Nach dreijähriger Planungs- und Umsetzungsphase ist das Projekt des Heimatvereins Erle abgeschlossen: Seit dem 23. Oktober 2025 weist nun auch nördlich der Abfahrt Schermbeck eine touristische Tafel auf die 1000-jährige Femeiche hin.
Abschluss eines langen Projekts
Was lange währt, wird endlich gut. Seit Donnerstagnachmittag (23. Oktober 2025) steht bei Kilometer 18,9 an der BAB 31 nördlich der Abfahrt Schermbeck eine neue Hinweistafel, die auf die Erler Femeiche aufmerksam macht. Innerhalb von rund zwei Stunden montierte die Firma Penger aus Stolzenau das Schild. Damit, so Carlo Behler, Vorsitzender des Heimatvereins Erle, sei ein rund drei Jahre dauerndes Projekt erfolgreich abgeschlossen worden. Bereits im Vorjahr war südlich der Abfahrt bei Kilometer 13 die erste Tafel errichtet worden.

Wie alles begann
Den Anstoß zu dem Vorhaben gab 2021 der Fotograf Reinhard G. Nießing, der sich bei der Autobahn GmbH nach der Möglichkeit erkundigte, touristische Hinweisschilder auf die Femeiche zu installieren. Aufgrund positiver Rückmeldungen regte er den Heimatverein Erle an, einen offiziellen Antrag zu stellen. Nießing entwarf die bildliche Darstellung der Femeiche als Silhouette und lieferte gemeinsam mit seinem Sohn Tobias die technische Vorlage.
Der Antrag wurde im September 2022 eingereicht. Noch im selben Jahr erhielt der Heimatverein die Genehmigung, bis Ende 2025 zwei Tafeln aufstellen zu dürfen.
Finanzierung und Fördermittel
Die Umsetzung verzögerte sich zunächst, da sich die Kosten gegenüber den ursprünglich kalkulierten 20.000 bis 24.000 Euro verdoppelten. Trotz möglicher Fördermittel des Landes NRW und zweckgebundener Spenden hätte der verbleibende Eigenanteil die finanziellen Möglichkeiten des Vereins überschritten.
Schließlich überzeugte der Heimatverein die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer, Fördergelder über den Fonds für Struktur- und Dorferneuerung des Landes NRW zu beantragen. Der Antrag, vorbereitet von Peter Stöbel aus dem Stiftungsvorstand, war erfolgreich. Die verbleibenden 35 Prozent der Gesamtkosten von 23.300 Euro wurden zu gleichen Teilen von der Bürgerstiftung und der Gemeinde Raesfeld getragen.
Bei der zweiten Antragstellung im Jahr 2025 konnte der Heimatverein die Federführung übernehmen. Trotz einer erneuten Kostensteigerung auf rund 30.000 Euro übernahm der Förderfonds 70 Prozent der Summe. Den verbleibenden Eigenanteil deckten die Gemeinde Raesfeld, die Volksbank Raesfeld und Erle, die Sparkasse Westmünsterland sowie die Bürgerstiftung.
Gemeinschaftsleistung mit vielen Unterstützern
Behler erklärte, der erfolgreiche Abschluss sei nur möglich gewesen, weil zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer an einem Strang gezogen hätten. Besonders genannt werden Norbert Sabellek als ehemaliger Vorsitzender und Behler selbst, der als damaliger Schriftführer die Anträge stellte und mit den Behörden korrespondierte.

Auch Bürgermeister Dirk Kuhmann habe sich für das Projekt eingesetzt. Auf sein Betreiben habe die CDU im Gemeinderat einen Zuschuss beantragt. Behler betonte, das Projekt habe gezeigt, „dass durch beharrliches Engagement und eine gute Zusammenarbeit zwischen Verein, Gemeinde und Förderinstitutionen vieles möglich ist“. Der Heimatverein hoffe nun, dass die Hinweistafeln die Femeiche überregional bekannter machen. Studien zufolge könnten solche touristischen Wegweiser zahlreiche Besucher in das Münsterlanddorf führen, zu einem der ältesten Bäume Deutschlands, der als Nationalerbe-Baum gilt.



























