Informatives rund um den drittgrößten Flughafen in Deutschland

Düsseldorfer Flughafen3

 Sightseeing-Tour mit vielen Informationen rund um den Düsseldorfer Flughafen mit  Walter Großewilde

Der Flughafen Düsseldorf International ist ein deutscher Flughafen in Düsseldorf. Er wurde am 19. April 1927 eröffnet und ist heute das wichtigste internationale Drehkreuz des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Von den Passagierzahlen her ist der Düsseldorfer Flughafen drittgrößter in Deutschland. Insgesamt starten von Düsseldorf aus jährlich mehr als 18,15 Millionen (2008) Menschen mit 77 verschiedenen Fluggesellschaften zu weltweit 180 Zielen in 50 Ländern. Nach dem Scheitern von Anwohnerklagen wächst der Airport weiter, hier vor allem der Interkontinental- und Tourismusflugverkehr, da in erster Linie die Lufthansa und der in Düsseldorf beheimatete Ferienflieger LTU (heute airberlin) ihre Angebote ausgebaut haben. Auf Grund seiner stadtnahen Lage im Düsseldorfer Norden sowie einer guten Anbindung an das Autobahnnetz und den öffentlichen Nahverkehr weist der Flughafen geringe Transferzeiten sowohl in die Düsseldorfer Innenstadt als auch ins Ruhrgebiet auf.

(Fotos: Walter Großewilde)

