Sich in die Gemeinde einbringen und Danke sagen. Das möchte die Familie Mamou aus Syrien.

Seit rund drei Monaten haben das Ehepaar Talat und Zainab mit ihren Kindern, zwei und fünf Jahre, in Raesfeld ein neues Zuhause gefunden.

Insgesamt sieben Monate sind sie in Deutschland. Davor lebten sie sieben Jahre in Katar und warteten auf ein Visum für Deutschland. Nun sind sie froh, dass es endlich geklappt: „Das war nicht unsere Heimat und für immer wollten wir dort nicht leben“, sagt Zainab rückblickend.

Gemeinschaft Raesfeld Coronakrise
Foto: Petra Bosse

Gummiband ist Mangelware

Das syrische Ehepaar, sie Mathematikerin, er von Beruf Buchhalter, nehmen die Coronakrise gelassen. „Wir haben aber gleich zu Anfang der Krise mitbekommen, dass es in Raesfeld an Nasen-Mundschutz Masken fehlt. Deshalb fingen wir an, welche zu nähen“, sagt Talat Mamou. Als Stoff werden Putzlappen verwendet, die von innen mit Filterpapier ausgelegt werden können. Mittlerweile es sei aber, so Zainab, dass es schwierig sei, an das passende Gummiband zu kommen. Dadurch ist momentan die Fertigstellung ins Stocken geraten.

Masken aus Putzplappen

60 Masken, für Erwachsene und Kinder sind mittlerweile fertig. Einige warten noch darauf, mit einem Gummiband versehen zu werden. „Die Masken sind sehr funktional, denn sie bestehen und können schnell gewaschen und getrocknet werden“, so Nicole Höbing, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Raesfeld.

Es macht uns glücklich, dass wir so gut aufgenommen wurden und denken, dass wir alle in dieser Zeit zusammenstehen müssen

Als Anerkennung etwas zurückgeben

Da beide Englisch und ein wenig Deutsch sprechen, gab es, wie sie betonen, überhaupt keine Schwierigkeiten, sich in der Zeit des Kontaktverbots und der Coronakise mit den Leuten zu verständigen. Beide zeigen vollstes Verständnis dafür, dass sie einen Mund-Nasenschutz tragen müssen und haben sich gut damit arrangiert. Unterstützung bei allen anderen Alltagsfragen bekommen sie von ihren Nachbarn. „Es macht uns glücklich, dass wir so gut aufgenommen wurden und denken, dass wir alle in dieser Zeit zusammenstehen müssen“, so Talat. Das sei auch der Grund gewesen, um der Gemeinde und den Menschen mit dem Nähen ihre Dankbarkeit zu zeigen und ihnen damit als Anerkennung etwas zu zurückzugeben.

Nun hoffen beide, dass sie endlich mit dem ersehnten Deutschkurs beginnen können. Gerne möchte Vater Talat einen kleinen Job annehmen. Nur von der Sozialhilfe leben, das sei nicht sein Ding.

Masken können bestellt werden

Der Erlös aus dem Verkauf der Masken kommt der Bürgerstiftung zugute.

Wer noch Masken braucht, so Nicole Höbing, kann sich telefonisch bei ihr melden unter der Nummer: 02865-955341 oder per Mail: [email protected] seine Bestellung aufgeben.

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