Perspektivwechsel: Münsterländer Parklandschaft 2.0“

30 Studierende, drei Hochschulen, drei Tage Tüfteln und Ausprobieren: Angehende Landschaftsarchitekten und –planer sowie Agrarwirte haben Antworten auf die Frage gesucht, wie sich die Münsterländer Parklandschaft weiterentwickeln kann. Die Ergebnisse des Workshops „Perspektivwechsel: Münsterländer Parklandschaft 2.0“ wurden in der Landwirtschaftskammer Coesfeld vorgestellt.

Die dreitägige Werkstatt war eine Kooperation der Landwirtschaftskammer NRW, der Fachschule für Agrarwirtschaft Münster, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe Höxter, der Leibniz-Universität Hannover und der Regionale 2016 Agentur.

Landwirt als Landschaftsplaner und der Landschaftsplaner als Landwirt

Im Fokus stand das Denken über Fachbereiche hinaus: Die Arbeitsgruppen bestanden jeweils aus Landschaftsarchitektur-Studierenden aus Höxter und Hannover sowie aus angehenden Agrarwirten der Münsteraner Fachschule. „Der damit verbundene Perspektivwechsel – der Landwirt als Landschaftsplaner und der Landschaftsplaner als Landwirt – war zentrales Ziel des Workshops. Beide Fachbereiche haben gemeinsam überlegt, wie unsere abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Feldern, Höfen und Hecken sich zukunftsfähig weiterentwickeln kann“, erklärt Daniela Glimm-Lükewille, Projektmanagerin der Regionale 2016 Agentur. Gefragt war somit die Kompromissbereitschaft der Studierenden: Es wurden Vorschläge gesucht, die sowohl funktionale als auch ästhetische Kriterien erfüllten.

Landschaftsbild im Münsterland Jahren stark gewandelt

Durch Entwicklungen wie beispielsweise den verstärkten Maisanbau oder die Gewinnung von regenerativen Energien hat sich das Landschaftsbild im Münsterland in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Im Zuge der Regionale 2016 wird deshalb überlegt, wie unterschiedliche Ansprüche an die Landschaft miteinander in Einklang gebracht werden können. Der Workshop war hierfür ein weiterer Baustein. Die Studierenden bekamen mehrere Untersuchungsräume im westlichen Münsterland zugewiesen, die zunächst bereist und anschließend analysiert wurden: Was sind Herausforderungen? Wie können technologische und wirtschaftliche Ansätze mit Strategien der Landschaftsentwicklung und Gestaltung zusammengebracht werden?

Aufwertung der Landschaft durch Hecken

Die Ideen waren vielfältig: Vorgeschlagen wurden unter anderem die Einbindung regenerativer Energie-Kreisläufe oder das Zusammenlegen von schwierig zu bewirtschaftenden Flächen bei gleichzeitiger Aufwertung der Landschaft durch Hecken und weitere Grünelemente. Auch für die Gestaltung von großen baulichen Elementen wie Ställen oder Güllebehältern machten die Studierenden Vorschläge. „Wir waren überrascht, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert hat. Die Ergebnisse sind sehr durchdacht und zeigen auf, wie wichtig der Dialog zwischen Landwirten und Landschaftsplanern ist“, sagt Marianne Lammers, Leiterin der Bezirksstelle für Agrarstruktur Münsterland. Nils Jordan, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, fügt hinzu:  „Wir sind nicht alleine auf dieser Welt. Die Landschaft hat vielfältigste Nutzergruppen und Akteure, deshalb muss sie immer gemeinsam gedacht und entwickelt werden.“

Alle Ergebnisse werden derzeit in einer Abschlussdokumentation zusammengefasst, die ab März bei der Regionale 2016 Agentur in Velen kostenlos erhältlich ist.

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