Keine Nutzungsgebühr: Schermbeck darf auch weiterhin „genießen“

Die beiden Großveranstaltungen „ Schermbeck genießen“  und „Stil & Art“ standen kurz vor dem Aus, denn die Fraktionen Bündnis 90/Grüne, SPD, USWG stellten im vergangenem Jahr einen Antrag, für die kommerzielle Nutzung von Flächen, die sich im Eigentum der Gemeinde Schermbeck befinden, ein Nutzungsentgeld zu erheben.

Die Firma und Betreiber dieser Events „Wirtzdesign“ war sich einig: Kommt es zu einer Platzgebühr, hätte dies  dies das sofortige Aus beider Veranstaltungen bedeutet.  Schermbeck darf aber nun weiterhin genießen, denn in der Wirtschaftsförderungsausschusssitzung am letzten Dienstag wurde mit den Stimmen der CDU, aber gegen die Stimmen der anderen Ratsfraktionen, ein Verzicht auf Entgelt für die Nutzung öffentlicher Flächen beschlossen.

Dieser Beschluss bezieht sich auf die beiden Großveranstaltungen Stil & Art und „Schermbeck genießen“. Von dem Verzicht auf eine Erhebung von Entgelt hatten die Festorganisatoren die Einstellung der Top-Events abhängig gemacht.

Zu diesem Beschluss äußerte sich „Wirtzdesign“:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir meinen das die Entscheidung des Wirtschaftsförderungs-Ausschusses für Schermbeck richtig ist. Jetzt können wir die seit Monaten laufende Planung für beide Veranstaltungen in 2011 fortsetzen. Das es aber in den Fraktionen (außer der CDU) in absehbarer Zeit einen Sinneswandel geben wird, bezweifeln wir ausdrücklich. Für 2012 und die folgenden Jahre, haben wir keine Planungssicherheit mehr, das zeigt uns das knappe Ergebnis der Abstimmung. Daher werden wir zu gegebener Zeit neu entscheiden müssen. Der gleiche Antrag wurde von den Grünen schon im letzten Jahr gestellt, deshalb wollen wir unsere unternehmerische Planung und Entscheidung nicht von Jahr zu Jahr von dem Goodwill der Fraktionen abhängig machen. Für dieses Jahr werden wir beide Veranstaltungen wie gewohnt durchführen, dafür hatten wir schon im Vorfeld die Planungssicherheit von Bürgermeister Grüter bekommen.

Zusammen mit dem FloraPark führen wir „Stil & Art“ in diesem Jahr zum 6. Mal durch. „Schermbeck genießen“ wird von uns alleine zum 9. Mal organisiert. Mit viel Herzblut haben wir bisher diese Veranstaltungen geplant und durchgeführt. Dank einiger Sponsoren konnten wir mit Pflanzen, Teppichen und Lacktischdecken ein tolles Ambiente schaffen. Die ständigen Querelen über Bauhofkosten und Platzmieten nehmen uns nicht nur die Lust an der Planung, sie enttäuschen uns auch gewaltig, weil wir außer von der CDU, keine Wertschätzung unserer Bemühungen für das Gemeinde-Marketing spüren.

Wirtschaftsförderung wird uns ebenso abgesprochen wie die touristische Belebung des Ortes. Wir sind auch nicht mehr bereit, uns von den Machtkämpfen zwischen den Parteien zerreiben zu lassen. Keine der Fraktionen (außer der CDU) ist auf uns zugekommen, um sich vor der Sitzung über unsere Arbeit ein Bild zu machen. Der ständige Vergleich, mit dem Trödelmarkt, lässt uns vermuten, das man sich über den Stellenwert unserer Veranstaltungen nicht im Klaren ist. Man bückt sich nach 10 Cent und verliert 10,00 €.

Für die Messe „Stil & Art“ übernehmen wir einen mit Pizzaschachteln, Flaschen, Dosen, Zigarettenschachteln und Glasscherben verunreinigtes Gelände. Diesen und unseren Abfall beseitigen wir selbst und verlassen das Gelände absolut sauber. Selbst die auf dem Gelände befindlichen Papierkörbe werden vor Beginn der Veranstaltung von unseren Mitarbeitern geleert. Bei der Beseitigung von Fettspritzern macht das von uns beauftragte Unternehmen keinen Unterschied, ob der Fleck von uns verursacht wurde, oder von den parkenden Fahrzeugen stammt. 12.500,00 € wurden bisher aus der Besteckrückgabe an Schermbecker Institutionen gespendet. Wenn, wie geschrieben steht, die schlechte Haushaltslage mit diesen Gebühren verbessert werden soll, fragen wir uns natürlich, an welche Gebührenhöhe hat man denn gedacht?

Zwischenzeitlich veranstalten wir auf Anfrage einiger Städte 3 weitere Gourmetfeste. In allen Städten erhalten wir Zuschüsse oder haben einen Geldwerten Vorteil. Es ist traurig, dass wir ausgerechnet in unserer Heimatstadt so wenig Wertschätzung von der Politik erfahren. Für „Stil & Art“ haben wir in den letzten Tagen 3 attraktive Standort-Angebote bekommen. Dort haben wir ein geschlossenes Gelände, ausreichend Strom- und Wasseranschlüsse, brauchen keinen Teppich, keine Bewachung, keinen Toilettenwagen und was am wichtigsten ist, es stehen ausreichend Parkplätze für Aussteller und Besucher zur Verfügung. Durch die ständigen Querelen geht uns die Lust an der Organisation schermbecker Veranstaltungen verloren und das ist uns immer noch sehr wichtig. Hier trifft ein allgemein bekannter Spruch zu. Wer nicht will, der hat schon!

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Wirtz