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Gemeinde plant neue Flüchtlingsunterkunft in Erle

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Die Gemeinde plant auf der ehemaligen Hofstelle Braems an der Dorstener Straße 120/Friedholt in Erle eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten.

Mit diesem Vorhaben soll die Unterbringungskapazität der Gemeinde für Flüchtlinge dauerhaft erweitert werden. Außerdem soll eine bessere Verteilung der Flüchtlinge erreicht werden, da Erle bisher relativ unterrepräsentiert ist und lediglich 16 Personen von insgesamt 321 erfasst.

Acht Wohnungen mit jeweils drei Schlafzimmer

Geplant ist ein Bau mit insgesamt acht Wohnungen in einer zweigeschossigen Holzrahmenbauweise mit typisch münsterländisch rotem Verblendmauerwerk und teilweiser Lärchenholzverschalung.

Ein Abstellraum für Fahrräder und Haustechnik ist seitlich vorgesehen. Das Gebäude wird mit einem Pultdach ausgestattet, das begrünt werden soll und bis zu 90 % des Regenwassers aufnehmen kann. Zudem wird das Dach so ausgelegt, dass eine PV-Anlage darauf installiert werden kann, sofern es entsprechende Förderprogramme gibt.

Jede Wohnung verfügt über drei Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad. Der Hauswirtschaftsraum wird von jeweils zwei Wohnungen gemeinsam genutzt.

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Foto: Petra Bosse

Mehr Kapazitäten in der Gemeinde für dauerhafte Flüchtlinge

Mit der neuen Unterkunft in Erle kann die Verwaltung die gemeindlichen Kapazitäten zur dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen erweitern und für eine gleichmäßigere Verteilung sorgen, da Erle bislang mit lediglich 16 Personen (von insgesamt 321) relativ unterrepräsentiert ist.

Um das Projekt umzusetzen, soll es an einen Generalunternehmer vergeben werden. Die Verwaltung geht von Gesamtkosten von etwa 2 Millionen Euro für die schlüsselfertige Errichtung der Unterkunft aus. Diese Summe wurde bereits in der Haushaltsplanung 2023 berücksichtigt.

In naher Zukunft sollen die bestehenden Gebäude auf dem Grundstück abgerissen werden. Die Verwaltung ist damit beauftragt, die notwendigen Ausschreibungen durchzuführen und die entsprechenden Aufträge zu vergeben.

Sachdarstellung

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine verzeichnen die Gemeinde Raesfeld einen starken Zustrom von Flüchtlingen aus aller Welt, insbesondere aus der Ukraine. Aktuell leben 321 Flüchtlinge in der Gemeinde Raesfeld, davon kommen etwa 1/3 aus der Ukraine, ein weiteres 1/3 aus Syrien, und der Rest verteilt sich auf eine Vielzahl von Ländern. Diese Zahlen liegen deutlich über der letzten Flüchtlingswelle im Jahre 2015/16, als wir in Spitzenzeiten 231 Flüchtlinge in Raesfeld verzeichneten. Die Verwaltung hat zuletzt in der Ratssitzung am 14.11.2022 ausführlich über die Flüchtlingssituation berichtet.

321 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeinde Raesfeld

Insgesamt 321 Flüchtlinge sind derzeit in 35 gemeindlichen Unterkünften untergebracht, die entweder im Eigentum der Gemeinde liegen oder von ihr angemietet wurden. Der Großteil der Unterkünfte (31) befindet sich in Raesfeld, während die verbleibenden beiden in den Ortsteilen Erle und Homer liegen. Die Verwaltung hat bisher erfolgreich öffentliche Aufrufe genutzt, um eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge zu erreichen.

Lediglich die beiden Häuser an der Marbecker Straße bieten Platz für maximal 32 Personen pro Einheit. Die stetige Zuweisung von Flüchtlingen erhöht den Druck auf die Gemeinde Raesfeld. Seit dem 14.11.2022 wurden weitere 17 Flüchtlinge der Gemeinde zugewiesen.

Weitere Zuweisung von Flüchtlingen in der Gemeinde

Der Druck auf die Gemeinde wird in absehbarer Zeit weiter zunehmen. Unabhängig vom Fortschreiten des Krieges in der Ukraine erhalten die Kommunen regelmäßige Aufforderungen von der Bezirksregierung oder dem zuständigen Landesministerium, sich auf weitere Zuweisungen von Flüchtlingen vorzubereiten. In Raesfeld führt dies bereits heute dazu, dass größere Zimmer teilweise von drei Personen belegt werden müssen. Zudem hat die Gemeinde einige Wohnungen auf dem privaten Wohnungsmarkt nur befristet anmieten können, was die Situation zusätzlich erschwert habe.

Epping und ehemalige Pastorat in Erle werden abgerissen

Darüber hinaus werden in naher Zukunft zwei öffentliche Gebäude, das ehemalige Hotel Epping und das ehemalige Pastorat Erle, nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stehen.

„Auch unser letzter öffentlicher Aufruf, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, hat nur noch zu vereinzelten Rückmeldungen geführt“, so Norbert Altrogge, Leiter des Ordnungsamtes und der Sozialverwaltung.

Verstärkt nach geeignetem Grundstück gesucht

Die Verwaltung hat in den vergangenen Monaten verstärkt nach einem geeigneten Grundstück Ausschau gehalten, um gegebenenfalls eine neue Flüchtlingsunterkunft zu errichten, während sie weiterhin nach adäquatem Wohnraum sucht. „Bei unseren Überlegungen sind wir auf die ehemalige Hofstelle Braems an der Dorstener Straße 120 in Erle gestoßen, die aus Sicht der Verwaltung für die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft gut geeignet ist“, erklärt Altrogge.

Verkehrsgünstige Lage an der B224

Das Grundstück liege verkehrsgünstig in der Nähe der B224 und bietet eine gute Anbindung an den ÖPNV, da die Bushaltestelle, ein Lebensmitteldiscounter, eine Grundschule und ein Ärztehaus fußläufig erreichbar sind. Aus diesen Gründen hat die Gemeinde Raesfeld das Grundstück käuflich erworben. Es ist im Bebauungsplan ER 7 Friedholt-Holten ausgewiesen und als Gewerbefläche festgelegt.

Änderungsverfahren nicht erforderlich

Die Verwaltung hat nach Abstimmung mit dem Kreis Borken festgestellt, dass kein Änderungsverfahren des Bebauungsplans für die Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft erforderlich ist, da sowohl das bestehende Wohngebäude als auch die Lagerhallen nicht mehr nutzbar sind. Das Wohngebäude wäre renovierungsbedürftig, was nach einer Prüfung der Bauverwaltung weder energetisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei.

Das Gebäude verfügt nicht einmal über eine eigene Heizungsanlage. Es wurde zuletzt teilweise von einer Anwaltskanzlei genutzt. Deshalb sollen die vorhandenen Gebäude auf dem Grundstück abgerissen und an gleicher Stelle ein Neubau errichtet werden.

Kontakt mit Nachbarkommunen aufgenommen

Die Verwaltung hat nach dem Erwerb des Grundstücks mit mehreren Nachbarkommunen bereits Kontakt aufgenommen, die in der jüngeren Vergangenheit neue Flüchtlingsunterkünfte errichtet haben. Es haben mehrere Besichtigungen von verschiedenen Unterkünften stattgefunden.

Nachdem das Grundstück erworben wurde, hat die Verwaltung Kontakt mit mehreren Anbietern aus der Baubranche aufgenommen, um konkrete Pläne für die Errichtung einer neuen Flüchtlingsunterkunft zu entwickeln.

Weitere Details werden in der Ratssitzung am 8. Mai vorgestellt.

1996 – Rückblick

Mächtig ins Schwitzen gerieten die Erler und der Planungsausschuss im Jahre 1996, als auf der ehemaligen Hofstelle, Ecke Friedholt ein Saunabetrieb, angeblich kein „Sauna-Club“, eines Investors aus dem Ruhrgebiet geplant war. Die Sauna sollte laut seinerzeit laut Antragsteller von 10 bis 24 Uhr geöffnet werden. Geplant waren hier im Erdgeschoss Saunakabinen samt Umkleiden und Duschen. Da der Standort damals schon als Gewerbegebiet ausgewiesen war, war eine öffentliche Sauna, und selbst ein Bordell, laut Gesetzgeber zulässig gewesen.

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