Für den 18. Plattdeutschen Lesewettbewerb im Münsterland des Kreises Borken hatten sich die Grundschülerinnen und Schüler der Sebastianschule gut vorbereitet.

Insgesamt sieben Grundschüler traten am Montagmorgen zu dem Lesewettbewerb an. Gewinnen kann immer nur einer, und das war Lukas Seggewiß, der nun beim Kreisenwettbewerb die Sebastianschule vertreten wird. „Meine Eltern sprechen mit mir immer hochdeutsch, aber untereinander sprechen sie platt“, so der Viertklässler, und der selber sich mit seinen Freunden nur in hochdeutsch unterhält.

Richard Sühling vom Heimatverein Raesfeld übte in den letzten Wochen fleißig mit den Mädchen und Jungen den Text von „Den nijen Knecht“. Für Außenstehende kaum verständlich, kam der Text jedoch bei den Grundschülern recht flüssig über die Lippen. Kein Wunder, denn die Kinder kennen das münsterländische Platt schon seit ihrer Geburt und sind damit groß geworden. Wie Merle Nießing, die immer mit Oma und Opa in platt redet. „Ich spreche nur mit Oma und Opa, und der Uroma beim Essen platt. Ansonsten nie“, so Frank Möllmann. Untereinander also hochdeutsch, und für den Wettbewerb wurde die „zweite Fremdsprache“ erst einmal noch so richtig geübt und aufgefrischt.

Lukas Seggewiß fährt nach Borken
Lukas Seggewiß fährt nach Borken

Plattdeutsch sprechen auch die drei Lehrpersonen in Jury nicht. Weder Manfred Grömping noch Christa Knabe oder Stefanie Steinkamp. Nur eines haben alle drei gemeinsam. Sie verstehen platt und sind ebenfalls damit groß geworden. Anders sieht es allerdings bei den den restlichen Juroren aus. „Ik küür Platt“ oder „ik proat Platt“ können Richard Sühling, Martha Ening und Annemarie Schulte-Terhart von sich behaupten.

Mit dem Plattdeutschen Lesewettbewerb möchten die Veranstalter, Kreisheimatpflege, einen sinnvollen Beitrag zur Erhaltung und Pflege des plattdeutschen Sprachgutes leisten. Aus diesem Grunde gibt es bereits schon in Vorrunde Preise in den Schulen, damit sich die Kinder verstärkt für die Sprache interessieren und sie darüber hinaus auch gebrauchen.

Frank Möllmann und Joana Lehmbrock lagen am Ende punktegleich und können auf den gemeinsamen 2. Platz recht stolz sein.

Die Kreisentscheidung findet am Donnerstag, 13. März im Kreishaus Borken statt. Dann ermittelt eine Jury die Wettbewerbsiegerinnen und Sieger im Kreis Borken.

 

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