Im Jahr 2024 bezog in Nordrhein-Westfalen etwa jede neunte Person Leistungen der sozialen Mindestsicherung.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW waren landesweit rund 1,997 Millionen Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen – das entspricht 11,1 Prozent der Bevölkerung. Der Kreis Borken schnitt dabei überdurchschnittlich gut ab: Mit einer Quote von 6,3 Prozent lag er landesweit auf Rang zwei hinter dem Kreis Olpe.
Weniger Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen
Laut IT.NRW sank die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger im Vergleich zu 2023 um rund 9.600 Personen (−0,5 Prozent). Die Mindestsicherungsquote blieb damit im Landesdurchschnitt konstant bei 11,1 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren schwankte sie zwischen 11 und 12 Prozent. Den bisherigen Höchstwert verzeichnete NRW im Jahr 2016 mit 12 Prozent bzw. 2,15 Millionen Leistungsbeziehenden.
Deutliche Unterschiede zwischen den Leistungsarten
Die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung erhielten, stieg 2024 um 6,4 Prozent auf 321.050 Personen. Dieser Anstieg setzte sich damit im vierten Jahr in Folge fort. Rückläufig war hingegen die Zahl der Leistungsbeziehenden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (−14,6 Prozent bzw. −15.100 Personen) sowie beim Bürgergeld nach SGB II (−0,4 Prozent bzw. −6.000 Personen).
Zu den Mindestsicherungsleistungen zählen:
- Grundsicherung für Arbeitssuchende (Bürgergeld nach SGB II)
- Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung (SGB XII)
- Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen (SGB XII)
- Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
Ruhrgebiet mit höchsten Quoten – Münsterland schneidet besser ab
Die höchsten Mindestsicherungsquoten wurden 2024 im Ruhrgebiet registriert. Gelsenkirchen lag mit 21,7 Prozent an der Spitze, gefolgt von Essen, Dortmund und Gladbeck (jeweils über 17 Prozent). Am unteren Ende der Rangliste stehen der Kreis Olpe (6,1 Prozent) und direkt danach der Kreis Borken (6,3 Prozent).
Im Regierungsbezirk Münster lag der Durchschnitt bei 10,2 Prozent. Auch die übrigen Münsterlandkreise wiesen vergleichsweise niedrige Quoten auf: Warendorf 7,6 Prozent, Steinfurt 7,3 Prozent und Coesfeld 6,6 Prozent.



























