„Ich werde es sagen“

Theaterstück „Ich werde es sagen“ für Jugendliche thematisiert Kindesmissbrauch – Landrat Dr. Zwicker: „Aufführung macht betroffen, zeigt aber gleichzeitig Auswege und gibt Hilfestellung!“
Kreis Borken und Runder Tisches gegen häusliche Gewalt „GewAlternativen“ stellten das Projekt im Kreishaus rund 180 Fachleuten aus Schulen, Jugendämtern, Beratungsstellen, Justiz, Polizei und weiteren Institutionen vor
Kreis Borken. „Ich werde es sagen“ – So lautet der Titel eines aufrüttelnden Theaterstücks, das am Mittwochnachmittag im Borkener Kreishaus aufgeführt wurde.
[spoiler] Jugendgerecht, aber dabei auch sehr betroffen machend geht es darin um das schlimme Thema Kindesmissbrauch und vor allem um Wege, wie die jungen Opfer Hilfe erhalten können. Im Publikum saßen rund 180 Fachleute von Schulen, Jugendämtern, Beratungsstellen, Justiz, Polizei und weiteren Institutionen. Diese sollen nun dafür Sorge tragen, dass das Stück in vielen Orten im Kreis aufgeführt wird. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler ca. ab der 9. Klasse.
Organisiert wurde die Aufführung der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück vom Kreis Borken und vom Runden Tisch gegen häusliche Gewalt „GewAlternativen“. Dessen Schirmherr, Landrat Dr. Kai Zwicker, machte bei der Begrüßung deutlich: „Es ist außerordentlich wichtig, alle Maßnahmen und Projekte zu unterstützen, die diesen entsetzlichen Verbrechen an Kindern und Jugendlichen entgegenwirken!“ Das Theaterstück solle daher gleichermaßen aufklären wie wachrütteln, betonten die Veranstalterinnen Irmgard Paßerschroer von „GewAlternativen“ und Ute Gewers vom Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung.
Dem Solo-Stück „Ich werde es sagen“ liegt der autobiografische Erfahrungsbericht des dänischen Autors Kristian Ditlev Jensen zugrunde. Neun Jahre alt ist der Junge, als er, von seinen Eltern viel allein gelassen, den Pädosexuellen Gustav – ein Freund der Familie – kennenlernt, von ihm umgarnt und verwöhnt und schließlich zum Sex gezwungen wird. Die Schuld für sein drei Jahre dauerndes Martyrium aus Ekel, Scham und Einsamkeit sucht der Junge bei sich selbst, bis er schließlich die aufgezwungene Geheimhaltung durchbricht und beschließt: „Ich werde es sagen“.
Ein Raum, ein Stuhl, ein Fenster, auf dem Boden unbeschriebene Seiten Papier. Ein Mann, sein Foto aus Kindertagen, ein kleines in Zeitungspapier gewickeltes Paket. So beginnt das Stück. Reinhard Gesse spielt den Mann, das Kind, verschlossen, aufschreiend in diesem verlassen wirkenden engen Raum. Er erzählt von Gewalt und Autorität, von Wut und den kleinen Inseln der Geborgenheit, von seiner Verzweiflung, dem Ausbruch. Trotz der harten Thematik macht das Stück vor allem Hoffnung. Denn die Hoffnung ist es, durch die Kristian sich am Ende aus seiner Hilflosigkeit befreien kann. Eine zuweilen verzweifelte, zuweilen brüchige Hoffnung – doch am Ende rettet sie sein Leben.
Im Anschluss an die Aufführung bestand für alle Gäste die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Schauspieler Reinhard Gesse und den Veranstaltern. Irmgard Paßerschroer und Ute Gewers warben dabei dafür, „das Theaterstück zu buchen“. Das könnten vor Ort beispielsweise auch mehrere Institutionen gemeinsam tun. Nähere Informationen gibt es bei der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, Lange Straße 15, 49080 Osnabrück, Telefon: 0541/5805463-0, E-Mail: [email protected], Internet: www.theaterpaed-werkstatt.de. [/spoiler]

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