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Geschichten bei Kaffee und Kuchen – Die Koffieköppkes des Heimatvereins Erle

Veröffentlicht am

Die Koffieköppkes. Foto: Heimatverein Erle

von Carlo Behler – Heimatverein Erle.

Die Koffieköppkes – Die Archivgruppe des Heimatvereins Erle mit Tradition. Am 24. März findet eine Gedenkveranstaltung zur Bombardierung Erles am 23.3.1945 in der St. Silvester-Kirche statt.

In großer Runde sitzen im Heimathaus des Heimatvereins Erle zehn Frauen bei Geburtstagstorte und Kaffee. Die Koffieköppkes (Kaffeetassen) machen ihrem Namen alle Ehre. Seit 2015 hat sich die Fotogruppe des Heimatvereins diesen plattdeutschen Namen gegeben, denn zu Beginn des monatlichen Treffens an jedem 3. Mittwoch um 15.00 Uhr gibt es zum Einstieg immer eine Kaffeetafel. Zurzeit arbeiten 13 Frauen und ein Mann in der Gruppe mit, die meisten sind schon über 80 Jahre alt.

Die Gruppe wird seit vielen Jahren von Hildegard Gülker und Hedwig Rentmeister geleitet und betreut. Ingrid Horstmann ist vor allem für die sprachliche Gestaltung zuständig. Weitere Mitglieder sind: Margret Angrick, Marianne Müller, Ulla Meyerratken, Hanni Krusenbaum, Monika Heßling, Agnes Gröniger, Agnes Kuhlmann, Elisabeth Hörnemann, Gisela Wenzel, Charlotte Meiners und Bernd Cluse.

Vom Kaffeeklatsch zur Archivarbeit

Nach Kaffee und Kuchen geht es an die Arbeit. Insgesamt 17 Aktenorder mit an die 2000 Fotos haben die Frauen und Männer aus Erle in den letzten 30 Jahren archiviert, d. h. Jahr/Datum, Anlass, Ort und Personen zu den Fotos ausfindig gemacht und unter die auf Blätter geklebten Fotos vermerkt. Die Bilder bekommen sie von Erler Familien, häufig auch aus Nachlässen. Wollen Familien die Bilder zurückhaben, werden Kopien angefertigt. „Bei einigen Fotos dauert es lange, bis wir das Foto datiert und alle Personen und den Anlass identifiziert haben“, berichtet Gertrud Cluse.

Die-Brauchtumsgruppe-des-Heimatvereins-Erle

Eine Reise durch die Zeit – Das Archivieren von Totenzetteln

Die erste Generation der Fotoforscherinnen und Forscher, die Personen auf Fotos aus dem 19. Jahrhundert noch persönlich gekannt haben, ist mittlerweile verstorben. In den 1990er Jahren konstituierte sich die Gruppe als Brauchtumsgruppe.

Es wurden Texte über das Alltagsleben, besondere Ereignisse und Bräuche auf dem Dorf in der Vorkriegszeit vornehmlich auf Platt verfasst, vor allem von Dr. Elisabeth Schwane (+ 2015), auf Brauchtumsabenden vorgetragen und in Büchern und dem Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck veröffentlicht. Auch eine CD mit dem Titel „Kindersäägen“ wurde herausgegeben. Die Fotoarbeit rückte dann allmählich in den Vordergrund. Andreas Cluse hat damit begonnen, die Fotos systematisch zu digitalisieren.

Totenzettel-Heimatverein-von-1878

Totenzettel werden archiviert

Seit 20 Jahren werden auch Totenzettel archiviert. Der älteste stammt aus dem Jahre 1868. Zurzeit füllen sie vier Ordner. „Es lässt sich ein enormer Wandel bei der Gestaltung der Totenzettel feststellen. Bis vor 100 Jahren wurden verstorbene Ehefrauen oft in erster Linie mit dem Namen ihres Mannes genannt, z. B. „Ehefrau Johann Wilms“, (+ 1878) und die Texte waren lange ausschließlich religiös geprägt. Mittlerweile gibt es auch Zettel ohne religiösen Bezug und Ehefrauen haben sich von ihren Männern namentlich längst emanzipiert“, stellt Gisela Wenzel fest.

Brauchtum und Zeitzeugen – Das vielfältige Wirken der Koffieköppkes

Das dritte Betätigungsfeld der Koffieköppkes ist nach wie vor das kirchliche und weltliche Brauchtum. Es sind unterhaltsame Texte über Weihnachten früher, die Kookendaage um die Jahreswende, den Gang nach Emmaus, die Pingsterbruut, Fronleichnam, den Versehgang sowie plattdeutsche Redensarten verfasst worden, die zu verschiedenen Anlässen vorgetragen oder in den Oster- und Weihnachtsjournalen der Pfarrgemeinde veröffentlicht werden.

Gedenkveranstaltung zur Bombardierung Erle

Aber auch als Zeitzeugen sind die Koffieköppkes gefordert. Ganz aktuell haben sich Gertrud Cluse und Hedwig Rentmeister bereit erklärt, am 24. März auf der geplanten Gedenkveranstaltung zur Bombardierung Erles am 23.3.1945 in der Kirche über diesen schrecklichen Tag zu berichten. Denn dieses Ereignis hat sich den damals Fünf- und Sechsjährigen unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt.

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