Erste Jahre
Am Anfang war die Golzheimer Heide, Sandanwehungen aus der letzten Eiszeit, unbesiedeltes Land, der idyllischste Ort Düsseldorfs. Der ideale Spielplatz für die Ulanen und Husaren aus Pempelfort, der Ruhepol für die Kartäuser im Kloster an der Stelle der heutigen LTU-Wartungshalle. Die Luftschiffbegeisterung führte zum Bau der ersten Luftschiffhalle, die im südlich des heutigen Flughafengewerbeparks im Jahre 1909, am 22. Juni 1911 kam dann Graf Zeppelin selbst dort an. 1913 erfolgte der Bau der ersten militärischen Luftschiffhalle südlich von Zeppenheim, also im nordwestlichen Gebiet des heutigen Flughafengeländes. Und schon 1914 erfolgte der erste Angriff englischer Flugzeuge auf eben diese Halle. Nach dem Ersten Weltkrieg machten sich die Franzosen auf der Heide breit, und nach deren Abzug 1925 setzte Düsseldorf dort seinen Flughafen durch, gegen die preußische Regierung in Berlin, die Essen und Köln bevorzugte. Der Flughafen Düsseldorf wurde offiziell am 19. April 1927 vom damaligen Oberbürgermeister Robert Lehr eröffnet. Am 5. Oktober 1927 starteten vom Flugfeld Golzheimer Heide aus die ersten Propeller-Maschinen der Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet in Richtung Berlin, München und Malmö. 1933 wurden Lagerräume und Werkstätten für die Lufthansa errichtet; ein befestigtes Hallenvorfeld erweiterte das Abfertigungszentrum um 2200 Quadratmeter. 1936 errichtete die deutsche Luftwaffe auf dem Flughafengelände einen Fliegerhorst. Am 3. September 1939 wurde der zivile Luftverkehr eingestellt und die deutsche Luftwaffe übernahm den gesamten Flughafen. Ab 1943 war der Flughafen das Ziel von Fliegerangriffen der Alliierten. Am 23. Dezember 1944 wurden durch die Angriffe alle Hallen des Flughafens zerstört. Am 18. April 1945 wurde der Flughafen von US-Truppen besetzt und die nicht zerstörten Gebäude wurden als Unterkünfte genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Im März 1949 wurde die zivile Luftfahrt nach Reparaturarbeiten an Gebäuden und Startbahnen wieder aufgenommen. Am 1. Dezember 1950 übergaben die britischen Streitkräfte die Verwaltung des Flughafens an die Deutschen zurück. 1952 wurde die Hauptstartbahn auf 2475 Meter verlängert.
Der einzige wesentliche Flugunfall ereignete sich am 3. November 1957, als eine Douglas DC-4 kurz nach dem Start in ein bewohntes Gebiet abstürzte. Acht von zehn Insassen starben[1][2].
1969 wurde mit den Bauarbeiten für die neue Abfertigungsanlage begonnen, die Hauptstartbahn wurde auf 3000 Meter verlängert. Im Oktober 1975 wurde eine S-Bahn-Strecke (S 7) von Düsseldorf Hauptbahnhof zum Flughafen („Düsseldorf Flughafen Terminal“) eröffnet. Diese verkehrt heutzutage auch bis Solingen Hauptbahnhof. 1965 wurde zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den umliegenden Kommunen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster der so genannte „Angerland-Vergleich“ geschlossen. Er ist bis heute gültig und legte unter anderem die Kapazität des Flughafens (Einbahnkapazität, Endausbaukapazität) und das geltende Nachtstartverbot fest. Die fortdauernde Rechtsgültigkeit des Angerland-Vergleiches wurde 2002 – nach Kündigung des Vergleiches durch den Flughafen und einer sich daran anschließenden entsprechenden Feststellungsklage der Nachbargemeinden – gerichtlich bestätigt.
Am 24. Juni 1986 verkündet das Verwaltungsgericht Düsseldorf das erstinstanzliche Urteil gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Betrieb einer parallelen Start- und Landebahn. Dieses Urteil führte zu der Billigung einer reinen Ersatzbahn, die jedoch nur in Spitzenzeiten zu einer schnelleren Abfertigung des Luftverkehrs genutzt werden darf. Im Jahre 1988 erlebte der Flughafen Düsseldorf einen regen Zuwachs an Passagieren, was aufgrund einer einzigen Start- und Landebahn zu Kapazitätsproblemen führte.
Brandkatastrophe 1996
Am 11. April 1996 kam es am Spätnachmittag zu einem Brandunglück, bei dem 17 Menschen starben und 88 weitere verletzt wurden. Ursache war die unerlaubte Verwendung von Schaumpolystyrol bei der Isolierung der Zwischendecken und das Missachten von Brandschutzvorschriften bei Schweißarbeiten auf dem Dach von Terminal A. Außerdem hatte sich auf den Belüftungskanälen eine große Menge Staub angesammelt, über den sich das Feuer in Windeseile in alle Richtungen ausbreitete. Gründe für die vielen Todesopfer waren unter anderem das Fehlen von Brandschutztüren und die Verteilung der Rauchgase durch die Klimaanlage.
Beim fünf Jahre dauernden Hauptprozess am Landgericht Düsseldorf standen neben den Schweißern und der zuständigen Bauleitung auch zahlreiche Verantwortliche für den rund 30 Jahre zurückliegenden Bau der Abfertigungshalle vor Gericht. Dabei kam heraus, dass damals aus Kostengründen nicht ausreichend brandsichere Baustoffe verwendet, der bauliche Brandschutz vernachlässigt und keine Sprinkleranlage eingebaut worden war. Darüber hinaus wurden Versäumnisse der Flughafen-Feuerwehr deutlich: Es gab keine Brandsicherheitswache bei den Schweißarbeiten, Klimaanlage und Fahrstühle wurden zu spät stillgelegt, der erste Löschzug erschien erst 20 Minuten nach dem Feueralarm am Brandort. Ende 2001 wurde das Verfahren eingestellt, weil das Gericht nicht abschließend klären konnte, ob Baumängel oder das Versagen der Feuerwehr entscheidend für die Katastrophe gewesen waren. Verschiedene zivilrechtliche Schadenersatzklagen waren auch im April 2006, zehn Jahre nach dem Unglück, noch vor Gericht anhängig.
Die Terminals A und B wurden durch den Brand sehr schwer beschädigt und mussten aufgrund der starken Kontaminierung mit gefährlichen Schadstoffen im Anschluss vollständig kernsaniert (Terminal A) bzw. abgerissen (Terminal B) werden. Das Terminal C hingegen konnte nach Reinigungs- und Renovierungsarbeiten bereits einige Monate nach dem Brand noch im Jahre 1996 wieder in Betrieb gehen. Es diente bis zur Eröffnung des neuen Terminal B im Jahre 2001 als Terminal für die meisten Linienfluggesellschaften sowie die Langstreckenflüge der LTU. Lediglich die Lufthansa und deren Partner wurden bereits ab 1998 wieder im grundsanierten Terminal A als dauerhaftes Domizil abgefertigt. Die übrigen Fluggesellschaften wurden bis 2001 größtenteils in provisorischen Hallen (Abflughallen D und E) am Rande des Flughafengeländes abgefertigt. Mit der Eröffnung des Terminals B im Jahre 2001 fand die eigentliche Brandsanierung ihren Abschluss. Die beiden Fluggesellschaften mit den meisten Abflügen ab Düsseldorf sind die von Terminal A startende Lufthansa und die von den Terminals B und C startende Air Berlin/LTU-Gruppe.
Ein konfessionsfreier Gedenkraum befindet sich auf der Ebene 3 im öffentlichen Bereich des Terminals und ist täglich fast rund um die Uhr geöffnet.
Nach dem Flughafenbrand im April 1996 wurde von der Geschäftsleitung ein Umbau des Flughafens beschlossen.
airport 2000 plus
Das Projekt „airport 2000 plus“ umfasste eine Neugestaltung des Flugsteiges A, welche 1997 und 1998 vorgenommen wurde, einen neuen Flugsteig B, der zwischen 1999 und 2001 errichtet wurde, den Anschluss des Flughafens an das Schienennetz der Deutschen Bahn durch die Errichtung der Schwebebahn Skytrain 2000 und 2001, den Bau einer neuen Tiefgarage unter dem Zentralgebäude 2001, den Ausbau des Zentralgebäudes Ost 2001/2002 sowie die Erweiterung des Flugsteiges C 2001 bis 2003.
Das bisher größte Investitionsprojekt des Düsseldorfer Flughafens hatte ein Volumen von 378 Millionen Euro und wurde am 7. Mai 2003 offiziell fertiggestellt. Die Brandkatastrophe des Rhein-Ruhr-Flughafens hatte dabei weitreichende Folgen für Brandschutzverordnungen und Vorschriften für öffentliche Gebäude. Der Neubau des Flughafen Düsseldorfs zählt noch heute zu einem der Vorreiter in Sachen Brandschutz auf Flughäfen.
Besitzverhältnisse
Die Betreibergesellschaft Flughafen Düsseldorf GmbH verfügt über ein Stammkapital von 25.564.594,06 € (früher 50 Mio. DM). Die Gesellschafter sind:
• 50 % Landeshauptstadt Düsseldorf
• 50 % Airport Partners GmbH (40 % Hochtief AirPort GmbH, 20 % Hochtief AirPort Capital KGaA, 40 % Aer Rianta plc (hierbei handelt es sich um eine mittelbar über die Muttergesellschaft Dublin Airport Authority plc zu 100 % in irischem Staatseigentum stehende Gesellschaft))

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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