„Generation Selfie“ – Kabarett mit Kalle Pohl auf der Erler Kleinkunstbühne

ERLE. Lautes Gelächter und viel Applaus gab es für den Kabarettisten Kalle Pohl, der bereits zum zweiten Mal am Samstagabend auf der Erler Kleinkunstbühne im Saal von Brömmel-Wilms stand. Mit seinem Bühnenprogramm „Selfie in Delfi“, die korrekte Schreibweise hätte heißen müssen „Selfie in Delphi“, was jedoch seinem Vetter Hein Spack, den der 65-jährige Pohl verkörperte, auf seiner Bildungsreise völlig schnuppe.

Kalle Pohl überzeugte das Publikum nicht nur mit unterschiedlichen Geschichten und Fiburen, sondern auch als Sänger mit seinem Akkordeon und lustigen Klängen und Texten.


Kalle Pohl, bekannt unter anderem durch „7-Tage, 7-Köpfe“ präsentierte dem Publikum jede Menge Verrücktheiten eines normalen Alltags, unter anderem auch den vielseitigen Einsatz eines Smartphones.

Die „Generation-Selfie“
Die „Generation-Selfie“ wurde an diesem Abend besonders durch den Kakao gezogen. In allen Lebenslagen und Situationen vielseitig einsetzbar, angefangen für den Gesundheitscheck wie Blutdruckmessen und EKG, bis hin zum Schrittzähler, seien die neuen Smartphone für alles zu gebrauchen. „Und bald können wir damit sogar noch eine Darmspieglung machen und direkt als Video bei Youtube hoch laden“.

Dicht umlagert nach seinem Auftritt war Kalle Pohl beim Verteilen von Autogrammkarten.

Und nicht zu vergessen seien die immer wieder gemachten Selfies. „90 Prozent der Smartphone-Benutzer machen Selfies, der Rest fotografiert sein Essen“, stichelte charmant der Komödiant. „Wen fotografieren wir aber am meisten? Natürlich den Menschen, den wir am liebsten haben“, stellte Pohl fest.
Nicht nur Apps und Handbücher für alle Lebenslagen erschweren das Leben junger Leute, sondern auch in Sachen Sex sei viel in den letzten Jahren passiert und wir werden, so Pohl, mit diesem Thema erschlagen. „Lafer, Lichter und Lecker. Muss das denn sein? Früher traf man sich, fand sich nett und hüpfte ins Bett. Heute blättern wir zuerst etliche Magazine durch und bekommen vorgeschrieben, dass ohne Sixpack gar nichts mehr geht“. Eine Folge davon sei der Geburtenrückgang, folgerte der Kabarettist haarscharf.


Seine Ideen kommen, verriet Kalle Pohl nach seinem Auftritt, immer aus seiner eigenen Dummheit heraus. Kabarett könne zwar nichts verändern, aber die Menschen aufheitern. „Ich denke, dass die Leute einen tollen Abend haben, sich köstlich amüsieren und das Leben ein bisschen leichter nehmen. Wir können aber als Kabarettisten nicht Gesellschaft umkehren. Dies kann sich auch ein politisches Kabarett abschminken. Ich glaube da nicht dran “. Petra Bosse

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