Spaß im Spielmobil – Flüchtlingskinder genießen neues Rotkreuz-Angebot

Großer Erfolg schon kurz nach dem Start / Im gesamten Kreis auf Achse

Raesfeld (drk-press). Bunte Streicheltiere im Zoo, große und kleine Puzzles, buntes Holzspielzeug, coole Kinderbücher und noch viel mehr: Das neue Spielmobil des Roten Kreuzes im Kreis Borken lässt Kinderherzen höherschlagen und ihre Augen leuchten. So wie beim Besuch in Raesfeld.

Unbeschwert spielen im Spielmobil: Das ist jeden Tag zu verschiedenen Orten im Kreis Borken unterwegs, hier in Raesfeld an der Alexanderschule. Foto: DRK / and

Sieben Stationen im Kreis

Dort hat Spielmobilfahrer Bernd ten Have den zwölf Meter langen Niederflurbus an diesem Nachmittag hinkutschiert. Jeden Tag steuert der Heidener ehrenamtliche Fahrer derzeit sieben Stationen im Kreis an: immer zu zentralen Standorten, meist in der Nähe von Wohnungen für Flüchtlinge. Denn die Kinder – zum Teil nach schlimmen Erlebnissen und auf beschwerlichen Wegen ins westliche Europa traumatisiert – sollen im Spielmobil einfach Spaß haben an vielen bunten Spielen, sich austoben und schöne ungezwungene Stunden in neuer Freiheit genießen.

Ehrenamtliche Helferinnen

Und das tun sie auch. In Raesfeld helfen mit der Erzieherin Sandra Hilfert mit anderen Frauen an diesem Nachmittag die beiden Ehrenamtlichen Marlies Zdarta aus Raesfeld und Waltraud Buning, die aus Erle herübergekommen ist. Sie hat früher schon einen Kinderchor geleitet, und die Drei kümmern sich um die Kleinen, die sichtlich Spaß haben. Die Sprache spielt keine Rolle: Die Kinder lernen sehr schnell, verstehen Deutsch und können sich auch schon ganz gut ausdrücken.

Verschiedene Spiele

Marlies Zdarta und Waltraud Buning sind baff ob der gehobenen Ausstattung: „Einfach toll. Sonst haben wir selber Spielzeug mitgebracht, aber hier ist alles da, und die Kinder haben eine große Auswahl.“ Verschiedene Spiele waren hilfsbereiten Bürgern auch gespendet worden.

Kinder gehen ins Spielmobil, Mütter in den Deutsch-Unterricht

Und die jeweiligen festen Spielzeiten haben einen weiteren positiven Nebeneffekt, erklärt Nicole Höbing, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Raesfeld: „Die Mütter der Kinder, die sonst eher zu Hause blieben, bringen jetzt die Kids zum Spielmobil und gehen anschließend in den Deutsch-Unterricht. Das ist fabelhaft. Der Bus hat sich schon bewährt und auch die Kurse in Schwung gebracht.“ Sonst seien die Mütter einfach zu Hause geblieben: „Wichtig ist, dass sie jetzt auch mal zwei Stunden einfach vom Kinderaufpassen befreit werden.“

Gut angenommen

„Das tut auch den Kindern gut“, wirft Projektleiter Christoph Steltner vom Roten Kreuz ein. Er freut sich, dass das Spielmobil schon nach kurzer Zeit so gut von Hilfsorganisationen, Städten und Gemeinden angenommen wird. Ähnliche erfolgreiche Projekte gibt es nach Rotkreuz-Informationen nur wenige deutschlandweit. Steltner: „Bis auf wenige Zeiten ist das Spielmobil unter der Woche immer auf Achse. Unser ehrgeiziger Plan ist aufgegangen.“

Fahrer gesucht

Das Rote Kreuz sucht weiter Fahrer mit Lkw-oder Busführerschein, um weitere Spielmobil-Zeiten in Gemeinden anbieten zu können. Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich gegen eine Aufwandspauschale zu engagieren, kann sich hier melden: Christoph Steltner, Telefon 02861/8029-329.

Der derzeitige Spielmobil-Fahrplan: jeweils montags und mittwochs von 15.30 bis 17.30 Uhr: Raesfeld, Alexanderschule, Zum Michael 10;

Hintergrund

Der Bus steuert Standorte in Kommunen des Kreisjugendamtsbezirks an. Der Kreis Borken hat die Gesamtkosten mit 54.000 Euro bezuschusst. In Eigenarbeit und mit tatkräftiger ehrenamtlicher Hilfe hat die Produktionsschule des Roten Kreuzes den Bus ausgebaut. Zahlreiche Spiele sowie Bargeld wurden gespendet, um das Gefährt zu einem tollen Spielmobil umzugestalten, wie Projektleiter Christoph Steltner im DRK-Pressedienst erläutert.

Die Betreuungsmaßnahme ist Teil der sogenannten Brückenprojekte: Für Kinder aus Flüchtlingsfamilien stehen im Rahmen der Brückenprojekte – für die „erste Zeit des Ankommens“ – im Bezirk des Kreisjugendamtes Borken (alle kreisangehörigen Kommunen außer Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau) rund 200 Plätze zur Verfügung.

Das Spielmobil ist ein 12 Meter langer umgebauter Niederflurbus. Das Fahrzeug ist ein riesiges Spielzimmer. Es gibt Regale und Schränke mit unterschiedlichen Spielmaterialien, ein kuscheliges Lese- und Chill-Sofa und eine große Spielfläche. Kauf und Umbau des Busses wurden durch den Kreis Borken, Eigenmittel des Roten Kreuzes und ehrenamtliches Engagement finanziert und realisiert.

Kontakt

Das Rote Kreuz sucht ehrenamtliche Fahrer (mit Führerscheinklasse 2 oder Busführerschein), zum Beispiel ehemalige Fahrer, die sich im Ruhestand befinden. Interessenten können sich hier melden:
• Projektleiter Christoph Steltner, Röntgenstraße 6 im Rotkreuz-Zentrum Borken, Telefon 02861/8029-329, E-Mail: [email protected]

www.DRKBorken.de

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