Gedenkstein für Spartakisten enthüllt

Heimatverein erinnert an 50 Getötete, die 1920 in Revolutionskämpfen starben

RAESFELD. Mit einem Gedenkstein für die Getöteten der Revolutionskämpfen vor rund 100 Jahren, möchte der Heimatverein Raesfeld die Erinnerung an das schreckliche Erlebnis wachhalten. Gleich wenige Meter hinter dem Gedenkstein an der Heidener Straße, Ecke Roringshook befinden sich in einem Gemeinschaftsgrab die sterblichen Überreste der im März 1920 in Raesfeld getöteten Spartakisten.

Adalbert Friedrich (v. l.) und Mitglieder des Raesfelder Heimatvereins und Gemeindevertreter enthüllten den neuen Gedenkstein an der Heidener Stra/Ecke Roringshook.
Adalbert Friedrich (v. l.) und Mitglieder des Raesfelder Heimatvereins und Gemeindevertreter enthüllten den neuen Gedenkstein an der Heidener Stra/Ecke Roringshook.

„Unter ihnen befanden sich mehrheitlich sogenannte Spartakisten. Männer, die Waffen trugen. Darüber hinaus wurden aber auch Frauen getötet. Einig waren Krankenschwestern, oder Menschen aus dem Ruhrgebiet, die gemeinsam mit den Spartakisten auf ihren Fahrzeugen nach Raesfeld kamen um Lebensmittel für ihre Familien zu erbetteln“, so Richard Sühling, Vorsitzender Heimatverein Raesfeld, einleitend.
Die Kosten des 2800 Euro teuren Gedenksteins werden zu einem Viertel von der Gemeinde Raesfeld mitgetragen. „Ich bin froh und dankbar, dass sich der Heimatverein dieser Sache angenommen hat, denn wir Leben heute in so stabilen Verhältnissen, dass solche blutigen Auseinandersetzungen in unserem Alltag eigentlich weit weg sind“, so Bürgermeister Andreas Grotendorst in seiner kurzen Begrüßungsansprache. „Solch ein Projekt ist ein wichtiges Ereignis für Raesfeld, um die Geschichte wach zuhalten“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Tünte.
Der Gedenkstein wurde von dem Raesfelder Steinmetz Gerd Löchteken erstellt. Die Fläche rund um den Stein hat der Heimatverein in Eigenleistung hergerichtet.
Enthüllt wurde der Stein unter Mitwirkung von Gemeindevertretern und Heimatvereinsmitglieder. sowie Adalbert Friedrich. Er beschrieb bereits im Jahre 1978 den Ablauf der Ereignisse in Raesfeld, sowie das Eintreffen der von Borken kommenden Freikorpsgruppe “Löwenfeld“, in einer Broschüre “Drei Tage Bürgerkrieg“. Petra Bosse

Vorheriger ArtikelSommerfest in Erle 2016
Nächster ArtikelGrundschulkinder können den Familienkalender mitgestalten
Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein