Mit mehreren Arbeitseinsätzen haben engagierte Ehrenamtliche den Friedhof in Erle verschönert. Neue Bänke, gereinigte Kriegsgräber und eine neugestaltete Grabstätte prägen jetzt das Bild. Präsentiert wurden die Arbeiten am Donnerstag bei einem Pressetermin auf dem Friedhof.
Der Friedhof in Erle ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort der Begegnung. Das zeigt sich auch beim regelmäßig stattfindenden Friedhofscafé, bei dem Mitglieder des Pfarreirats und des Kirchenvorstands mit Besuchern ins Gespräch kommen. Aus diesen Gesprächen heraus entstand schließlich die jetzige Aktion. Immer wieder seien Wünsche und Anregungen zur Gestaltung und Pflege des Friedhofs an die Kirchengemeinde herangetragen worden.

Manche Besucher hätten sich zusätzliche Sitzmöglichkeiten gewünscht, andere hätten auf Bereiche hingewiesen, die nicht mehr gepflegt wirkten.
„Menschen mit offenen Ohren haben das aufgenommen“, so Pastor Dr. Fabian Tilling. Daraus sei schließlich gemeinsam mit Mitgliedern der Krippengruppe und der Kolpingsfamilie Erle mit Wolfgang Schlüter, Klaus Grömping, Josef Oesing, Thomas Rössmann, Ludger Aßkamp, Ludger Uhlenbrock und Johannes Gülker eine größere Verschönerungsaktion entstanden.
Kriegsgräber und Toranlagen gereinigt
Der erste Arbeitseinsatz galt den Kriegsgräbern. „Die Steine der Kriegsgräber wurden alle sauber geschrubbt“, erklärte Ludger Askamp, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Erle. Da die Kriegsgräber der Gemeinde gehören, sei zuvor die Zustimmung des Bürgermeisters notwendig gewesen. „Das hat er auch sehr gerne getan“, so Askamp.
Zusätzlich wurden die stark vermoosten Säulen an den Eingangstoren gereinigt. Auch die Blumenkübel nahmen sich die Ehrenamtlichen vor.
Grabstätte der verstorbenen Pastöre neu gestaltet
Ein weiteres großes Projekt war die Neugestaltung und Reinigung der Grabstätte mit dem großen Kreuz aus Sandstein der verstorbenen Pastöre.
„Hier haben wir erst alles abgeräumt und dann neu gepflanzt, die Hecke neu gemacht und das Kreuz gereinigt“, berichtete Johannes Gülker von der Krippenbaugruppe.

Besonders die Reinigung des großen Kreuzes sei aufwendig gewesen. „Da sind wir ein paar Mal dran gewesen, denn der Schmutz saß sehr fest“, sagte Gülker. Mit dem Ergebnis zeigte er sich dennoch zufrieden: „Nun ist es eigentlich schon sehr gut geworden.“
Neue Bänke für Besucher des Friedhofs
Auch drei neue Sitzmöglichkeiten, an der Leichenhalle, am Kreuz und im Bereich der Gedenkstätte Sternenkinder, wurden aufgestellt. Zwei neue Bänke stammen aus Spenden der Volksbank Raesfeld und Erle sowie des Bestattungsinstituts Kai Linneweber (Bestattungen Schwane) Eine weitere Bank wurde von einem privaten Spender finanziert, der jedoch anonym bleiben möchte.
Während der Aufbauarbeiten entstand zudem die Idee, die alten Bänke nicht zu entsorgen, sondern aufzuarbeiten.
Die Betonteile wurden dafür zu Josef Oesing gebracht und sollen nun gereinigt werden. Für die beschädigten Holzlatten sucht die Gruppe nun nach Ersatz.
Unterstützung durch Sponsoren und Kirchengemeinde
Die Neubepflanzung der Grabstätte mit dem großen Kreuz wurde überwiegend durch eine Spende in Höhe von 1000 Euro finanziert. Das Geld stammt aus dem Erlös des Froschkönigs in Raesfeld. Den symbolischen Scheck überreichte Dagmar Vogt persönlich vor Ort.
Ganz ausreichend sei die Summe allerdings nicht gewesen, erklärte Pastor Fabian Tilling. Deshalb habe die katholische Kirchengemeinde weitere 300 Euro beigesteuert.
„Wir konnten leider nicht an den Friedhofshaushalt, weil dieser aktuell sehr defizitär und im negativen Bereich ist“, sagte Tilling. Dennoch habe die Kirchengemeinde andere Möglichkeiten gefunden, das Projekt zu unterstützen.
Besonders dankbar zeigte sich Tilling über die breite Unterstützung aus dem Ort. So stellte die Firma Klaus Röckinghausen beispielsweise kostenlos einen Hubsteiger zur Verfügung.

„Der Friedhof war noch nie so schick wie jetzt“
Die Arbeiten zogen sich über mehrere einzelne Einsatztage hinweg. Teilweise unterstützten auch hauptamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde die Aktion.
„Ich hätte auch gerne mitgeholfen, konnte aber nicht. Dafür kam von mir leider nur moralische Unterstützung“, sagte Tilling mit einem Lachen. Am Ende zeigte sich der Pastor beeindruckt vom Ergebnis: „Der Friedhof war noch nie so schick wie jetzt. Besten Dank, Männer.“
Gleichzeitig machte Tilling deutlich, dass es Grenzen gebe. Nicht jedes Grab dürfe einfach gepflegt oder verändert werden. „Da können wir nicht einfach sagen, wir gehen da jetzt dran und machen das schön“, erklärte er. Schließlich handele es sich um private Grabstätten der jeweiligen Familien.
Gerade die unterschiedlichen Gestaltungen der einzelnen Gräber machten den Friedhof letztlich aus. „Der Friedhof wird auch durch seine Vielfältigkeit der unterschiedlichen Gestaltung der Gräber schön“, sagte Tilling.




























