„Dem eigenen pädagogischen Kompass folgen“ – Hermann-Josef Buning nach 44 Jahren Unterricht in den Ruhestand verabschiedet.

Vier Schulleiter und nach eigener Schätzung mehr als 2000 Schüler erlebte der 70-jährige Erler in dieser Zeit als Lehrer am Gymnasium Mariengarden in Burlo. Buning hat die Entwicklung unserer Schule vom Jungengymnasium mit Internat bis heute nicht nur miterlebt, sondern maßgeblich geprägt.

Burlo (pd). Als am 22. August 1977 in NRW die Sommerferien enden, startet in Cape Canaveral die erste Voyager Sonde ihre bis heute mehr als 20 Mrd. Kilometer lange Reise; in Washington und Bonn regieren Jimmy Carter und Helmut Schmidt. Im Radio läuft ABBA; Gerd Müller hat am dritten Ligaspieltag gerade bereits sein 7. Tor geschossen. Am Burloer Gymnasium hat an diesem Tag ein junger Lehrer für Deutsch, Musik und Philosophie seien ersten Tag: Hermann-Josef Buning – Beginn einer Dienstzeit in Mariengarden, die erst 44 Jahre später nun endet.

Herman-Josef-Buning-Abschied-Mariengarden
Foto: Hermann-Josef Buning und Schulleiter Michael Brands

Umtriebige Pianist und Organist

Vier Schulleiter und nach eigener Schätzung mehr als 2000 Schüler erlebte der 70-jährige Erler in dieser Zeit. Die ehemalige Mittelstufenkoordinator, vielfache Klassenlehrer und umtriebige Pianist und Organist war an zahllosen schulischen Musikprojekten federführend beteiligt, etwa an dem traditionsreichen, jährlichen Konzert „Musik bei Kerzenschein“; er initiierte und leitete auch zuletzt rund 10 Jahre die Konzertreihe „music!garden“ im neu gebauten Forum Mariengarden, die seither zahlreiche Künstler nach Burlo geführt und auch Schülern die Welt der klassischen Musik eröffnet hat.

„Fachlich fundiert war es dein Anspruch, Schüler zu bilden und auch zu erziehen. Formales und abstrakte Vorgaben waren dir weniger wichtig. Du hast vielmehr vorgelebt, wie wichtig es ist, seine Schüler zu mögen, ja zu »lieben«“, resümierte Schulleiter Michael Brands, einer von mehreren KollegInnen, die auch selbst noch vom Neupensionär unterrichtet wurden, nun in einer kleinen Ansprache bei der Abschiedsfeier im Kollegium.

Schule als Jungbrunnen

Brands, der auch privat manche Leidenschaft mit Buning teilt, dankte ihm in persönlichen Worten als Ratgeber und Freund. „Schule war für dich auch immer ein Jungbrunnen“, umriss Brands Bunings Antrieb, nach Erreichen der offiziellen Altersgrenze weiter zu unterrichten, und wünschte ihm für die Zukunft Gottes reichen Segen. KollegInnen hatten u.a. mit Bildern und Grüßen von Weggefährten und Schulleiter a.D. Pater Kurt Fleischmann OMI ein 15-minütiges Video, ein philosophisches Ständchen und ein Abschiedsgeschenk vorbereitet.

Konferenzen und Korrekturen werde er zwar sicher nicht vermissen, wohl aber den Kontakt zu Schülern und Lehrern, ließ Buning selbst einen Hauch Wehmut erkennen. Aus der jahrzehntelangen eigenen Erfahrung gab er den zahlreichen jüngeren Kollegen den Rat, sich vor allem auf den eigenen inneren Kompass zu verlassen – eher als auf häufig kurzlebige pädagogische Modeerscheinungen.

Geschenke, Ständchen und kleine Aktionen

Geschenke, Ständchen und kleine Aktionen gab es in der kollegiumsinternen Feierstunde nach Unterrichtsschluss am Donnerstag auch für Gottfried Mainz (Mathematik/Sport) und Rolf Schmidt (Erdkunde/Sport), deren Verabschiedungen im letzten Schuljahr pandemiebedingt nicht oder nur digital hatten stattfinden können.

Bei dieser Gelegenheit nahmen LehrerInnen und Verwaltung außerdem noch einmal Abschied von Trevor Swan, Heinrich Schäfersküpper und Clemens Smirek, die sich jeweils nach ihrem offiziellen Ruhestand teils jahrelang weiterhin bei Sprachkursen, in der Schulbuchverwaltung oder im Beratungsteam engagiert hatten. Zur Verabschiedung waren auch zahlreicher ehemaliger Mariengardener Lehrerinnen und Lehrer gekommen. Zusammen ließ man die Feier mit einem kleinen Umtrunk ausklingen.

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