sich auf 24.539, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Aufklärungsquote konnte auf 59,8 % gesteigert werden.
Nichtdeutsche Tatverdächtige – 12,3 % niederländische Staatsangehörige
Der prozentuale Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an den Tatverdächtigen insgesamt ist von 29,1 % auf 30,0 % angestiegen. Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung im Kreisgebiet betrug in 2022 (letzter Erhebungsstichtag) 11,3 %.
Dies entspricht 42.748 nichtdeutsche Einwohner im Kreisgebiet. Im Vorjahr lag der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung bei 9,9 % (37.039 nichtdeutsche EW). Den größten Anteil an den nichtdeutschen Tatverdächtigen haben mit 12,3 % niederländische Staatsangehörige.
Landrat Kai Zwicker weist darauf hin, dass der Prozentsatz der nichtdeutschen Tatverdächtigen bezogen auf die gesamte nichtdeutsche Bevölkerung im Kreis von 7,3 Prozent auf 6,8 Prozent gefallen ist.
pro-Kopf-Kriminalitätsbelastung
„Diese Zahlen sind zwar hoch und sollten nicht unterschätzt werden, aber jeder Rückgang, selbst wenn er nur geringfügig ist, ist als positiv anzusehen“, betonte Zwicker. „Über fast 25.000 bekannt gewordene Straftaten kann man sich nicht freuen – auch wenn die pro-Kopf-Kriminalitätsbelastung im Kreis Borken geringer ist, als im Landesdurchschnitt“, so Zwicker. Insgesamt sei der Zuwachs der nichtdeutschen Bevölkerung im Kreis Borken und vor dem Hintergrund der Flüchtlinge und dem Krieg in der Ukraine von 37.039 auf 42.748, und damit um mehr als 15 % gestiegen.
Delikte im Fokus
Körperverletzungsdelikte: Die Zahl der Körperverletzungsdelikte blieb mit insgesamt 2.468 Fällen stabil, mit einem Rückgang bei schweren und gefährlichen Körperverletzungen und einem Anstieg bei leichten Körperverletzungen.
Fahrraddiebstahl: Im Bereich Fahrraddiebstahl verzeichnete man einen Rückgang um 5,5 %, wobei der Wert der gestohlenen Fahrräder, besonders von E-Bikes und Pedelecs, zunahm. Die Aufklärungsquote bleibt bei 7,8 % stabil.
Ladendiebstähle: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ladendiebstähle um 21,6 % auf 1.085 Fälle, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren darstellt.
Wohnungseinbruchdiebstähle: In 2023 kam es lediglich zu einem leichten Fallzahlenanstieg von 2,3 %. Der Anteil der versuchten Taten liegt bei 42,0 % (Vorjahr: 44,3 %). Durch Klärung von Tatserien konnte im vergangenen Jahr ein Drittel der Straftaten aufgeklärt werden.
Betrug: Weiterhin deutliche Zunahme von 8,6 Prozent bei Betrugsdelikte, wozu sich das Übel der immer weiter steigenden Cyberkriminalität versteckt.
Viele Menschen erhalten betrügerische Mails, Kurznachrichten oder Telefonat. Glücklicherweise fallen die meisten nicht auf die Maschen herein. Aber immer wieder gelingt es den dreisten Betrügern, ihre Opfer um ihr Geld und Erspartes zu bringen. Oft handelt es sich um Seniorinnen und Senioren, deren Gutgläubigkeit von den Tätern ausgenutzt wird.
Straftaten aus dem Inland wurden zu 71 Prozent aufgeklärt (2022: 49 Prozent). Knapp die Hälfte der Delikte erfolge aber aus dem Ausland und sei dann nur schwer ermittelbar.
Hier zum Nachlesen der Statistik im Jahrbuch, welches auch die Zahlen für die 17 Städte und Gemeinden des Kreises Borken enthält: Jahrbuch